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Der Bad Freienwalder Obermedizinalrat Dr. med. Rudi Dwaronat starb an der Tischtennisplatte.

Verstorben
Arzt und passionierter Tischtennisspieler

Rudi Dwaronat (1939–2018)
Rudi Dwaronat (1939–2018) © Foto: Verein
Siegmar Bessert / 17.04.2018, 20:39 Uhr - Aktualisiert 19.04.2018, 15:19
Bad Freienwalde Es schlug bei zahlreichen Tischtennisfans wie ein Blitz in die eigene Seele ein. Einer von ihren beliebten Mitspielern ist tot. Der Bad Freienwalder Obermedizinalrat Dr. med. Rudi Dwaronat starb völlig überraschend bei einer seiner liebsten Nebenbeschäftigungen, während des Punktspiels seines SV Jahn Bad Freienwalde bei der BSG Stahl Eisenhüttenstadt an der Tischtennisplatte. Seit über sechs Jahrzehnten war er dem Spiel mit dem weißen Zelluloidball verbunden, spielte für die Vereine BSG Stahl Finow, Lok (ESV) Eberswalde, TTC Finow und Jahn Bad Freienwalde. Mit den Finowern feierte er seine wohl größten Erfolge, war beteiligt am Aufschwung des Tischtennis-Sports in der hiesigen Region. Am Aufstieg der Finower in die damalige Oberliga, der höchsten Spielklasse der damaligen DDR, hatte er großen Anteil. Fortan musste der „Dorfverein“ zu Punktspielen nach Berlin, Halle, Leipzig, Magdeburg oder Zwickau reisen. In der einstigen Finower Tischtennishalle im Wohngebiet Messingwerk (spätere Judohalle) mit dem historischen Wasserturm verbrachte der Abwehrspezialist unzählige Stunden zum Training und zu Wettkämpfen. Kein Wunder, denn er wohnte nur wenige Minuten von der Spielstätte entfernt und nutzte fast jede Gelegenheit, um seinem Sport zu frönen.

Die Finower Tischtennisspieler gaben dann bis zur Wende in der DDR den Ton an und wurden sechsfacher DDR-Meister, mehrmaliger Pokalsieger und gewannen unzählige Medaillen bei DDR-Einzelmeisterschaften. Dwaronat, der nach dem Medizinstudium häufiger den Arztkittel statt seiner Trainings- und Wettkampfkleidung trug, spielte dann Jahre in der zweiten Finower Mannschaft in der DDR-Liga (2. Liga) und versuchte auch weiterhin häufig zum Training zu kommen. Auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene war Rudi Dwaronat in all den Jahren auch bei Einzelmeisterschaften erfolgreich. „Der Tischtennis-Sport war und ist für mich eine gute Abwechslung zum täglichen Arbeitsleben als Mediziner und jetzt auch im Rentnerdasein“, so der Obermedizinalrat kürzlich.

Aber auch der Angelsport und das Skatspiel waren eines seiner Hobbys. Erkrankungen in den letzten Jahren warfen den Azrt mit dem großen Kämpferherz nicht zurück, denn immer wieder stand er zu Wettkämpfen und Meisterschaftspartien vom SV Jahn Bad Freienwalde in der 2. Landesklasse Ost in Staffel II an der Platte.

Am 14. April zum letzten Mal – denn da hörte sein Herz im Alter von 78 Jahren auf zu schlagen, direkt beim Punktspiel. Die Tischtennispieler seiner einstigen Vereine und im TTV Brandenburg werden Rudi in bester Erinnerung behalten.

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