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Vereinsvorsitzende Gertrud Raupach erhält Medaille zur Anerkennung ihrer Verdienste um das Gemeinwohl

Auszeichnung
Landtag ehrt gute Seele des Filmtheaters

Ein Herz und eine Seele: Intendant Matthias und Mutter Gertrud Raupach, die am Freitag in Potsdam ausgezeichnet wird.
Ein Herz und eine Seele: Intendant Matthias und Mutter Gertrud Raupach, die am Freitag in Potsdam ausgezeichnet wird. © Foto: Matthias Raupach
Steffen Göttmann / 17.04.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 18.04.2018, 10:02
Bad Freienwalde (MOZ) Landtagspräsidentin Britta Stark verleiht am Freitag Gertrud Raupach (70) aus Wriezen die Ehrenmedaille  des Landtages zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen. Die Vorsitzende des Vereins Musiktheater Brandenburg gilt als „gute Seele des Filmtheaters Bad Freienwalde“.

„Ich habe zuerst einen großen Schrecken bekommen, als ich die Einladung in meinen Händen hielt, denn ich bin immer auf dem Boden geblieben“, sagt Gertrud Raupach. Als „Mädchen für alles“ bezeichnet sie ihre Rolle in dem im Herbst 2011 gegründeten Verein Musiktheater Brandenburg. Sie unterstützt ihren Sohn Matthias Raupach, der als Geschäftsführer und Intendant den Spielplan bestimmt und häufig auf der Bühne steht. Die 70-jährige Wriezenerin hält die Fäden der Organisation in ihren Händen.

„Ich bin in meine Aufgaben hineingewachsen“, sagt Gertrud Raupach, der ihr Ehrenamt sehr viel Spaß bereitet. „Meine Rolle war und ist, Leute zu finden, die uns unterstützen.“ Ihre zweite Karriere begann 2003 mit dem Stück „Das musikalische Himmelbett“, Premiere für die Sommerkomödie im Oderbruch. Bei dem Zwei-Personen-Musical, das Szenen einer Ehe in Dur und Moll erzählt, führte Sohn Matthias Regie und spielte gleichzeitig eine Hauptrolle. Gertrud Raupach kümmerte sich um die Requisite und fragte bei der Firma Walter Schmidt & Sohn in Bad Freienwalde nach, ob sie noch ein altes Bett hätten. Deren Inhaber Lutz Schirrmann betreibt neben dem Bestattungshaus eine Tischlerei und restauriert Möbel. Ein altes Bett hatte er nicht. Aber er versprach: „Bezahlt mir das Material, ich baue euch eines.“

„Wir waren vollkommen überrascht“, erinnert sich Gertrud Raupach. Das Bett habe nicht nur die turbulente Aufführung überstanden, es befinde sich noch im Fundus. Für die Sommerkomödie  ist diese Verbindung wertvoll. Denn Lutz Schirrmann baut seitdem jedes Jahr die Kulissen.

Öffentlichkeitsarbeit gehörte für Gertrud Raupach damals noch zum täglichen Brot. Denn genau dies war ihre Tätigkeit in der Fachklinik und Moorbad. Deshalb fiel es ihr nie schwer, Menschen anzusprechen. „Mama war immer sehr rührig auf der Suche nach Sponsoren“, betont Matthias Raupach, der von 2003 bis 2011 die Sommerkomödie als privates Unternehmen führte. Deshalb bekam er keine Fördermittel. „Wir brauchten den Verein, um zu zeigen, dass wir förderwürdig sind“, so Gertrud Raupach.

Die ersten sieben Jahre, als die Sommerkomödie in der Konzerthalle aufgeführt wurde, will Gertrud Raupach nicht missen. Deren Leiterin Ingrid Linke habe sie sehr unterstützt. „Sie gibtz regionalen Künstlern ein Forum“, bestätigt Matthias Raupach. Dann war die Konzerthalle Raupachs zu klein geworden. Nach einem drei Jahre währenden Intermezzo im Kurtheater fand der Verein 2013 im ehemaligen Kino „Kurlichtspiele“ eine neue Spielstätte.

Mit im Vorstand wirken Mechthild Plöntzke als stellvertretende Vereinsvorsitzende und Iris RadigSchatzmeisterin. Weitere ehrenamtliche Helferinnen geben Getränke aus und verkaufen Tickets. „Es müssen Leute da sein, die freundlich die Gäste betreuen, das ist das A und  O“, sagt Gertrud Raupach. „Ohne Excell-Tabelle geht es nicht“, fügt sie hinzu. Pro Aufführung müssten permanent sechs Leute da sein. Sie betont, dass die Medaille alle Helfer, Sponsoren und 25 Vereinsmitglieder verdient hätten.

„Wir freuen uns alle, dass sie diese Ehrung bekommt – der ganze Verein steht dahinter“, versichert Iris Radig.

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