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Oldtimertreffen in Wriezen wieder mit großer Beteiligung / Herausgeputzte Schmuckstücke

Tradition
Zwischen Bulldog und Trabi

Thomas Berger / 15.05.2018, 06:15 Uhr
Frankenfelde Das jährliche Oldtimertreffen bei Familie Gerchow in Frankenfelde wächst und wächst. Auch diesmal waren viele Fahrer mit ihren rollenden Prunkstücken aus alten Tagen erstmals dabei. Viele Besucher fanden bei dem schönen Wetter ihren Weg in den Wriezener Ortsteil.

Reinhard Stark ist ganz begeistert. Immer wieder lässt er bewundernd seinen Blick schweifen, hält inne, um sich hier und da in ein ausgehängtes Infoschild zu einzelnen Exemplaren zu vertiefen – oder einen bei den Treckern stehenden Stationärmotor ganz genau zu betrachten. Der Berliner und seine Frau, die im Oderbruch ein Häuschen haben und gern am Wochenende zu dörflichen Höhepunkten in der Umgebung fahren, haben an diesem Tag in Frankenfelde Station eingelegt. „Die alte Technik, die noch irgendwo in den Scheunen steht, fasziniert schon“, sagt Stark, dessen Nachbar das mit zwei Trabis gemacht hat. „Es ist erstaunlich, was sich da alles findet und mit viel Liebe zurechtgemacht wird.“

So wie gleich ein paar Schritte weiter das besonders imposante Exemplar eines Lanz Bulldog mit Hänger. Peter Gosemann ist damit aus Blumberg angereist, war voriges Jahr erstmals dabei und beteiligt sich nun gern wieder. Zumal der Lanz, Baujahr 1941, im Zurückverfolgen seiner Vorgeschichte einst einem Schausteller aus Wriezen gehört hatte, wie der heutige Besitzer erzählt. Seit 1996 hat er ihn, zunächst stolze fünf Jahre über ungezählte Stunden in die Aufarbeitung gesteckt.

An einem Schlepper RS 14 aus dem VEB Schlepperwerk Nordhausen, Baujahr 1963, hängt in Folie noch das „Endabnahmeprotokoll“ mit allen technischen Daten aus. Ein IFA-Traktor Marke Pionier, ebenfalls in Nordhausen vom Band gelaufen und 65 Jahre alt und einem im Oldtimer-Verein Alt-Technik Schlaubetal organisierten Wriezener gehörend, ist mit einer Kunst-Sonnenblume am Kühler geschmückt.

Prominente „Mitfahrer“ haben dafür zwei Motorräder mit Beiwagen in der langen Reihe von Zweirädern, einschließlich eines Quads, vorzuweisen. In einem Beiwagen sitzt als Plüschfigur im roten Outfit der Sandmann. „Und er hat gleich etwas zu trinken dabei“, meint eine vorbeilaufende Besucherin mit Blick auf zwei (leere) Bierflaschen daneben. Auf der Vorderleuchte des Beiwagens der anderen Maschine haben es sich derweil Asterix und Obelix gemütlich gemacht. Dass die Goldwing weit herumgekommen ist, zeigen diverse Aufkleber am Sichtschutz, die von Dresden und Neuschwanstein bis Barcelona, Verona und Marseille reichen.

Unterdessen sind drei zeitgleich eingetroffene Neuankömmlinge ins Gespräch gekommen. Ralf Willborn bewundert den Barkas von Leni und Manfred Schirm, die aus Eberswalde kommen und hier erstmals dabei sind. Als Senioren mit der nötigen Zeit ausgestattet, sind sie öfter mit dem Gefährt auf Achse, sei es zum Wartburgtreffen in Eisenach, zur Dreiländerfahrt Sachsen-Thüringen-Hessen oder erst kürzlich zur 140-Kilometer-Tour bis ins Oderbruch. Der graue B 1000, den das Paar seit 20 Jahren hat, ist in Top-Zustand. Willborn wiederum hat schon öfter im Vorbeifahren von der Frankenfelder Veranstaltung Notiz genommen, „es aber vorher nie geschafft“. In seinen schmucken Ambassador, Baujahr 1958, hat der Gusower nach dem Kauf vor zwei Jahren auch manche Stunde investiert: „Baustellen gibt es eigentlich immer.“

Derweil füllt sich rundum die „Ost-Kurve“ mit weiteren Trabis, darunter mehrere Cabrio-Varianten. Während Jörg Gerchow gleich an der Abfahrt von der Chaussee aufs Gelände Besucher auf dem Parkplatz einweist und Oldtimer-Neuankömmlinge begrüßt, ist Sohn Jonas, der einmal die treibende Kraft für die damals noch bescheidene Premiere war, auf dem Platz unterwegs. Dort haben diesmal auch etliche Trödler ihre Waren ausgebreitet – von Fernglas bis Lampenschirm, von Fahrrad bis Kinderbekleidung, von Modellauto bis Küchengerät.

Mutter Yvonne hat wiederum die Musiker in Empfang genommen. Während das Tanz- und Blasorchester Schulzendorf (TBOS) das von den Gastgebern zusammengestellte Wunschprogramm spielt, greifen die Besucher bei Kaffee, Kuchen und Grillwurst zu.

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