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Armut
Wenn Kinder nicht an Kindergeburtstagen teilnehmen können

Martin Eiselt und Katja Dörner im Gespräch mit Gästen.
Martin Eiselt und Katja Dörner im Gespräch mit Gästen. © Foto: Passow
Silvia Passow / 25.04.2018, 19:00 Uhr
Falkensee Trotz Wirtschaftswachstum bleibt die Kinderarmut in Deutschland bei rund 20 Prozent. Warum das so ist und was Kinderarmut überhaupt bedeutet, darüber sprachen am Dienstag in Falkensee Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen, seit 2009 Mitglied des Bundestages) und Martin Eiselt (Bündnis 90/Die Grünen) mit interessierten Gästen im „Grünen Salon“, einer Initiative der Heinrich-Böll-Stiftung.

„Kinderarmut ist sehr, sehr vielschichtig“, sagt Katja Dörner. Sie verweist auf die materielle Armut, ebenso wie auf die fehlende Chancengleichheit und Teilhabe. Tatsächlich empfinden betroffene Kinder das ähnlich, auch sie unterscheiden in der subjektiven Armutsmessung zwischen materieller Situation und unterschiedlichen Bildungschancen. Dörner entnimmt diese Einschätzung einer Bertelsmann-Studie zum Thema und fügt hinzu: „Armut ist selten zeitlich begrenzt, sie verfestigt sich vielmehr.“ Und noch immer sei das Armutsrisiko für Kinder mit nur einem Elternteil deutlich höher, es liegt bei 30 Prozent. Dagegen ist nur etwa jedes zehnte Kind mit zwei Elternteilen betroffen. Dazu kommt, Leistungen, welche den Kindern zustehen würden, werden nicht immer von den Eltern abgerufen. Scham, aber auch die bürokratischen Hürden, würden von der Inanspruchnahme solcher Leistungen abhalten, sagt Dörner.

Wer was bekommen kann und wie die Voraussetzungen sind, darüber klärt Dörner auf. Auch  die derzeitigen Maßnahmen zum Gegensteuern und die Vorschläge ihrer Partei, wie der Kinderarmut zu begegnen seien, bringt sie vor. Im Anschluss wurde lebhaft diskutiert, Ideen, Gedanken ausgetauscht. Festgehalten wird hier auch: Armut ist nicht immer auf dem ersten Blick sichtbar, sie wird aus Scham versteckt. Doch wenn ein Kind nie an einem Kindergeburtstag teilnimmt, weil es sich vielleicht das Geschenk nicht leisten kann und damit ausgeschlossen ist und nicht teilhaben kann, dann ist treffen es beide Formen der Kinderarmut.

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