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Abgesetzter Martin Flade siegt vor dem Landesarbeitsgericht Berlin gegen brandenburgisches Umweltamt

Urteil
Ex-Chef kommt zurück

Martin Flade: Ex-Chef des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin.
Martin Flade: Ex-Chef des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. © Foto: Thomas Burckhardt
Oliver Schwers / 16.04.2018, 21:15 Uhr
Angermünde (MOZ) Martin Flade muss wieder als Chef des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin eingesetzt werden. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin entschieden. Flade war 2015 nach heftigen Querelen von seinem Posten abberufen worden.

Das Landesarbeitsgericht bestätigt damit die im Herbst getroffene Entscheidung des Eberswalder Arbeitsgerichts und weist die Berufung des Arbeitgebers – des Landesumweltamtes Brandenburg – ab. Eine Revision ist nicht zugelassen. Wird das Urteil rechtskräftig, muss die Behörde den vor einigen Jahren nach Eberswalde versetzten Reservatsleiter jetzt doch zurückkehren lassen. „Ich habe damit gerechnet und freue mich darauf, dass ich nun verschiedene Projekte wieder aufgreifen kann“, so Martin Flade. Eine vom Gericht angebotene Verhandlung vor einem Güterichter habe das Land strikt abgelehnt und die Quittung bekommen. „Ich hoffe, dass mein Arbeitgeber jetzt fair mit mir umgeht.“ Der Präsident des Landesumweltamtes solle den Rechtsstaat „endlich akzeptieren“ und das Urteil „ohne zu Tricksen“ umsetzen.

Der frühere Chef des Reservats war Ende 2015 nach erheblichen Querelen und Unstimmigkeiten abgelöst worden, bekam aber einen adäquaten Posten im Landesumweltamt, der ebenso seiner Qualifikation entsprach. Daraufhin erhielt die neu eingestellte Ulrike Garbe die Führung über das Großschutzgebiet. Sie gilt als kompromissbereit und hat aufgrund ihrer Ausbildung die Fähigkeit, bei Naturschutz-Konflikten zu schlichten. Doch Flade wollte unbedingt zurück und klagte erfolgreich. Das Landesumweltamt reagierte nun mit einer Strukturveränderung, setzte ihn in seine frühere Funktion ein, entzog ihm aber das Biosphärenreservat. Das machte der Ex-Chef nicht mit und ging wieder erfolgreich vor Gericht. Für ihn sei die Arbeit auf der konkreten Ebene besser als in der Abteilung Naturschutz des Landesumweltamtes. Dessen Präsident hatte es genau umgekehrt gesehen.

Zwei Leiter – ein Posten, was geschieht jetzt? Das Landesumweltamt reagiert einsilbig. Die Urteilsbegründung liege noch nicht vor. Eine Entscheidung werde erst nach deren Auswertung getroffen. Das kann sich noch vier Wochen hinziehen. Für Martin Flade steht der Weg fest: Er will in die Reservatsleitung nach Angermünde. Frühestens Anfang Juni, spätestens Mitte Juli. „Ich weiß, dass das nicht leicht wird.“ Mit den Angestellten, mit Naturwacht, Förstern und Landwirten sehe er keine Probleme. Dem Kuratorium werde er dagegen eine Mediation zu Konfliktthemen anbieten. Das Gremium sieht das Handeln des Ex- Chefs bis heute kritisch. Ein Brandbrief des mit Vertretern der Kommunen und Verbänden besetzten Kuratoriums war damals der Auslöser für den Austausch Flades gewesen.

Die derzeitige Leiterin Ulrike Garbe ist momentan dienstlich unterwegs und steht für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung. Bleibt die Frage, was mit ihr geschieht, wenn Martin Flade ihr den Stuhl entzieht. Möglicherweise könnte sie eine freie Führungsstelle im Umweltamt übernehmen und wäre dann Chefin über die Naturparke in Brandenburg. Doch das sind Gerüchte.

Im Konsistorium gibt man sich zurückhaltend. „Wir warten die Entscheidung des Arbeitgebers ab“, so Vorsitzender Jörn Klitzing. Momentan sei die Zusammenarbeit mit der Leitung des Reservats gut. Das müsse weitergehen.

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