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Migration
Röttgen: Deutschland braucht neues Integrationskonzept

Norbert Röttgen fordert ein neues Konzept zur Integration von Migranten.
Norbert Röttgen fordert ein neues Konzept zur Integration von Migranten. © Foto: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild/dpa
dpa-infocom / 02.04.2018, 09:54 Uhr
Berlin (dpa) Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen fordert von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ein neues Konzept zur Integration von Migranten.

«Wir haben eine neue Qualität von Zuwanderung und brauchen deshalb eine neue Qualität von Integrationsarbeit. Einfach so weitermachen wie bislang, das wird nicht ausreichen», sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der «Welt». Zugleich verlangte er ein Ende des von Seehofer und anderen CSU-Politikern vorangetriebenen Streits über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht.

Seehofer könnte vielmehr «ein konkretes, anspruchsvolles, pragmatisches Konzept der Integration etwa für muslimische Kinder» entwickeln, sagte Röttgen. Integration sei eine Grundfrage des gesellschaftlichen Friedens geworden. Daher müsse man sich in den Schulen stärker um Religionsvermittlung und Toleranz kümmern, befand der CDU-Politiker mit Blick auf antisemitische Übergriffe muslimischer Schüler.

Zu der von Seehofer angestoßenen Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehöre, sagte Röttgen: «Diese Art überwiegend folgenloser, taktisch motivierter Debatten muss ein Ende haben.» CSU-Chef Seehofer hatte gesagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, aber hinzugefügt, die hier lebenden Muslime gehörten «selbstverständlich» dazu. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel (CDU) sowie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) waren auf Abstand zu Seehofers Äußerung gegangen.

Es sei bedauerlich, wenn von verantwortlicher Seite ein fruchtloser Streit über einen inhaltlich folgenlosen Satz angezettelt werde, sagte Röttgen. «Keine der Parteien, weder Union, noch SPD oder die Opposition, führt in den Grundfragen Migration, Integration, Digitalisierung eine problemangemessene Diskussion. Geschweige denn, dass es konzeptionelle Antworten gäbe.»

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Sigismund Ruestig 02.04.2018 - 19:57:24

Integrieren statt spalten: nichts für Seehofer

Vom Anti-Christen zum Anti-Islamisten: lässt sich Merkel wieder von Seehofer auf der Nase herum tanzen oder wird sie diesmal gleich am Anfang Führungsstärke zeigen und Seehofer die Kabinettstüre weisen? Lässt sich die SPD dieses unabgestimmte, provokante Verhalten gefallen oder stellt sie diesmal gleich am Anfang die Koalitionsfrage? Der neue Bundesinnenminister hat sich augenscheinlich mit seinem Spruch „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ als Anti-Islamist geoutet. Die Frage ist nur: Welches Problem hat er damit gelöst? Welche neuen Probleme hat er mit diesem, auch als rassistisch interpretierbaren, Spruch geschaffen? Wen wundert, dass ihm seine „abtrünnige“ “C“SU und der unvermeidliche Spahn beigesprungen sind? Die GroKo hat also neben Spahn noch einen Problembär in ihren Reihen. Aber: Problembären gehören nicht zu Deutschland! Schon gar nicht in die Regierung! Ich empfehle: Ruhe bewahren und zur Entspannung sich meditativem Meeresfeeling hingeben. Schon gar nicht auf Entschuldigungen warten! 1. Das Meer erwacht: https://youtu.be/Dldff_9dhsM 2. Wellenreiten: https://youtu.be/duLS4IsVuN0 3. Wellentanz: https://youtu.be/nG7CUVR5R40 4. Wellensturm: https://youtu.be/SfEmSqAw-6s 5. Das Meer verstummt: https://youtu.be/A2u4NgozNuY

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