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Trainer und sieben Akteure gehen

Handball
Versöhnlicher Abschluss und Abschied

Michel Nowak / 16.05.2018, 06:00 Uhr
Grünheide Die Handballer des Grünheider SV haben die Saison in der Oberliga Ostsee-Spree mit einem starken Heim-Auftritt beendet. Gegen den Tabellenfünften Grün-Weiß Werder hieß es am Ende 19:19-Unentschieden. Schon im Hinspiel hatten sich beide Mannschaften beim 22:22 die Punkte geteilt.

„Wir haben gezeigt, dass wir es besser können, als es  unser Tabellenplatz aussagt“, sagte der scheidende Trainer Uwe Schwiderski nach der Schlusssirene. Auch wenn seine Mannschaft in den letzten Minuten einem Sieg näher war als die Gäste, ist das Remis letztlich ein leistungsgerechtes Resultat. Für Schwiderski und gleich sieben Spieler war es zugleich ein versöhnlicher Abschied.

Noch vor dem Anpfiff waren der Trainer und die sieben Abgänger geehrt worden. Zu ihnen gehören langjährige Vereinsmitglieder wie Robert Kaberidis und Mateusz Krzyanowski, die ihre Laufbahn bei VerbandsligistHSG Schlaubetal-Odervorland ausklingen lassen wollen. Auch Florian Heine, Merlin Kothe, Ionnes Frangis sowie Torwart Tom Lessig verlassen den GSV. Und Eigengewächs Ritchie Panzer will auf unbestimmte Zeit den Handball in die Ecke legen.

Die Oberliga-Mannschaft des Grünheider SV erlebt also einenUmbruch. Der bisherige Förder-verein hat sich aufgelöst, ein neuer mittlerweile die Arbeit aufgenommen. Mit den Oberliga-erfahrenen Frank Morawetz und Dirk Köhler konnte ein Nachfolger-Duo für Schwiderski verpflichtet werden. Von einer teils „turbulenten Situation“ sprach dann auch Vereins-Chef Ralf-Peter Fitzke bei der Verabschiedung vor diesmal gut gefüllten Rängen.Unter den Zuschauern waren auch viele Fans aus Werder, die das ebenfalls letzte Spiel ihres Trainers Silvio Krause sehen wollten. Er wechselt zum Oranienburger HC in die 3. Liga.

Für die Grünheider stand bereits vor der Partie fest, dass sie unabhängig vom Ergebnis die Klasse halten würden. Die Gäste, Absteiger aus Liga 3, hatten ebenfalls ihren fünften Tabellenplatz sicher. Trotz dieser Konstellation entwickelte sich bei sommerlichen Temperaturen in der Löcknitzhalle sofort ein umkämpftes Spiel. Die Grünheider konnten sich zunächst bis auf 6:3 (14. Minute) absetzen. Dann verletzte sich Kaberidis nach einem Foul am Fuß und schied aus. Den fälligen Siebenmeter konnte Toni Büttner, mit sechs Treffern Grünheides besterSchütze, allerdings nicht im Kasten des HV Grün-Weiß unterbringen. Die Gastgeber haderten jetzt vor allem einmal mehr mit ihrer Chancenverwertung. Nur noch zwei Treffer sollten durch Kothe und dem an diesem Tag spielstarken Sebastian Ackermann bis zur Pause gelingen. Zu wenig, die Werderaner schlossen in der weiter sehr intensiv geführten Partie auf und erzielten buchstäblich Zehntelsekunden vor der Halbzeit beim 9:8 die erste eigene Führung.

Nach dem Wechsel gerieten die Grünheider sogar mit 10:13 (38.) ins Hintertreffen. Doch an diesem letzten Spieltag bäumte sich die Mannschaft auf und fand ins Spiel zurück. Grundlage dafür waren auch die zahlreichen Paraden von Lessig. Beim 13:13 (42.) gelang Matthias Henow der Ausgleich, Sekunden, bevor er nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe die Rote Karte sah. Auch ohne ihn waren die Grünheider jetzt aber wieder in Vorhand. Erst per Siebenmeter, dann per Hüftwurf brachte Büttner sein Team mit 16:15 und 17:16 nach vorn, überwand dabei übrigens Werders Torwart Martin Pfefferkorn, der in der vergangenen Saison noch in Diensten des GSV gestanden hatte. Allein, eine Zwei-Tore-Führung wollte den Gastgebern trotz mehrfacher Anläufe nicht gelingen.

Heine brachte die Hausherren aber zumindest mit 19:18 erneut in Führung (59.). In der dramatischen Schlussminute mit gleich zwei Auszeiten glich Robert Schütz für die Gäste aus, ein letzter direkt ausgeführter Freiwurf von Tom Griebsch strich auf der anderen Seite am Tor vorbei. Mit dem Ergebnis konnten beide Teams dann aber sichtlich leben.

Uwe Schwiderski, in den vergangenen Jahren mehrfach als „Feuerwehrmann“ bei den Grünheidern gefordert, zeigte sich erleichtert. „Ich will jetzt erst mal ein bisschen Zeit vergehen lassen, dann sehen wir weiter.“ Wie genau sich das Oberliga-Team für die nächste Saison zusammensetzt, steht noch nicht abschließend fest. Sicher ist aber: Es werden etliche neue Gesichter auf der Bank sitzen und auf der Spielfläche stehen.

Grünheider SV: Tom Lessig, Tim Reisener – Matthias Henow 1, Ioannis Frangis, Mateusz Krzyzanowski, Robert Kaberidis 1, Konstantin Büttner 6/davon 2 Siebenmeter, Sören Klünder, Merlin Kothe 2, Marcus Schwiderski,Sebastian Ackermann 5, Clemens Wetzel, Tom Griebsch 2, Florian Heine 2

Schiedsrichter: Sven Aepinus/Volker Kalthoff (Barth/Stavenhagen) – Siebenmeter: GSV 3/2 verwandelt, Werder 4/4 – Zeit-strafen: je 3

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