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Biesenthaler Hauptausschuss beschließt Verpachtung an Trägerverein / 18 zusätzliche Plätze in Aussicht

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Grünes Licht für Waldkita

Olav Schröder / 12.05.2018, 06:37 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Stadt Biesenthal hat die Weichen für ein weiteres Kita-Angebot gestellt. Neben der Errichtung eines Neubaus mit 60 Plätzen in der Kirschallee stimmte der Hauptausschuss der Erweiterung der Kindereinrichtung des Vereins Wukaninchen um eine Waldkita-Gruppe zu.

Im Barnim gibt es bereits Kindereinrichtungen, die sich ausdrücklich der Waldpädagogik widmen. Dies ist beispielsweise beim Montessori-Waldkindergarten in Hobrechtsfelde der Fall. Nach der Idee der Biesenthaler Initiative aus Eltern und Pädagogen wird sich ihre Kita aber auch baulich stark von anderen unterscheiden. Nach dem in Skandinavien entwickelten „klassischen“ Modell der Natur- und Waldkindergärten halten sich die Kinder hauptsächlich in der Natur auf, außer bei extremen Wetterlagen. Als Treffpunkt und für Ruhephasen dienen sogenannte mobile Waldkinderwagen. Sie sind etwa so groß wie ein Bauwagen, sind beheizbar und bieten eine Kochmöglichkeit. Sanitäre Anlagen kommen hinzu. Die Initiative gibt die Zahl der Natur und Waldkindergärten in Deutschland mit rund 700 an.

Konkret hat der Hauptausschuss der Empfehlung des Biesenthaler Haushalt- und Sozialausschusses zugestimmt, das Grundstück neben der bereits bestehenden Kita „Wukaninchen“ an der Ruhlsdorfer Straße in Biesenthal für zehn Jahre zu verpachten. Die letztendlich entscheidende Genehmigung des Kita-Betriebs liegt in den Händen des brandenburgischen Bildungsministeriums, das dafür auch die konzeptionellen und pädagogischen Voraussetzungen prüft. Wie Catharina Rafoth von der Elterninitiative sagt, wird eine Eröffnung nach den Sommerferien angestrebt, möglicherweise könnte dies im September der Fall sein.

18 zusätzliche Plätze sollen als Erweiterung der Kita Wukaninchen auf dem Nachbargrundstück entstehen. Nachdem die Idee der Eröffnung einer Waldkita im September 2017 geboren wurde, hatten bereits im März Vertreter der Initiative und des Wukaninchen-Vereins das Vorhaben im Haushalts- und Sozialausschuss vorgestellt. Der Ausschuss fragte insbesondere nach den Auswirkungen des Vorhabens auf die Kita-Landschaft sowie nach den Kosten, die auf die Stadt Biesenthal zukämen. Wie die Ausschussvorsitzende Lena Bonsiepen (Linke) sagt, sehe die Amtsverwaltung in einer Waldkita aufgrund ihres eigenen Profils keine Konkurrenz für Biesenthaler Kitas. Sie bedeute eher eine Entlastung. Pro Monat und Kind kämen auf die Stadt 140 Euro zu.

Der Bauausschussvorsitzende Andreas Jahn (CDU/Pro Danewitz) sieht in dieser Einschätzung keine ausreichende Entscheidungsgrundlage. Er vermisst insbesondere einen Jahreskostenvergleich. Angesichts des eigenen Kita-Neubaus halte er es für gewagt, sich im eigenen Ort Konkurrenz zu machen. Er befürchtet, dass die neue Kita dauerhaft nicht ausgelastet werde. Darüber hinaus kritisiert er, dass die sechsstündige tägliche Betreuungszeit vielen Eltern nicht ausreichen werde und diese somit von vornherein von dem Angebot keinen Gebrauch machen könnten. Schließlich fragt er danach, wie viele Eltern, die auf der Warteliste für die Waldkita stehen, aus Biesenthal kommen.

Christina Wendt, sachkundige Einwohnerin im Haushalt- und Sozialausschuss, wies darauf hin, dass die Stadt unabhängig vom Träger für jedes Kitakind monatlich 140 Euro zahle. Beim Kreis der Nutzer sollte nicht nur die Stadt, sondern der Sozialraum mit den eigenständigen Gemeinden Melchow und Rüdnitz bedacht werden.

Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) wies auf den bestehenden Bedarf an Kitaplätzen hin. Es gibt eine Wartliste für die Waldkita für rund 20 Kinder. Das Vorhaben. so Bruch, erweitere die Kita-Landschaft und  könne funktionieren, die Eltern seien engagiert, der Standort sei sehr gut. Schließlich entsprach der Hauptausschuss der Empfehlung des Sozialausschusses, das Grundstück neben Wukaninchen für zehn Jahre mit einer anschließenden jährlichen Verlängerungsoption zu verpachten.

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