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Bürgermeister spricht von möglichem Trägerwechsel

Bildung
Große Sorge um Zukunft der Grundschule Rauen

Anke Beißer / 22.04.2018, 06:00 Uhr
Rauen (MOZ) Ein Dutzend Gäste haben am Donnertag die Gemeindevertretersitzung in Rauen besucht. Ihr Interesse galt einzig und allein der Einwohnerfragestunde. Eltern, Lehrer und Horterzieher wollten wissen, wie es mit der Grundschule weitergeht.

Sowohl Eltern als auch eine Lehrerin und die Hortleiterin meldeten sich zu Beginn der Gemeinderatssitzung zu Wort. Zwar sprach jeder aus seiner Sicht, reflektierte seine private oder berufliche Situation, aber alle trafen sich in den zentralen Punkten: Wie steht es um die Grundschule? Bleibt der Standort erhalten? Wie sicher sind die Schul- und Arbeitsplätze? Tenor eines jeden Statements war die große Sorge um die Zukunft.

Die Vorgeschichte ist hinlänglich bekannt. Nachdem die staatliche Grundschule in Rauen wegen Schülermangels geschlossen wurde, ist der Verein Jusev im August 2007 an Ort und Stelle als freier Träger mit einer evangelischen Grundschule gestartet. Sechs Jahre hat Rauen laut Bürgermeister Sven Sprunghofer auf Miete verzichtet – oberstes Ziel der Gemeindevertretung sei es seit jeher gewesen, den Rauener Schulstandort zu erhalten. Von einem guten Miteinander sind Gemeinde und Träger inzwischen weit entfernt.

„Anders als vereinbart, wurden  nicht immer alle Rauener Kinder, die es wollten, aufgenommen, obwohl die Kapazität gereicht hätte“, bilanziert Sprunghofer. Auf dem Gerichtsweg hat die Gemeinde im Vorjahr im Streit um die Vertragsauslegung Recht zugesprochen bekommen. Seither macht die Gemeinde kein Hehl daraus, Alternativen bei der Trägerschaft in Erwägung zu ziehen.

Auch auf der Sitzung am Donnerstag ließ Sven Sprunghofer keinen Zweifel daran, dass er in der derzeitigen Konstellation keine Chance für weitere Gespräche mit den Jusev-Geschäftsführerinnen sieht. Im Moment helfe auch keine Mediation. „Das Vertrauen ist weg.“ Steffen Köntopp, stellvertretender Bürgermeister, nannte noch einen Grund dafür: „Jusev hat nach einem anderen Standort geschaut. Wir wollen die Schule aber im Ort erhalten. Also haben wir nach einem anderen Träger geschaut.“ Für die Gemeinde, die ein längerfristige Partnerschaft will, gebe es keine Planungssicherheit. Es werde vermutet, das Jusev weg ist, wenn sich ein anderes geeignetes Objekt ergibt.

Wer der neue Partner ist, darüber hüllte sich der Gemeinderat in Schweigen. „Wenn es Planungssicherheit gibt, werden wir informieren“, kündigte Sprunghofer an. Der Trägerwechsel sei ein schwieriger Weg. Derzeit prüfe das Ministerium in Potsdam das neue Konzept. Es könne sein, dass eine Entscheidung erst im November vorliegt.

Für die Gäste glich das einer Hiobsbotschaft. „Wir Lehrer bekommen Angebote und wissen nicht, sollen wir bleiben oder lieber gehen“, schilderte Lehrerin Edda Jahn. Hortleiterin Ramona Redlich merkte an, dass über die Zukunft ihres Bereichs bisher noch gar nichts gesagt wurde. Und Lars Täuber, Vater dreier Kinder, die ab Sommer in die Rauener Schule gehen sollen, weiß nicht, ob vielleicht alles „auseinander fliegt“ und den Kindern ein Schulwechsel bevor steht.

Am Ende regte Gemeindevertreter Marco Genschmar noch eine ganz neue Variante an. „Vielleicht kann ja Rauen Entlastungsstandort für die Fürstenwalder Goßmannschule in Süd werden. Das wurde noch nicht gefragt.“ Dann sei es wieder eine staatliche Einrichtung.

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