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Staatskanzlei zieht positive Bilanz vom Auftakt der Landeskampagne / Opposition sieht Lebenswirklichkeit nicht widergespiegelt

Imagekampagne
„Das S in Brandenburg steht für Stress“

Stressfrei: Brandenburg bietet Natur pur. Damit wollen das Land und die Werbeagentur mit ihrer Kampagne punkten.
Stressfrei: Brandenburg bietet Natur pur. Damit wollen das Land und die Werbeagentur mit ihrer Kampagne punkten. © Foto: dpa/Patrick Pleul
Ulrich Thiessen / 25.04.2018, 07:15 Uhr - Aktualisiert 25.04.2018, 07:48
Potsdam (MOZ) Die Imagkampagne des Landes mit dem Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein“, stößt im parlamentarischen Raum auf geteilte Resonanz. Im Hauptausschuss des Landtages betonte Thomas Kralinski (SPD) am Dienstag, dass schon 324 Artikel über die Kampagne geschrieben wurden, 450 000 Mal wurde bereits im Internet das entsprechende Video gesehen. Die Werbeexperten gehen davon aus, dass man 20 Millionen Menschen mit der Kampagne bereits erreicht hat  – und das, obwohl erst im Mai der offizielle Start mit Plakaten und weiteren Spots erfolgen soll.

Laut Kralinski wurden bisher der Landessportbund, die Uckermärkischen Bühnen Schwedt oder das Ökodorf Brodowin im Barnim als Partner gewonnen. Die Beelitzer Spargelhöfe wollen beispielsweise den Spruch ergänzen mit dem Slogan: „Ausgestochen schmackhaft“ und einem Blick auf ein typisches Gemüsefeld.

Auf den großen Plakaten könnte auch zu lesen sein „Das S in Brandenburg steht für Stress“. Ein anderer Vorschlag zeigt eine Seenlandschaft und den Schriftzug „Atemberaubend schön. Oder wie wir sagen: Da kannste nicht meckern.“

Die Opposition zeigte sich indes nicht sonderlich von der Kampagne angetan. Es werde ein zu  idyllisches, gestyltes  Bild von Brandenburg gezeigt, wie es die Einheimischen selbst nicht erleben, sagte CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben. Er kritisierte auch, dass man sich in besagtem Videoclip als Gegensatz zu Berlin profilieren will und die Kampagne keinen Beitrag zum Zusammenhalt der Regionen leiste. Letztlich, so Senftleben, werde das Lebensgefühl der Brandenburger mit der Kampagne nicht widergespiegelt.

Auch für Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen, wirkt die Kampagne zu schöngefärbt. Er würde am liebsten den zentralen Slogan noch einmal ganz austauschen. Die Brandenburger hätten inzwischen viel bessere Vorschläge gemacht, sagte Vogel.

Péter Vida (BVB/Freie Wähler), räumte ein, dass so eine Kampagne vielleicht wirke und das Marketingexperten besser einschätzen können. Er vermisste trotzdem das spezifisch Brandenburgische. Vor allem aber fand er den Adler der Kampagne zu eckig und ungefällig. Stefan Wegner, Geschäftsführer von Scholz und Friends, dem Marketingunternehmen, das die Kampagne entworfen hat, verwies darauf, dass man mit dem ersten Aufschlag bereits Reibung erzeugt habe. Die Resonanz, die die Kampagne außen hervorruft, erzeuge früher oder später im Land selbst die Identifikation.

Das sei auch in Baden-Württemberg  so gewesen. Die dortige Kampagne „Wir können alles außer hochdeutsch“ gilt inzwischen als Klassiker in der Werbung der Bundesländer.

Laut Wegner müsse der Slogan auch so allgemein gehalten werden, damit ihn verschiedene Partner für sich interpretieren können. Für Kralinski hat er auf jeden Fall das Zeug, früher oder später zum Klassiker zu werden.

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Dagmar Hering 25.04.2018 - 10:52:05

Der Spruch, der ein Slogan sein soll

Der Satz für die Imagekampagne ist für mich kein Slogan. Ein echter Slogan steht für sich selbst und muss nicht mit beigefügten Bildern erklärt werden. Das sollte eine Marketingagentur eigentlich wissen. Jetzt selbstgefällig zu verkünden, der Spruch hätte doch großen Erfolg, weil "man mit dem ersten Aufschlag bereits Reibung erzeugt habe", ist eine Frechheit und lenkt vom Thema ab. Oder war das Ziel gar kein Slogan, sondern eine Provokation, um Aufmerksamkeit zu errregen? Ein Slogan sollte auch gut zu merken sein. Mir fällt zuerst nur das Wort "einfach" ein und ich muss überlegen: "Wie hieß das doch gleich?". Aber offenbar glaubt die Agentur, dass sie uns ihren "Slogan" nur lange genug einhämmern muss, damit wir ihn uns merken und akzeptieren können. Doch das setzt voraus, dass man sich wenigstens ein bisschen damit identifiziert. Nur: Was soll in Brandenburg so einfach sein? Und für wen? Wenn man mir das erst erklären muss, stimmt etwas an der ganzen PR nicht.

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