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Kitas
Stadt soll für lange Betreuungszeiten zahlen

Buddeln im Sandkasten: Nick (l.), Ursula, Marlon und Ben aus der Schnatterenten-Gruppe der Fröbel-Kita Oderknirpse.
Buddeln im Sandkasten: Nick (l.), Ursula, Marlon und Ben aus der Schnatterenten-Gruppe der Fröbel-Kita Oderknirpse. © Foto: Gerrit Freitag
Thomas Gutke / 20.04.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 20.04.2018, 16:07
Frankfurt (Oder) (MOZ) Seit dem 1. April schließt Fröbel in Frankfurt keine neuen Verträge mehr über eine Betreuungszeit über acht Stunden hinaus ab. Das berichtete der Geschäftsleiter der Region Ostbrandenburg im Jugendhilfeausschuss. Bestehende Verträge blieben davon unberührt. Außerdem werden alle Fröbel-Einrichtungen am 25. Mai ihre Häuser nur für jeweils acht Stunden öffnen, um Eltern auf die Situation aufmerksam zu machen. Fröbel ist mit vier Kitas und drei Horten der größte freie Träger von Kindertagesstätten in Frankfurt.

In ganz Brandenburg betreut Fröbel rund 4000 Kinder. Vor einigen Tagen hatte der Träger öffentlich erklärt, den vom Land vorgegebenen Personalschlüssel teilweise nicht einhalten zu können, da nur 7,5 Stunden pro Tag refinanziert werden. Dabei sind viele berufstätige Eltern darauf angewiesen, dass ihre Kinder länger betreut werden. Doch in den Randzeiten steht nicht so viel Personal zur Verfügung, wie gesetzlich vorgeschrieben.  Als Konsequenz wurde mit Aufnahmestopps gedroht.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses wollen zeitnah auf das Problem reagieren. Katrin Stoll-Hellert vom Paritätischen Wohlfahrtsverband brachte einen Antrag ein, der die Einführung einer dritten Betreuungsstufe vorsieht. Damit soll die Verwaltung in die Pflicht genommen werden, bei der Ausfinanzierung der langen Öffnungszeiten für das Land einzuspringen. „Es kann nicht sein, dass der Streit um die Unterfinanzierung auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird“, so Katrin Stoll-Hellert. Denn während das Jugendamt den Eltern zwar den Bedarf für die lange Betreuungszeit bescheidet, ist eine ausreichende Ausstattung mit Personal in den Einrichtungen dafür nicht gegeben. Weil Geld vom Land fehlt.

Die Umsetzung des Antrages solle ab 1. August erfolgen. Und: „Alle damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben sind bezüglich ihrer Refinanzierung zu überprüfen und gegebenenfalls im Schulterschluss mit der kommunalen Familie gegenüber dem Land durchzusetzen“, heißt es.

Potsdam hat bereits entschieden, längere Betreuungszeiten finanziell abzusichern und stellt dafür 4,5 Millionen Euro bereit. Die Landeshauptstadt erwartet allerdings, dass das Land diese Kosten rückwirkend übernimmt.

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