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Am letzten Spieltag der Schach-Regionalliga reicht ein Remis

Schach
USC-Team ist dem Aufstieg zum Greifen nahe

Kerstin Bechly / 14.04.2018, 05:15 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Am Sonntag steht für die Schachspieler der Landesklasse Nord mit dem SV Preußen I sowie der Regionalliga Ost mit Preußen II und dem USC Viadrina – jeweils zu Hause – die letzte Runde der Saison an. Für die Uni-Mannschaft ist der Aufstieg zum Greifen nah.

„Gib die Hoffnung im Endspiel nicht auf“. Unter dieses Motto hat Trainerin Kristine Pews das abschließende Mannschaftstraining am Sonnabend gestellt und dazu mehrere Schachpartien der EM 2017 herausgesucht, anhand derer die Denksportler des USC Viadrina Stellungen analysieren und Schwerpunkte erkennen sollen. Und so auch erfahren, „dass selbst Großmeister bei internationalen Partien Fehler machen und ein Remis geben, obwohl mit dem nächsten Zug ein Sieg möglich wäre“, beschreibt Kristine Pews mit einem aufmunternden Lächeln.

„Gib die Hoffnung nicht auf“ könnte auch das Motto der beiden jüngsten Spielzeiten in der Regionalliga Ost sein. Denn was in der Saison 2016/17 mit Platz 2 noch nicht geklappt hatte, ist jetzt zum Greifen nahe: der Aufstieg in die Landesklasse Nord. Mit sieben Siegen und einem Unentschieden haben sich die USCler zwei Punkte Vorsprung auf den SV Glück auf Rüdersdorf II erarbeitet. Der Verfolger tritt am Sonntag bei der zweiten Mannschaft der Frankfurter Preußen (Rang 8) an. Gegen seine Gäste, den Schachclub Schwedt (7./punktgleich mit Preußen II), hat der USC in der Vergangenheit mehrfach gewonnen. Und dennoch: „Das will gar nichts heißen. Schwache Gegner können gegen starke Mannschaften plötzlich ein Remis rausholen“, weiß Kristine Pews.

Eine Punkteteilung würde ihrer Mannschaft schon reichen, ein Sieg der Saison die Krone aufsetzen. „Ja, wir haben auf den Aufstieg hingearbeitet“, betont Thomas Noack, der meistens am zweiten Brett eingesetzt wird. Eine gute Tagesform und Glück, „das man sich aber auch erarbeiten muss“, sieht er als Wegbegleiter dieser Saison an. Ausschlaggebend waren die letzten beiden Siege: „Wir konnten gegen Rüdersdorf als unseren direkten Konkurrenten in der siebten Runde sehr deutlich gewinnen und danach gegen den SKV Bad Freienwalde“, so Noack, der wie Michal Zaporowski in allen Partien dabei war und 6,5 Punkte einfuhr.

Schon einmal – drei Jahre bis 2015 – spielte der USC Viadrina in der Landesklasse, konnte sie aber nach dem Weggang einiger starker Spielen, zumeist Abiturienten des Gauß-Gymnasiums, nicht halten.

Inzwischen hat sich die Mannschaft mit 18 Mitgliedern personell wieder stabilisiert. Auch dank eines glücklichen Umstandes: Mit Thorsten Müller und Michael Ziern konnten zwei Männer begeistert werden, die in jungen Jahren dem Denksport gefrönt hatten. Sie fanden durch ihre Kinder, die an der evangelischen Grundschule eine von Pews betreute Schach-AG besuchen, wieder an das Brett zurück. Mit Erfolg: Ziern holte bei sieben Einsätzen sechs Punkte und sicherte sich auch die Stadtmeisterschaft, Müller brachte es in drei Partien auf ebenso viele Siege. „Dass wir uns auf diesem Weg verstärken, ist schon etwas Besonderes, denn normalerweise versuchen wir, Schüler so auszubilden, dass sie in einmal bei uns mitspielen können“, freut sich auch Mannschaftsleiter Norbert Heymann.

Tom-Niclas Brune ist einer von drei Schülern, die in dieser Saison in der Männermannschaft eingesetzt wurden. „Unser bestes Talent, bei drei Einsätzen hat er jeweils gewonnen. Tom ist ein guter Angriffsspieler, hat sich im Kombinationsspiel deutlich verbessert und hält längere Partien schon besser durch“, beschreibt seine Trainerin den Zwölfjährigen. Der Gauß-Schüler wiederum erzählt ganz selbstbewusst: „Ich spiele lieber gegen Erwachsene, da fühle ich mich mehr gefordert.“ Stolz ist er, dass sich seine DWZ (Deutsche Wertzahl) nach einem Turnier in Görlitz (30. von 59 Teilnehmern) auf 1306 erhöht hat.

Beim Training am Sonnabend holen sich die Spieler noch einmal den letzten Schliff: „Das gibt immer neue Impulse. Was in Vergessenheit geraten ist, wird wieder vorgeholt, man lernt auch mal ganz Neues dazu. Und es bringt viel für die mannschaftliche Bindung“, ist auch Thomas Noack wieder dabei.

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