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Rausch ausgeschlafen
Vorher randalierte Betrunkene in Notaufnahme

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Symbolbild © Foto: dpa
Thomas Gutke / 17.04.2018, 11:09 Uhr - Aktualisiert 17.04.2018, 11:50
Markendorf (MOZ) Am frühen Sonntagmorgen, um 2.11 Uhr, musste die Polizei in die Zentrale Notaufnahme des Frankfurter Klinikums gerufen werden. Grund war eine 23-Jährige, die randalierte. Nach Angaben von Kati Brand, Pressesprecherin des Krankenhauses, war die Frau gegen 1.30 Uhr in stark alkoholisiertem Zustand vom Rettungsdienst eingeliefert worden. Im Wartebereich der Notaufnahme wurde sie dann ausfällig und übergriffig. Auch die herbeigerufenen Polizeibeamten konnten die Patientin nicht beruhigen, weshalb sie für den Rest der Nacht im Gewahrsam des Polizeireviers ihren Rausch ausschlafen musste. Zu einem Atemalkoholtest war sie nicht bereit.

„Die Kollegen in der Notaufnahme haben es fast täglich und zu jeder Tageszeit auch mit Betrunkenen zu tun“, berichtet Kati Brand nach Rücksprache mit dem zuständigen leitenden kommissarischen Chefarzt Dr. Bernhard Flasch. „Dass Patienten handgreiflich werden und wir die Polizei rufen müssen, ist aber die absolute Ausnahme“, sagt sie. In einzelnen Fällen hätten Betrunkene aber auch schon mit Gegenständen nach Pflegern und Ärzten geworfen oder das Personal anderweitig attackiert. „Doch das passiert trotzdem eher selten. Unsere Mitarbeiter schaffen es in den meisten Fällen deeskalierend auf die Personen einzuwirken und sie beruhigen“.

Erst am Sonnabend hatte die Landesärztekammer Brandenburg bei ihrer Kammerversammlung in einer Resolution Politik und Gesellschaft aufgefordert, „mehr Anstrengungen zu unternehmen, um Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Personal und Rettungskräfte vor Gewalt zu schützen.“ Hintergrund für die Entschließung seien „sich häufende verbale und auch physische Übergriffe“, heißt es in der Pressemitteilung. Als Konsequenz sieht die Landesärztekammer den Gesetzgeber in der Verantwortung, Mitarbeiter im Gesundheitswesen in den Schutzbereich des Paragrafen 115 des Strafgesetzbuches mit aufzunehmen. Darin geht es um Widerstand gegen oder tätliche Angriffe auf Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen.

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