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Ausstellung
Gerettet, verschollen und weiter gegeben

Sorgen: Dieses Bild stammt auch von dem syrischen Maler Mahmoud Shekhani. Es ist ebenfalls in der Rathaus-Galerie Hoppegarten zu sehen.
Sorgen: Dieses Bild stammt auch von dem syrischen Maler Mahmoud Shekhani. Es ist ebenfalls in der Rathaus-Galerie Hoppegarten zu sehen. © Foto: Picasa
Stolze, Raymund / 17.04.2018, 08:15 Uhr
Hoppegarten bei Berlin Nach zwei Monaten findet an diesem Donnerstag die Finissage der Ausstellung „Verschollen und gerettet“ statt. Ab 16.30 Uhr ist noch einmal Gelegenheit, in der Rathaus-Galerie Hoppegarten mit Mahmoud Shekhani ins Gespräch zu kommen. Der Künstler kam im September 2015 nach abenteuerlicher Flucht aus Syrien nach Deutschland. In der Gemeinschaftsunterkunft in Hoppegarten fand er seine erste Bleibe.

Dass er künstlerisch wieder arbeiten kann, verdankt der Hochschullehrer aus der Protesthochburg Homs einem Zufall. Das Landes-Kulturministerium hatte 2017 ein Förderprogramm „Kulturprojekte zur Integration und Partizipation von Geflüchteten“ auf den Weg gebracht. Die Gruppe mach art im Hönower Bürger-Verein hatte sich mit der Ausstellungsidee „Verschollen und gerettet“ erfolgreich beworben.

Präsentiert wurden in der Schau eine Auswahl verschollener Bilder als hochwertige Drucke, die Mahmoud Shekhani neu gemalt und damit gerettet hat. Die Originale, die sich im Atelier in Homs befanden, waren von der IS Terrormiliz gestohlen oder zerstört worden. Die öffentliche Resonanz war eine Bestätigung für die ehrgeizigen Ausstellungsmacher, die ihr Projekt als aktive Flüchtlingsarbeit sehen. So erschien auch auf der Online-Plattform „Amal, Berlin!“ – ein Projekt von Geflüchteten für Geflüchtete – ein Text-Bildbeitrag von der Vernissage.

Auch die Hoffnung, Mahmoud Shekhanis Bilder keineswegs nur in Hoppegarten zu zeigen, erfüllt sich. Eine Auswahl wird in der Stadtbibliothek Altlandsberg zu sehen sein. „Ich möchte das Thema Flucht und Flüchtlinge von einer anderen Seite als der politischen und ja oft auch emotionsgeladenen zeigen. Dass nämlich außer getöteten und verletzten Menschen auch Kunst unwiderbringlich zerstört wird“, sagt Gabriele Gottschling. „Ich finde es ganz wichtig, dass einem Künstler Unterstützung zuteil wird, damit er seine Kunst ausüben kann, und die Gesellschaft davon Kenntnis erhält. Vielleicht ist das ja ein kleiner Beitrag dazu, zu verstehen, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen“, so  die Vorsitzende des Fördervereins Bibliothek Altlandsberg.

Die Ausstellung wird am 25. April, 18 Uhr, in der Krummenseestraße 1 eröffnet.

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