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Probefahrt
Autotest Cadillac CT6

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Hajo Zenker / 24.04.2018, 16:25 Uhr - Aktualisiert 26.04.2018, 09:39
Berlin (MOZ) Die durchaus ruhmreiche Marke Cadillac führt bei uns ein absolutes Nischendasein. In ganz Europa setzte die Unterabteilung des US-Riesen General Motors im ersten Quartal genau 258 Fahrzeuge ab, ein Plus von gut neun Prozent.

Unser Autor Hajo Zenker hat einen Cadillac CT6 getestet.
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Cadillac CT6

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Motor

Während man in Amerika unter vier Motorisierungen wählen kann, reicht bei uns ein Triebwerk. Warum auch nicht: In Zeiten, wo hierzulande selbst Nobelmarken Dreizylinder verbauen, darf man beim von uns gefahrenen CT6 in einem Sechszylinder mit drei Litern Hubraum schwelgen, der es auf satte 555 Newtonmeter maximales Drehmoment und 417 PS bringt. Das sorgt für Power, das sorgt für Sound. Jeder Überholvorgang wird zur puren Freude und lässt vergessen, dass dieser Cadillac zwei Tonnen schwer ist. In 5,7 Sekunden geht es von 0 auf Tempo 100, bei 250 km/h wird abgeregelt. Die Acht-Gang-Automatik passt sehr gut. Wer den Motor nur sacht beansprucht, dem stehen dank automatischer Abschaltung nur vier Zylinder zur Verfügung

Karosserie/Ausstattung

Die seit 1902 bestehende Nobelmarke des Detroiter Autobauers General Motors ist in Amerika eine große Nummer, bei uns so gut wie unsichtbar. Wenn man aber einen solchen Wagen fährt, fällt man hierzulande definitiv auf. Denn für deutsche Verhältnisse ist der CT6 natürlich ein Riese - immerhin 5,18 Meter lang. Das freut die Passagiere, die sich an viel Raum erfreuen dürfen (besonderes auch für die Beine in der zweiten Reihe), während sich der Kofferraum mit 433 Litern angesichts der Größe der Limousine eher bescheiden ausnimmt. Zudem ist der Wagen kantig, hat einen großen Grill, gewaltige Tagfahrlichter und 20-Zoll-Räder. Und das alles nicht im Retro-Stil, sondern konsequent modern. Das sieht alles gut aus, fasst sich gut an, auch wenn das die deutschen Nobelmarken noch immer etwas besser können. Spektakulär ist die Idee, den Innenspiegel umzuschalten auf eine Kamera im Heck, die auch viel anzeigt, wenn die Rückbank bis unter die Decke vollbesetzt oder -gestellt sein sollte. Wie sich das für einen Ami gehört, ist die Ausstattung üppig, dazu gehören moderne Helfer wie ein Assistent für  den toten Winkel, Notbremsung in der Stadt und das Halten der Spur, aber auch Klimaautomatik, Rückfahrkamera, elektrisch einklappbare Außenspiegel, elektrische Heckklappe, beheizbares Lenkrad.

Fahrverhalten

Natürlich ist eine amerikanische Limousine komfortabel abgestimmt. Aber keine Angst: Dank des serienmäßigen Allradantriebs (in Amerika gibt es zum Einstieg auch Hinterradantrieb) wird die beeindruckende Kraft des Triebwerks problemlos auf die Straße gebracht. Und auch vor flotter Kurvenfahrt muss man sich nicht fürchten. Die Allradlenkung macht den großen Wagen handlicher.

Wirtschaftlichkeit

Wer das Außergewöhnliche sucht, muss das auch entsprechend bezahlen. Bei uns gibt es laut Liste einen CT6 nicht für unter 73.500 Euro. In Amerika beginnt der CT6 (ohne Steuern) dagegen bei 54.000 Dollar (44.000 Euro). Die von uns gefahrene Platinum-Ausstattung liegt dann bereits bei 95.900 Euro. Der offizielle Verbrauch beträgt 9,8 Litern Super auf 100 Kilometer (satte 223 g/km CO2), es können angesichts der Kraft des Motors aber auch schnell noch zwei Liter mehr werden.

Fazit

Dass so wenige US-Autos auf unseren Straßen fahren, wie Donald Trump klagt, hat seine Gründe, etwa qualitativer und geschmacklicher Art. Der Cadillac CT6 allerdings hat es verdient, auch hierzulande Freunde zu finden - sofern die willens und in der Lage sind, für das opulente Auto auch einen opulenten Preis zu zahlen. Hajo Zenker

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