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Trecker-Treffen
Je oller, je doller

Das ist mein Trecker! Das scheint jedenfalls dieser junge Mann zu signalisieren, der vor den auf Hochglanz polierten Fahzeugen steht.
Das ist mein Trecker! Das scheint jedenfalls dieser junge Mann zu signalisieren, der vor den auf Hochglanz polierten Fahzeugen steht. © Foto: MOZ
Stephanie Fedders / 13.05.2018, 20:00 Uhr
Dollgow Männer und ihre Maschinen – davon gab es beim 6. Treckertreffen in Dollgow wieder einmal reichlich zu bestaunen. Die Halle auf dem Backofenplatz hinter der Kirche glich am Sonnabend einer Schatzkammer voller wertvoller Zweiräder.

Wer an den Oldtimern vorbeischlenderte, brauchte schon Fachkenntnis oder einen Experten an seiner Seite, um den Seltenheitswert zu erkennen.

Axel Gerhardt aus Fehrbellin brachte eine Simson Sperber aus dem Jahr 1967 mit und seinen Kumpel Jürgen Fuhl aus Oranienburg. Neben der Sperber stand seine Maschine, die in Fachmagazinen als „unbezahlbar“ bezeichnet wird: eine Simson GS. Eine „echte Rarität“, betonte Gerhardt. „Die kriegt man nur ganz selten zu sehen.“

116 Kilometer schnell ist das Geländemotorrad, Baujahr 1978, das über acht Gänge verfügt. Mit dieser Maschine sind die beiden seit Ende der 70er-Jahre für den MC Chemie Premnitz Cross gefahren. Das Hobby teilen sie mit dem Dollgower Norbert Mehlitz. Durch ihn lernten sie sein Heimatdorf kennen und gingen hier bei den bis Ende der 80er-Jahre ausgetragenen Motorradrennen an den Start. Noch heute nimmt Jürgen Fuhl an Wettbewerben mit der Maschine teil. Dieses Jahr geht es auf jeden Fall nach Suhl. Ehrensache, „da kommt sie ja her“.

Am Sonnabend kehrte aber nicht nur die Simson GS mit der Startnummer 62 zurück nach Dollgow, sondern auch der handgefertigte Pokal aus Holz, den Axel Gerhardt 1981 für seinen Sieg auf dem Rundkurs am Dorfeingang erhielt. Das war ein besonderer Moment für Wolfgang Kielblock und Dietmar Herzig. Die beiden Mitglieder des MC Dollgow, die heute das Oldtimertreffen mitorganisieren, hatten den Pokal vor 37 Jahren überreicht.

Zwischen all den auf Hochglanz polierten Pkw, Lkw und Traktoren stand auch wieder der Framo von Gerhard Heise. Wenn der Granseer nicht gerade Wissenswertes zu den ausgestellten Fahrzeugen übers Mikrofon mitteilte, dann zeigte er allen interessierten Besuchern gerne, was sich auf der Ladefläche des Kleintransporters verbarg: Der Granseer war bei der Veranstaltung wahrscheinlich der einzige, der einen Ersatzmotor dabei hatte. Zusammengebaut aus Einzelteilen und angeschlossen an eine Batterie, sprang er ohne zu murren an. „Hundertprozent einbaufähig“, betonte Heise.

Der Heizungsbauer hat seinen Framo nicht nur top in Schuss. Er hat auch zahlreiche Dokumente des Oldtimers aufbewahrt, die seine Geschichte dokumentieren. „Das macht ihn noch wertvoller.“ Heise bekam ihn 1972 für seinen Betrieb, musste ihn dann aber abgeben, als ein zweites Fahrzeug dazu kam, da nur ein Dienstwagen erlaubt war. 1993 wurde er stillgelegt. 2006 hat ihn Gerhard Heise zurückgekauft, restauriert und seitdem schon zweimal an der Tour entlang der B96 teilgenommen.

Häufiger wird er schon mal gefragt, wann er sich denn von dem Framo trennen will. Interessenten gibt es genug. Doch daran verschwendet er trotz seiner 83 Jahre keinen Gedanken. „Eher verkaufe ich eines meiner Motorräder.“

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