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Brückensanierung in der Kopernikusstraße wieder aufgenommen / Anwohner kritisieren wochenlangen Stillstand

Straßenbau
Sperrung noch bis Ende Mai

Sonja Jenning / 17.04.2018, 20:30 Uhr - Aktualisiert 18.04.2018, 09:46
Frankfurt (Oder) (MOZ) An der Brücke, die in der Kopernikusstraße die Straßenbahngleise überspannt, gehen die Instandsetzungsarbeiten weiter. Im kommenden Monat soll der Straßenbau erfolgen, so dass Ende Mai die Sperrung aufgehoben und der Verkehr wieder rollen kann.

Die Baumaßnahmen an der Brücke Kopernikusstraße in Frankfurt gehen weiter. Ende Mai soll die Straße wieder ohne Einschränkung befahrbar sein.
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Dauerbaustelle Kopernikusstraße

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Bis zu 100 Grad Celsius heiß wird es am Arbeitsplatz von Christian Mumot und seinen beiden Kollegen. Die Mitarbeiter der Berliner Baufirma Matthäi verlegen am Dienstag Bitumen-Schweißbahnen auf der neuen Brücke in der Kopernikusstraße. Dazu erhitzen sie den Bitumen auf der Rückseite der einen Meter breiten Bahnen mit einem Gasbrenner und verkleben diese durch Abrollen mit dem Untergrund. Eine mühsame, schweißtreibende Arbeit, die notwendig ist, um den Beton der Brücke wasserdicht zu versiegeln. „Wir haben um 7 Uhr morgens angefangen und wollen am Abend fertig sein“, sagt Christian Mumot.

Bereits in der vergangenen Woche wurde die Brückenoberfläche mit Epoxidharz vorbehandelt. Diese Grundierung härtet binnen 24 Stunden aus, braucht dafür aber eine konstante Oberflächentemperatur von mindestens 8 Grad Celsius, erklärt Frank Herrmann, der Leiter des städtischen Tiefbauamtes. „Ist es kälter, übernimmt kein Baubetrieb die Gewährleistung“, betont er. Aus diesem Grund mussten die Bauarbeiten auch seit Mitte Februar ruhen, was bei Anwohnern und Autofahrern für Unverständnis sorgte. Die MOZ erreichten mehrere Leserzuschriften, in denen der Stillstand auf der Baustelle kritisiert wird. „Bei der Versiegelung gab es jedoch keine Alternative“, sagt Tino Jurrack, der zuständige Brückenexperte der Stadt. Alle anderen Arbeiten konnten bis Mitte Februar durchgeführt werden, so wurden die Kappen der Brücke betoniert und das Geländer angebracht.

Laut Planung sollte die Brückensanierung bereits im Vorjahr abgeschlossen sein. Doch schon die Ausschreibung und Vergabe hatten sich verzögert, weil die Finanzierung – eine Mischung aus Förder- und Eigenmittel – nicht rechtzeitig freigegeben war, erläutert Frank Herrmann. So konnte die Firma Buckler Tief- und Brückenbau aus Lebus ihre Arbeit erst Anfang September beginnen. Während des Abrisses wurde dann festgestellt, dass der Beton des Brückenüberbaus mit Phenol belastet war und durch eine Spezialfirma entsorgt werden musste. Für weitere Verzögerungen sorgten Einbauten an der Brücke, die in den über 40 Jahre alten Planungsunterlagen nicht enthalten waren, darunter eine Fernwärmeleitung, deren Fundament über den Widerlagern der Brücke stand.

Am Dienstag stimmten die Bauüberwacher, die beteiligten Baufirmen, die Medienträger, zu denen die Telekom, die Edis und die FAKS gehören, sowie die Stadtverkehrsgesellschaft den Zeitplan ab. Bis Ende April soll die Brückensanierung abgeschlossen sein, sagt der städtische Bauleiter Markus Simon. Das bedeutet, der Baugrund werde bis zur Oberkante der Widerlager aufgefüllt und eine rund 15 Zentimeter dicke Schutzbetonschicht auf die Bitumen-Schweißbahnen aufgebracht.

Im Anschluss, voraussichtlich am 2. Mai, könne dann die Firma Oevermann mit dem Straßenbau beginnen. „Die Strecke ist nur knapp 30 Meter lang, aber sehr kleinteilig“, sagt Markus Simon. Wieder müssen mehrere Firmen koordiniert werden und wieder sind einige Arbeiten abhängig vom Wetter. So darf es beispielsweise nicht regnen, wenn Fahrbahnmarkierungen oder Fugenschneiden anstehen. „Das ist nicht ganz einfach, aber wir hoffen, dass der Verkehr Ende Mai wieder über die Kopernikusstraße rollen kann“, so der Bauleiter. Bis dahin müssen auch die Linienbusse der Stadtverkehrsgesellschaft die Umleitungsstrecke nutzen.

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