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Fördergeld
Geschichtsbahnhof kann starten

Großer Bahnhof am Bahnhof Seelow: Staatssekretärin Anne Quart (r.) wünschte den drei Projekten in Seelow, Küstrin und Sonnenburg eine gute Annahme durch die Bürger der gemeinsamen Grenzregion.
Großer Bahnhof am Bahnhof Seelow: Staatssekretärin Anne Quart (r.) wünschte den drei Projekten in Seelow, Küstrin und Sonnenburg eine gute Annahme durch die Bürger der gemeinsamen Grenzregion. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 13.05.2018, 20:02 Uhr
Seelow (MOZ) Die Kreisstadt ist am Sonntag ihrem „Geschichtsbahnhof“ ein großes Stück näher gekommen. Europa-Staatssekretärin Anne Quart überbrachte die Fördermittelbewilligung für das EU-Projekt „Stätten der Erinnerung“, an auch Kostrzyn/Küstrin und Slonsk/Sonnenburg teilnehmen.

3,8 Millionen Euro schwer ist das Projekt, in dessem Zuge drei Erinnerungsstätten nun hergerichtet werden können. Mit 1,7 Millionen Euro ist der Seelower Bahnhof dabei die größte Nummer, gefolgt von der Wagner-Villa in Kostrzyn (1,1 Mio Euro) und dem alten Slonsker Kulturhaus (eine Million Euro). Die drei Kommunen müssen jeweils einen Eigenanteil von 15 Prozent tragen.

Anne Quart (Linke), Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, gab am Sonntag den offiziellen Startschuss für das Vorhaben. Sie betonte die damit verbundene Möglichkeit, die gemeinsame Vergangenheit in diesem im Zweiten Weltkrieg so heftig umkämpften Gebiet besser verstehen zu lernen.

Dr. Andrzej Kunt, Bürgermeister von Seelows Partnerstadt Kostrzyn, gab auch im Namen seines Slonsker Kollegen Janusz Krzysków seiner Hoffnung Ausdruck, dass das jetzt beginnende Projekt der „Wege zu Erinnerungsstätten“ weitere Kreise ziehe und Folgeprojekte haben werde. Für die Stadt Küstrin, die im Krieg so schwer zerstört wurde, sei es wichtig, die Substanz der noch bestehenden alten Gebäude zu erhalten, Die einstiege Fabrikbesitzer-Villa Wagner war lange als Rathaus genutzt worden und soll nun mit multimedialen Mitteln die Industriegeschichte Küstrins nachvollziehbar machen. Beauftragt damit ist das Festungsmuseum. Im alten Kulturhaus von Sonnenburg soll eine Begegnungsstätte entstehen.

Rainer Schinkel, Beigeordneter des Landrates, verwies auf das stärkere Selbstbewusstsein Seelows als Verwaltungssitz eines starken Landkreises. Er dankte insbesondere den Trägervereinen Heimatverein Schweizerhaus und Heimat- und Geschichtsverein Gusow-Platkow  für ihr Engagement.

Seelows Bürgermeister Jörg Schröder betonte, dass es der Stadt sehr wichtig sei, den mit der Bahn anreisenden ein würdiges erstes Willkommen am dann sanierten Bahnhof bieten zu könne. Rund 1,4 Millionen Euro werden allein die Gebäudesanierung kosten. Die übrigen rund 300 000 Euro dienen der inhaltlichen Ausgestaltung des Geschichtsbahnhofs. Thomas Drewing vom Geschichtsverein Gusow-Platkow informierte, dass der Schwerpunkt auf der Darstellung des Alltagsleben der Region zwischen 1930 und1960 liegen werde. Dafür werde man sich auch externer Fachkompetenz bedienen. Diese Zeit bestand eben nicht nur aus Krieg und Nachkrieg. Auch Themen, die bislang eher weiße Flecken in der Erbebewältigung der Region sind, wie das Thema Zwangsarbeit durch Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg, soll seinen Platz im Geschichtsbahnhof bekommen, so Drewing.

Während dies gemeinsam mit Partnern im Erdgeschoss dargestellt wird, sollten Räume im oberen Geschoss unter anderem durch die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing der künftigen Verbandsgemeindeverwaltung genutzt werden. Die kommunalen Mitarbeiter könnten dort auch anderen Vereinen Partner bei der Beantragung von Fördermitteln sein, so die Vorstellungen des Seelower Bürgermeisters. Wie die Raumaufteilung nach der Sanierung im Einzelnen erfolge, müsse noch im Detail besprochen werden.

Im Anschluss startete am Sonntag der dritte Seelower Museumstag von Gedenkstätte, Schweizerhaus und Bahnhof.

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