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Zum „Tag des Bieres“ gibt es in Fürstenwalde einen Bockbier-Anstich.

Seit 1451 Brau-Tradition
Rathausbrauerei lädt zum Bockbieranstich

Der Brauer Oliver Wittkopf zeigt eine historische Abfüllanlage für Bier in Flaschen im Brauereimuseum im Rathauskeller der Stadt an der Spree. Passend zum «Tag des Bieres» wird es in Fürstenwalde einen Bockbier-Anstich geben.
Der Brauer Oliver Wittkopf zeigt eine historische Abfüllanlage für Bier in Flaschen im Brauereimuseum im Rathauskeller der Stadt an der Spree. Passend zum «Tag des Bieres» wird es in Fürstenwalde einen Bockbier-Anstich geben. © Foto: dpa/Patrick Pleul
dpa / 17.04.2018, 07:21 Uhr
Fürstenwalde (dpa) Bier und Fürstenwalde - das gehört seit 1451 zusammen. 1516, als das deutsche Reinheitsgebot proklamiert wurde, war das Fürstenwalder Bier schon so beliebt, dass es über die Stadtgrenzen hinaus ausgeschenkt wurde - trotz eines hoheitlichen Verbots.

Krüger Friedrich Kersten aus dem benachbarten Steinhöfel bezahlte sein Bekenntnis zu Fürstenwalde mit dem Tod, er wurde gehängt. Kurfürst Joachim der Erste (1484-1535) und der Fürstenwalder-Lebuser Bischof Dietrich von Bülow (1460-1523, ein Vorfahr von Schauspieler Loriot) mussten sich in den Bierkrieg einschalten und sorgten so für noch mehr Beliebtheit des Gerstensaftes aus der Spreestadt.

Dieser Ruf lockte den Japaner Nakagawa Seibei von 1873 bis 1876 nach Fürstenwalde, um hier das Brauen zu lernen - und anschließend in Sapporo (Japan) die Getränke nach Fürstenwalder Tradition und deutschem Reinheitsgebot herzustellen. All diese Geschichten erzählt der heutige Fürstenwalder Bierbrauer Oliver Wittkopf (44) von der RHB Rathausbrauerei GmbH, wenn man ihn an seinem Arbeitsplatz besucht.

Im Keller des Alten Rathauses befindet sich seit einigen Jahren nicht nur das Brauereimuseum der Stadt Fürstenwalde, sondern auch die kleine Brauerei, in der in kupfernen Kesseln und blinkenden silbernen Tanks monatlich durchschnittlich 2000 Liter unfiltrierte Getränke mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,8 und 6,9 Prozent aus Hopfen, Malz und Wasser entstehen.

Der gerade in einem 1000-Liter-Tank reifende Maibock wird mit einem Alkoholgehalt von 6,9 Prozent am 22. April beim Fürstenwalder Bier-Straßenfest angestochen. Mit von der Partie ist auch die aktuelle Brandenburger Bierkönigin, Anne Mulinski, eine Fürstenwalderin.

In ihrem Kalender sind schon der 31. August und 1. September 2018 fest angestrichen, wenn in Fürstenwalde das diesjährige Brandenburger Brauereifest gefeiert wird. Dabei treffen sich die aktuell 20 zur „Brandenburger Brauereistraße“ zusammengeschlossenen Klein- und Gasthausbrauereien des Bundeslandes, um ihre Gerstensäfte zu präsentieren und für ihre jeweiligen Standorte von Wittenberge bis Finsterwalde, von Brandenburg bis Wriezen zu werben.

„Wir wollen unsere Besucher von der Qualität der Brandenburger Biere überzeugen“, sagt Christian Fox vom Verein zur Förderung Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien und regionaler Strukturen. Der Verein rief 2016 die „Brandenburger Bierstraße“ ins Leben, pünktlich zum 500. Jubiläum des deutschen Reinheitsgebotes.

Fürstenwaldes Brauer Oliver Wittkopf sieht in dem Zusammenschluss nur Vorteile: „Wir sind keine Konkurrenz, dafür sind wir alle einfach zu klein. Wir arbeiten alle miteinander und freuen uns selbst auf die Treffen und die Erfahrungsaustausche, die Gespräche mit den Besuchern. Jeder von uns hat sein eigenes Bier-Rezept. Zwar nehmen wir alle Gerste, Hopfen, Wasser - aber die Temperaturen, die Rastzeiten bei der Herstellung und die Lagerungsbedingungen sind  verschieden.“

Einen gemeinsamen Bier-Botschafter haben die Freunde des Gerstensaftes längst ernannt: Boxer Axel Schulz absolvierte zu Jahresbeginn in Templin ein Brauseminar und erhielt anschließend sein „Brau- und Bierkenner-Diplom“. Das Thema Bier und dessen Herstellung spielt in Brandenburgs Tourismus eine wachsende Rolle, wie Ellen Rußig, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree (TOSS) bestätigt. „Die Urlauber wollen Geschichten hinter dem Produkt kennenlernen, das Besondere erleben.“

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