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Spitzenreiter der Landesklasse Nord demontiert Schlusslicht

Fußball
Grün-Weisse demonstrieren ihre Stärke

Das Spielgerät fest im Blick: Ahrensfeldes Blenard Colaki (in Grün) im Zweikampf mit dem Göritzer Toni Lucht und beobachtet von zahlreichen Kollegen
Das Spielgerät fest im Blick: Ahrensfeldes Blenard Colaki (in Grün) im Zweikampf mit dem Göritzer Toni Lucht und beobachtet von zahlreichen Kollegen © Foto: Ingo Muhme
Ingo Muhme / 17.04.2018, 05:00 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Der ungeschlagene Tabellenführer der Fußball-Landesklasse Nord, Grün-Weiss Ahrensfelde, eilt durch die Negativergebnisse der Konkurrenz weiter davon. Denn mit einem beeindruckenden 8:0 machte man auch mit SV Eintracht Göritz kurzen Prozess.

Eintracht, mit bis dato vier Punkten und der Roten Laterne im Gepäck angereist, wird sich wohl mit dem Abstieg abfinden müssen. „Wir hatten uns in der Kabine auf Beton anrühren geeinigt, was leider nicht wirklich funktioniert hat. Die Saison ist sicherlich für uns gelaufen. Wir sehen den Aufstieg in die Landesklasse in der vergangenen Saison schon als Auszeichnung unserer Leistung, davon zehren wir“, berichtete Göritz Trainer Stephan Neitzel nach Spielende und konnte dabei seine Niedergeschlagenheit kaum verbergen.

Für den Favoriten hingegen lief es wie am Schnürchen. Mit dem zweiten Angriff, den Stephan Baum nach Flanke völlig frei zum 1:0 nutzte, musste sich der Aufsteiger schon damit abfinden, dass es eine bittere Niederlage geben könnte (2.). Angriff über Angriff rollte Richtung Eintracht-Kasten. Überforderte Gäste hatten kaum Zugriff und Ahrensfelde einen Mannschaftskapitän in seinen Reihen, der sich den Verletzungsfrust der letzten Monate aus dem Mantel schoss. Stephan Baum machte aus dem Gewühl heraus das 2:0 (8.). „Das hat richtig Spaß gemacht, mal wieder von Anfang an dabei zu sein. Obwohl meine Leiste immer noch zwickt“, freute sich Baum nach Spielende.

Grün-Weiss lies es in der Folge ruhiger angehen. Vladimir Pestov, der schon einige Versuche absolvierte hatte, erzielte das 3:0 (29.). Sein Freistoß-Geschoss aus 19 Meter Entfernung schlug unhaltbar im Kasten von Gäste-Keeper Christian Vilter ein. Vilter, der von seinen Göritzer Kollegen „Doktor“ genannt wird, trat in der Folge immer mehr in Erscheinung. Und obwohl er im normalen Leben kein Arzt ist, wurde er so ein wenig mit seinen tollen Paraden für seine Mitstreiter zum moralischen Handaufleger und Körpersprachen-Aufbauhelfer.

Den Halbzeitstand von 4:0 stellte Steven Knörnschild her, als er per Kopf einen Eckball von der linken Seite völlig frei einnickte (32.). Baum, der sichtbar kräftemäßig verschlissen war, wurde durch Dominic Gesierich zum Wiederanpfiff ausgetauscht. An der Gemengelage änderte sich nichts. Grün-Weiss weiter mit reichlich Getöse Richtung Gästekasten anrennend, in dem Göritzer „Doktor“ nun noch mehr in den Mittelpunkt rückte. Die vielbeinige Abwehr und seine guten Paraden konnten die Zweistelligkeit im Endresultat zwar verhindern, aber das folgende Debakel nicht.

Pestov erzielte das 5:0, nachdem in dieser Situation schon einige Versuche seiner Mitspieler scheiterten (49.). Marc-Nelson Grzyb machte das halbe Dutzend voll, als er nach Flanke von der rechten Seite und abgewehrtem Ball frei zum Schuss kam (67.). Zu diesem Zeitpunkt hätte es schon viel mehr Tore für den Favoriten geben müssen. Neben der leidenschaftlichen Abwehrarbeit der Gäste als Gegenwehr betrieb Ahrensfelde oft zu viel Eigennutz und Umständlichkeit und verbaute sich damit selber einen höheren Ertrag. In der 77. Minute hatte Göritz durch Clemens Röhr den Ehrentreffer auf den Füßen. Ihm fehlte aber letztendlich die Kaltschnäuzigkeit. Im Gegenzug markierte Pestov seinen dritten Tagestreffer. Er nahm genau Maß und hämmerte die Kugel aus 18 Metern unhaltbar in die Maschen (78.). Den Torreigen beendete Dominic Gesierich. Schmerzverzehrt schaute Gesierich dem Ball hinterher, denn beim Abschluss im Strafraum wurde er gefoult. Doch die Kugel trudelte schlussendlich vorteilbehaftet über die Linie zum Endstand von 8:0 (87.).

„Es war das erwartete Spiel mit dem erhofften Ergebnis. Positiv war heute, dass wir endlich auch mal Einstudiertes auf den Platz bringen konnten. Sicherlich hätten wir noch mehr Tore machen können, aber acht Treffer muss man erst einmal erzielen. Ich denke – und das war auch unser Ziel – dass wir uns für die nächsten schweren Aufgaben Selbstvertrauen geholt haben“, brachte es Ahrensfeldes Trainer Bernd Schönfelder auf den Punkt.

Während sich Eintracht Göritz nun weiter auf Abschiedstour Richtung Uckermarkliga befindet, muss Grün-Weiss die kommenden Wochen positiv gestalten, um schlussendlich im zweiten Anlauf in die Landesliga aufzusteigen.

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