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Mitglieder im Stadtentwicklungsausschuss kritisieren Pläne zu Bauprojekt in Friedensthal

Bauen
Kontroverse um neues Wohngebiet

Hier sieht es wohl bald anders aus: Ein Anwohner blickt auf das (noch) grüne Areal südlich der Dossestraße. Den Plänen zufolge werden hier bald Dreigeschosser stehen
Hier sieht es wohl bald anders aus: Ein Anwohner blickt auf das (noch) grüne Areal südlich der Dossestraße. Den Plänen zufolge werden hier bald Dreigeschosser stehen © Foto: Wolfgang Rakitin
sf / 17.04.2018, 06:30 Uhr
Bernau Im Zuge des anhaltenden Siedlungsdrucks schreiten nun auch die Pläne für den Bau des sogenannten Wohngebietes südlich der Dossestraße voran. Das Projekt, das bei weitem nicht nur Befürworter hat, war Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr und sorgte dort für eine Kontroverse.

Die Pflanzliste im Bebauungsplanentwuf liest sich zunächst einmal gut. Auf dem etwa 1,7 Hektar großen Areal, wo unter anderem dreigeschossige Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen, pflanzen Fachleute wohl Bäume wie den Altländer Pfannkuchenapfel, die Goldparmäne und die Landsberger Renette, allesamt Kulturapfelsorten. Hinzu kommen wohlklingende Birnen- und Kirscharten. Ein Spielplatz ist vorgesehen. Zudem befindet sich auf dem Gelände ein renaturiertes Kleingewässer, auch Soll genannt, welches als geschütztes Biotop erhalten bleiben soll. Das Plangebiet ist im gültigen Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche und östlichen Teil als öffentliche Grünfläche dargestellt.

Was schön klingt, wird von Skeptikern kritisch kommentiert. Ingrid Pommeranz, sachkundige Einwohnerin im Stadtentwicklungsausschuss und Anwohnerin, weist darauf hin, dass die Fläche momentan gewissermaßen als Pufferzone zum angrenzenden Naturschutzgebiet Faule Wiesen dient.  Würde sie bebaut und damit größtenteils versiegelt, geht der Stadt Bernau eine weitere Grünfläche verloren. „Für mich ist das ein Schock“, führt Pomeranz aus und bezieht sich auf die geplante Geschosshöhe. In der Gegend, die von Ein- und Zweigeschossern geprägt ist, sollen nun plötzlich höhere Häuser entstehen, die nicht zum Umfeld passen. Die Firma Helma will voraussichtlich 53 Wohnungen bauen.

Ein kritischer Punkt ist aus Sicht der Einwohnerin auch die Frage „Wohin mit dem Regenwasser?“. Auf die natürliche Entwässerung müsse man verzichten, wenn das Areal überbaut wird. Dabei hätten die Menschen hier schon so große Schwierigkeiten. Manche würden den Hauseingang nur noch per Steg erreichen. In den Planungsunterlagen heißt es wörtlich, dass es nötig sei, „einen Tiefbauplaner für die Entwässerung im Plangebiet hinzuzuziehen, da ein Anschluss an bestehende Kanäle aufgrund der Höhenunterschiede nicht in Betracht gezogen werden kann.“ Die Planer wollen hier mit einem zentralen Entwässerungssystem arbeiten, das Regenwasser sammelt und in den Maingraben ableitet. Das Areal befindet sich in der Trinkwasserschutzzone.

„Ich bin der Meinung, dass die Fläche als naturnaher Raum freigehalten werden sollte“, ergänzt Heidi Scheidt (Die Linke), Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss. Sie weist darauf hin, das das Areal zum Wasserschutzgebiet Zepernick gehört, womit Auflagen einhergehen. Scheidt hofft, dass der Umweltausschuss, durch den das Vorhaben am 18. April geht, eine negative Empfehlung aussprechen wird. Schließlich sei für die versiegelte Fläche kein Ausgleich vorgesehen. „Das ist in der Stadt Bernau wohl eine der ungünstigsten Flächen für den Wohnungsbau“, schließt die Ortsvorsteherin von Birkenhöhe. Der Beschlussvorschlag für das neue Wohngebiet geht am 26. April in die Stadtverordnetenversammlung. (sf)

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