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Finowkanal-Symposium setzt auf Partnerschaft mit Polen / Unverständnis übers Ringen um den Erhalt

Symposium
International und emotional

Ohren auf und Blick nach vorn: Die Symposiums-Gäste lauschen einem Vortrag über die Großpolen-Rundfahrt.
Ohren auf und Blick nach vorn: Die Symposiums-Gäste lauschen einem Vortrag über die Großpolen-Rundfahrt. © Foto: Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 30.03.2018, 22:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Plätze im Paul-Wunderlich-Haus sind gut besetzt. Das Interesse an der historischen Wasserstraße und ihrer Weiterführung gen Osten als internationale Wasserstraße E70 ist da. Ein Blick ins Publikum des vierten Finowkanal-Symposiums zeigt aber auch, dass das Thema die Menschen erst ab einer bestimmten Generation anspricht. Eine ganze Reihe männlicher Rentner sitzt auf den Stühlen und lauscht den Vorträgen, die entweder auf Deutsch oder Polnisch abgehalten und über Kopfhörer simultan übersetzt werden.

Von der Verbindung zum Nachbarland verspricht man sich die Verwirklichung gemeinsamer touristischer Ziele. Tomasz Izajasz, Direktor des Bydgoszcz Kanal-Museums in Bromberg, ist am Ende seines Vortrags überzeugt, dass sowohl Finow- als auch Bromberger Kanal es verdient hätten, als Unesco-Welterbe aufgenommen zu werden. „Man sollte es gemeinsam versuchen“, sagt er.

Hartmut Ginnow-Merkert, Initiator des Symposiums und Vorsitzender des Vereins „Unser Finowkanal“, aber weiß wie schwierig das wird. Die Kanäle seien häufig restauriert worden. Kriterium der Unesco-Liste sei aber, dass die aufgenommenen Denkmäler authentisch sind. Einfacher wäre es womöglich, die Technik des Schleusens als historisches Kulturgut von der Unesco anerkennen zu lassen.

Neben viel Informationen zum Wassertourismus nutzten einige der Referenten das Symposium auch zum Appell. „Es gilt etwas zu tun, damit unsere Kinder und Enkelkinder diese wunderschönen Wasserstraßen nutzen können“, so Vytautas Paulaskas vom Schifffahrtsforschungsinstitut Klaipeda in Litauen. Ihn fasziniere, was Menschen beim Anlegen der Kanäle mit wenig Möglichkeiten geschaffen hätten. Heute sei trotz mehr Möglichkeiten alles darauf ausgerichtet, diese Wasserstraßen zu verlassen, kritisiert er.

Regelrecht emotional ergriffen vom Thema zeigt sich Lorenzo Guendel von PUUR Yachtcharter Zehdenick mit Blick auf die Schließung der Schleuse in Kannenburg (Uckermark). Diese wird nun doch repariert. Weil man laut Guendel begriffen habe, dass man mit jedem Euro, der dort investiert wird, das Dreifache herausbekommt. Der Anbieter von Charterbooten stellt die verschiedenen Effekte des Wassertourismus auf die gesamte Branche dar. Mit Blick auf den Erhalt der Wasserstraßen sei das Land gefordert. Von der höheren Ebene verspricht er sich nichts mehr. „Den Bund können Sie vergessen“, so Guendel. (mm)

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