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Niederlausitzer Studieninstitut schult Personal für Verwaltungen / Ex-Soldaten als Zielgruppe umworben

Ex-Soldaten als Zielgruppe
Nachwuchs-Schmiede der Verwaltung

Unterricht: Die hauptamtliche Dozentin Michaela Oelgeklaus schult die angehenden Verwaltungs-Fachwirtinnen Anne Wenzel, Cindy Grellert, Christiane Goin und Christin Kelm (v. l.).
Unterricht: Die hauptamtliche Dozentin Michaela Oelgeklaus schult die angehenden Verwaltungs-Fachwirtinnen Anne Wenzel, Cindy Grellert, Christiane Goin und Christin Kelm (v. l.). © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 17.04.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.04.2018, 07:40
Beeskow (MOZ) Das Niederlausitzer Studieninstitut bildet seit mehr als 25 Jahren im Auftrag von Städten, Gemeinden, Ämtern und Kreisen Personal aus. Neuerdings spricht der kommunale Zweckverband gezielt auch ehemalige Soldatinnen und Soldaten an.

Michaela Oelgeklaus redet eindringlich. Mit lebhaften Armbewegungen und deutlicher Stimme schwört die hauptamtliche Dozentin im Niederlausitzer Studieninstitut (NLSI) ihre Zuhörer, es sind an diesem Tag ausschließlich Frauen, auf die Inhalte der anstehenden „fachpraktischen Prüfung“ zum Verwaltungs-Fachwirt ein.

Anne Wenzel, Cindy Grellert, Christiane Goin, Christin Kelm und ihre Kolleginnen lauschen aufmerksam. Hier und da machen sich die Frauen Notizen. Am Tag der Prüfung müssen sie sich unter den Augen einer Prüfungskommission in originalgetreu nachgestellten Situationen aus dem Verwaltungsalltag, insbesondere Gespräche mit Bürgern, bewähren. „Dabei werden die Absolventen auch an die Grenzbereiche herangeführt, etwa an den Umgang mit Bürgern, die mangelhaft kooperieren“ erläutert Lars Gölz, Studienleiter beim NLSI. Das Thema „Reichsbürger“ werde im Rahmen der Ausbildung nicht ausgeklammert.

Vor den angehenden Verwaltungsfachwirtinnen stehen fette Wälzer mit unzähligen bunten Klebies garniert. Der Rücken der rot eingeschlagenen Wälzer verrät, dass es sich mitnichten um kleine Kunstwerke handelt, sondern um nüchterne Nachschlagewerke: „VSV“ steht für „Vorschriftensammlung für die Verwaltung in Brandenburg“.

Ähnlich wie in vielen anderen Branchen, ist die öffentliche Verwaltung im Wettbewerb um geeignete Köpfe. Angesichts des relativ hohen Altersdurchschnitts im Personalbestand und damit einhergehend eines bereits einsetzenden generationsbedingten Aderlasses, sind die Kommunen dringend auf der Suche nach frischem Personal. Dabei geraten zunehmend auch Quereinsteiger in den Blick.

Seit diesem Frühjahr spricht das NLSI gezielt ehemalige Soldaten der Bundeswehr an. Damit sind die Kommunalausbilder in guter Gesellschaft: Auch die Discounterkette Aldi und Amazon Deutschland halten nach Bundeswehr-Angehörigen a.D. Ausschau. „Ehemalige Soldaten haben den Vorteil, dass sie bereits im öffentlichen Dienst gearbeitet haben und mit staatlichen Strukturen sowie der Erfüllung öffentlicher Aufgaben bestens vertraut sind“, benennt Gölz Vorteile dieser Personengruppe. Mitte März fand im Tagungszentrum der Julius-Leber-Kaserne in Berlin die Job- und Fachmesse „Karriere im öffentlichen Dienst und im Binnenmarkt der Bundeswehr“ statt. Dort hat sich das NLSI erstmals dieser Zielgruppe präsentiert.

Das Institut wurde im Jahr 1991 von der Stadt Cottbus und elf damals noch kleineren Kreisen in der Niederlausitz gegründet. Aktuell ist das NLSI für rund 70 Gemeinden, Ämter, Stadt- und Kreisverwaltungen in Dahme-Spreewald, Oder-Spree, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster  und Spree-Neiße sowie für die Verwaltungen der kreisfreien Städte Frankfurt (Oder) und Cottbus zuständig.

Sitz des NLSI ist Beeskow. Dort hatte sich das Institut im Jahr 1993 zunächst auf dem damaligen TÜV-Gelände im Stadtteil Bahrensdorf niedergelassen. Seit 2002 arbeitet das Institut auf der Spreeinsel in einem Verwaltungs- und Schulungsgebäude.

Zu den „Brot- und Butter-Aufgaben“ des Zweckverbands zählt die Erstausbildung im Berufsbild Verwaltungsfachangestellter. Darüber hinaus werden Weiterbildungen zum Verwaltungsfachwirt angeboten. Quereinsteiger, die aus verwaltungsnahen Berufen kommen, können beim NLSI den Angestellten-Lehrgang I besuchen. Das dabei erworbene Zeugnis stellt die Absolventen tariflich mit Verwaltungs-Fachangestellten gleich. Darüber hinaus gibt es ein breites Seminarangebot, beispielsweise zu aktuellen gesetzlichen Änderungen.

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