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Gewerbeflächen im Speckgürtel ausgebucht / Strausberger Gebiet zu 80 Prozent vermarktet

Gewerbe
Iraner bauen Produktionshalle

Jens Sell / 17.04.2018, 20:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Iranische Geschäftsleute wollen auf dem Gewerbegebiet Nord eine Produktionshalle bauen.  Gewerbegrundstücke werden langsam knapp. Das Areal ist zu 80 Prozent vermarktet.

1900 Quadratmeter hat das Eckgrundstück zwischen Lehmkuhlenring und Am Biotop, dessen Verkauf die zuständigen Fachausschüsse der Stadtverordnetenversammlung durchgehend einstimmig befürwortet haben. Damit wird in Kürze die 80-Prozent-Marke in der Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet Strausberg- Nord überschritten.

Die Krone Industriell GmbH aus der Berliner Kronenstraße, die ihren  Hauptsitz im Iran hat, will eine Produktionshalle für Hochgeschwindigkeitspumpen und -kompressoren errichten, um diese weltweit zu vermarkten, heißt es in der Beschlussbegründung, die den Stadtverordneten am 3. Mai zur Entscheidung vorliegt. Es handele sich wie bei den vorherigen Käufen um einen befristeten Grundstücksüberlassungsvertrag mit Kaufoption, in dem eine Bauverpflichtung festgehalten ist, antwortete Bürgermeisterin Elke Stadeler auf eine Nachfrage im Bauausschuss. Soll heißen: Wenn der Käufer in der festgelegten Frist nicht baut, fällt das Grundstück an die Stadt zurück.

Solche Verträge wurden jüngst auch mit der Hermann Römmler Kunststofftechnik GmbH & Co KG und mit der Firma Dellen-Weber geschlossen, jeweils befristet bis 1. Dezember 2019 und 1. Februar 2019. Fest gebunden sei inzwischen auch der Landkreis, der neben dem Neubau des Eigenbetriebs Rettungswesen sein Straßenverkehrsamt im Gewerbegebiet nahe der S-Bahn-Endhaltestelle Strausberg-Nord bauen will. In dessen Gefolge haben schon zwei Hersteller polizeilicher Kennzeichen Flächen reserviert, sagte Elke Stadeler im Finanzausschuss. Weitere Anfragen und Anträge lägen vor, so will sich die Trend Cars KG erweitern.

Inzwischen stehen im ursprünglichen Gewerbegebiet noch ganze 7,2 Hektar in ganz unterschiedlichen Lagen und Grundstücksformen für die weitere Ansiedlung von Gewerbebetrieben zur Verfügung. Da werde, wie im Falle des insolvent gegangenen Hoba Baustoffhandel, auch mal ein Grundstück wieder leergezogen, wie Elke Stadeler berichtete. Die Firma hatte sich eine große Fläche hinter ihrem Gelände schon für eine Erweiterung gesichert. Auch die könne nun wieder vermarktet werden.

In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Wende haben sich unterschiedliche private Firmen und Makler im Auftrag der Stadt mit der Vermarktung des Anfang der 1990er-Jahre sehr großzügig geförderten und auch erschlossenen Gewerbegebiets Strausberg-Nord versucht. Dann hat die Wirtschaftsförderung der Stadt die Sache selbst in die Hand genommen. Bundesweit erschienen Anzeigen, besonders war die Stadt stets an der Ansiedlung von produzierendem Gewerbe interessiert. In aller Regel scheiterte es am fehlenden Autobahn- und Bundesstraßenanschluss. Die Gewerbegebiete im randberliner Bereich bis hin nach Rüdersdorf mit Bahnanschluss entfalteten einen  großen Sog.

Inzwischen gibt es zwischen Berlin und Strausberg kaum noch freie Gewerbeflächen. Und selbst im Strausberger Norden werden sie immer knapper. Da sind noch Flächen im hinteren Bereich zu haben. Die Erreichbarkeit sei natürlich gesichert, antwortete Elke Stadeler am Montag im Hauptausschuss auf Nachfrage von Thomas Frenzel (grün, liberal, bürgernah): „Es gibt Nachfragen von Firmen ohne Publikumsverkehr, denen sagt die Lage zu.“ Inzwischen sind die damals an beiden Straßenseiten gebauten Geh- und Radwege vor allem wegen ungestörter Ameisenaktivitäten an vielen Stellen so schadhaft geworden, dass Gefahrenstellen entstanden, denn der Publikumsverkehr hält sich nach wie vor in Grenzen. Ein Teil der verkauften Grundstücke ist ja auch noch nicht bebaut. Nun muss der KSS die Stellen ausbessern.

In den Ausschüssen hieß es, man müsse überlegen, weitere Gewerbeflächen zu erschließen. Die Bürgermeisterin brachte schon im Finanzausschuss Teile der Flugplatzflächen, wo früher bei Festen geparkt wurde, ins Gespräch. Dort müssten entsprechende Plandokumente angepasst werden. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Ronny Kühn sprach die Barnim-Kaserne an, die aber mindestens bis 2024 in der Hand der Bundeswehr bleibe, wie Elke Stadeler anmerkte. Kühn würde auch das ehemalige Heizwerk an der Garzauer Straße für Gewerbeansiedlungen in Betracht ziehen.

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