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Jäger Le Noble Klaus Gundlach aus Zäckericker Loose über die geplante Gefechtsdarstellung an der Oder

Militärhistorie
Mit Kanonendonner über die Oder

In Güstebieser Loose: Klaus Gundlach (l.) aus Zäckericker Loose und seine Mitstreiter organisieren das 260. Jubiläum der Oderüberquerung am 28. April. Dann findet auch eine Gefechtsdarstellung hinter dem Haus Birkenhain statt, zu der Besucher herzlich willkommen sind.
In Güstebieser Loose: Klaus Gundlach (l.) aus Zäckericker Loose und seine Mitstreiter organisieren das 260. Jubiläum der Oderüberquerung am 28. April. Dann findet auch eine Gefechtsdarstellung hinter dem Haus Birkenhain statt, zu der Besucher herzlich willkommen sind. © Foto: Repro: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 17.04.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.04.2018, 07:36
Güstebieser Loose (MOZ) Am letzten April-Wochenende wird es wieder laut an der Oder: Dann stellen militärhistorische Vereine den 260. Jahrestag der Oderüberquerung der Preußischen Armee nach.

Das historische Datum nehmen die Jäger Le Noble um Klaus Gundlach zum Anlass, um Militärhistoriker aus ganz Deutschland in Güstebieser Loose zu empfangen. Mit rund 60 Infanteristen und Kanonieren rechnet Klaus Gundlach. Er selbst gehört seit 20 Jahren dazu – zunächst als Frei-Dragoner, dann als Jäger. Hose, Rock, Weste, Säbel, Patronentasche und Jägerbüchse warten schon auf ihren Einsatz am 28. April.

Bereits am Freitag werden die ersten aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Niedersachsen anreisen. „Ganz authentisch werden sie im Leinenzelt nächtigen“, blickt Klaus Gundlach voraus. Er hält, was die Organisation angeht, alle Fäden in der Hand. Und hat im Vorfeld alle Hände voll zu tun. Was das Wetter angeht, ist er optimistisch. „Aber wir hatten auch schon Minusgrade“, erinnert er sich. Nach der Anreise und der ersten Nacht an der Oder machen sich die Männer und Frauen dann am Sonnabend in der Früh auf zur Fähre. Nach dem Exerzieren stehen der Morgenappell auf dem Plan, bevor es dann gegen Mittag zurück auf die deutsche Oderseite geht. Immer zu Fuß natürlich. Wie damals. „In nur einer Nacht kamen die 14.000.Mann damals die 40.Kilometer von Gorgast hinauf nach Güstebieser Loose“, erinnert Klaus Gundlach an das historische Ereignis vor der Schlacht von Zorndorf. Mithilfe einer Brücke aus Booten überquerte die Preußische Armee damals die Oder. Am Originalschauplatz wollen auch die militärhistorischen Vereine am übernächsten Wochenende übersetzen. Und es dann richtig laut knallen lassen: Am Nachmittag ist die Gefechtsdarstellung geplant. Zum Einsatz kommen dann die authentischen Waffen-Nachbauten. „Zum Krachmachen reicht es“, lacht Klaus Gundlach. „Mit den Kanonen wird es dann richtig laut.“ Die Festungsartillerie aus Küstrin hat eine dabei, die Letschiner, aber auch die Sachsen bringen eine mit.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und der Gefechtsdarstellung beginnt dann der gemütliche Teil, freut sich Klaus Gundlach auf das Zusammensein mit den anderen Vereinsmitgliedern. „Wir sehen uns ja nur ein paar Mal übers Jahr“, sagt der Organisator des Treffens in Güstebieser Loose hinter dem Haus Birkenhain. In Sachsen, Polen und Tschechien begegnen sich die Militärhistoriker regelmäßig. Aber im Gegensatz zu den Napoleonikern nicht rund ums Jahr.

Die historisch verbriefte Oderüberquerung vor der Schlacht von Zorndorf fand am 23. August 1758 in Güstebieser Loose statt. Dieses Ereignis stellen die Jäger Le Noble gemeinsam mit der Festungsartillerie, weiteren Vereinen und mithilfe der Gemeinde nun nach. „Die ermüdeten Truppen lagerten im Raum Manschnow-Gorgast“, heißt es zur Geschichte der Gefechtsdarstellung am übernächsten Wochenende. Zur Täuschung der Russen sei Friedrichs Avantgarde mit Ziethen-Husaren und Pioniertruppen in Richtung Güstebiese in Marsch gesetzt worden. „Wohin bereits einen Tag vorher Brückenteile und Pioniermaterial gebracht wurden. Kähne jeglicher Größe und Pontons, zum Teil aus Berlin, aber meist auch aus dem Raum Wriezen–Freienwalde, wurden über die Alte Oder herangeführt.“ An dem über Nacht angefangenen Brückenbau seien auch Einwohner des Dorfes beteiligt gewesen, heißt es. „Bei Dunkelheit und unbemerkt von den Russen, setzte sich die Hauptarmee zum Marsch durch das Oderbruch in Bewegung. Der Weg wurde über Nacht bewältigt. Schon mittags war die Brücke fertiggestellt und die Hauptarmee überquerte die Oder.“ Die Schlacht von Zorndorf soll dann am 8. September auf dem Originalschlachtfeld nachgestellt werden.

Weitere Informationen über Traditionsvereine des 18. Jahrhunderts gibt es im Internet unter www.der-dreispitz.de.

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