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Jugendschutz
Bei Kontakten sehr wählerisch sein!

Mohammad ließ sich während des Biberburgenfestes 2018 durch Schulsozialarbeiter Christian Brätsch über die datentechnischen Tücken des Internets und andere Fallen aufklären.
Mohammad ließ sich während des Biberburgenfestes 2018 durch Schulsozialarbeiter Christian Brätsch über die datentechnischen Tücken des Internets und andere Fallen aufklären. © Foto: Ohlwein
Jürgen Ohlwein / 17.04.2018, 14:16 Uhr
Rathenow (BRAWO) Vor acht Jahren nahm die Erfolgsgeschichte des Biberburgen-Projekts ihren Anfang. Initiiert vom Bündnis für Familie Westhavelland, holte man unter Schirmherrschaft des Rathenower Bürgermeisters immer mehr Kooperationspartner ins Boot. Aktuell gibt es in der Region bereits 174 Biberburgen genannte Schutzeinrichtungen für Kinder in Not.

Aufkleber mit drei Bibern - als Clown, Polizist und Rettungssanitäter kostümiert - weisen gut sichtbar an Schaufenstern und Eingangsbereichen darauf hin, dass Kinder dort Hilfe, Rat und Obdach erhalten. Ehrenamtliche Biberburgwächter informieren in den 1. Klassen der Grundschulen und in Kitas über das Projekt und die Anlaufstellen im Fall der Fälle. Alle Jahre wieder ist Biberburgenfest. Das erste fand 2011 statt. Am Freitag wurde wieder in der Alten Mühle am Schwedendamm gefeiert. Burgwächter fanden sich ein. Natürlich auch viele Kinder. Wer wollte, konnte einen Wissensparcours durchlaufen. Am Ende waren die Teilnehmer auf jeden Fall gut informiert.

Erstmals war ein Stand aufgebaut, an dem zum richtigen Umgang mit sozialen Medien und dem Internet beraten wurde. Die Schulsozialarbeiter Lutz Wagner und Christian Brätsch gingen unter anderem auf jugendgefährdende Internetseiten und -inhalte, Abo-Fallen und Datenschutz ein. Was man in sozialen Netzwerken über sich preisgeben sollte, war nur ein Punkt. Auch über die Gefahren durch neue Bekanntschaften, die in Chats entstehen können, wurde informiert.

Christian Brätsch riet dazu, bei neuen Kontakten sehr wählerisch zu sein. In Richtung der Eltern mahnte er: "Raten Sie Ihrem Kind, niemals Fremde in die Freundesliste aufzunehmen und sich mit niemandem zu verabreden. Man weiß nie, mit wem man es zu tun hat. Profilbilder können gefälscht sein und persönliche Angaben nicht stimmen!"

Natürlich ist das Internet auch bei den meisten Kindern heute nicht mehr wegzudenken. Wohl ab der 4. Klasse, wenn der Hort wegfällt, beginnt oft der Einstieg in die digitale Welt mit dem ersten Handy. Häufig sind es die Eltern, die sich besser fühlen, wenn ihr Kind mobil erreichbar ist bzw. Kinder ihre Eltern jederzeit anrufen können. Allerdings entdecken die Jüngsten sehr schnell sich bietende Möglichkeiten.

"Suchen Sie deshalb kindgerechte Netzwerke für den Einstieg in die digitale Welt ihres Kindes aus und klären sie ihr Kind über Sicherheitsregeln auf", so Brätsch weiter. Zum Überprüfen der Sicherheitseinstellungen gebe es viele gute Filter-Apps. Er empfahl Webseiten wie www.surfen-ohne-risiko.net und www.schau-hin.info. Dort werde über sicheres Surfen, Chatten und Spielen im Internet aufgeklärt - so das sogar Kinder die Zusammenhänge verstehen.

Wichtig ist auch ein Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Eltern. Obgleich die Erziehungsberechtigten wissen müssen, wohin sich ihre Schützlinge im World Wide Web bewegen, dürfe Kontrolle nicht ins Ausspionieren gipfeln. Wenn das auffliegt, ist der Vertrauensbruch vorprogrammiert. Brätsch meint, das gesunde Vertrauen des Kindes dürfte auch dazu führen, dass es sich an seine Eltern wendet, wenn es mit Problemen konfrontiert wird. Selbst in der Welt der Kinder wird online gestalkt und gemobbt. Belästigungen gehen zumeist von Erwachsenen aus. Sollte es Auffälligkeiten und Verstöße geben, sind Polizei, Internetbetreiber und der Jugendschutz wichtige Anlaufstellen.

Die Schulen würden Elternabende rund ums komplexe Thema Kinder- und Jugendschutz im Umgang mit digitalen Medien und Netzwerken anbieten. Wie beide Schulsozialarbeiter erklärten, werden diese Angebote aber nur wenig genutzt.

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