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Galerie auf Gut Kerkow eröffnet / Erste Ausstellung  zeigt Arbeiten des Amerikaners Nathan Peter

Kultur
Weltkunst auf dem Bauernhof

Daniela Windolff / 16.05.2018, 19:39 Uhr - Aktualisiert 16.05.2018, 19:43
Angermünde (MOZ) Auf Gut Kerkow wurde eine Kunstgalerie eingerichtet, die nationalen und internationalen Künstlern Raum für ihre Präsentationen gibt und fernab der Hektik der Großstadt Begegnungen und Gespräche ermöglichen will.

Stadt trifft Dorf, Kunst begegnet bodenständiger Landkultur und alles gemeinsam formt sich zu einer neuen Erfahrung. Das ist die Idee, die hinter einem Projekt steht, das internationale Kunst aus dem Glanz  von Großstadt-Galerien auf einen urigen ehemaligen Heuboden eines Bauernhofes holt. Auf Gut Kerkow lädt seit Sonntag eine Kunstgalerie ein, die die Initiatoren bescheiden „Kunstraum“ nennen. Das Wort ist durchaus doppeldeutig, meint es doch auch, dass hier Kunst Raum erhält, sich zu entfalten und im spartanischen Ambiente des Speichers mit Holzbalken und Holzdielen auf den Betrachter wirken kann.

Jochen Beutgen, der gemeinsam mit Sarah Wiener Eigentümer von Gut Kerkow ist, hat sich damit einen Traum erfüllt. In Zusammenarbeit mit der Berliner Galeristin Sabine Schmidt starten sie das ungewöhnliche Projekt, das sie „Spaced out“ nennen, was im Englischen unter anderem „entrückt“ oder „abwesend“ bedeutet. Was der Besucher damit verbindet, liegt in seiner individuellen Betrachtung, zu der Kunst ohnehin auffordert.

Was die Initiatoren sich damit wünschen, beschreiben sie so: Kunst soll auf Gut Kerkow für alle ungezwungen erleb- und erfahrbar gemacht werden. Fernab von der urbanen Hektik sollen Menschen in den Dialog mit zeitgenössischer Kunst treten und auf dem Boden der Realität eines Bauernhofes miteinander ins Gespräch kommen können, über Themen, die sie bewegen und denen Künstler mit ihrer kreativen Sprache Ausdruck geben. Damit wollen die beiden auch eine Brücke zwischen Stadt und Land, zwischen Kunst und Natur schlagen.

Den Auftakt macht eine Solo-Präsentation des amerikanischen Malers Nathan Peter, der in der Ausstellung auf Gut Kerkow  Stillleben in den Mittelpunkt rückt. Die großformatigen Tafeln schweben in dem hohen Raum unter der rustikalen Holzbalkenkonstruktion.

Durch die Beschränkung auf nur wenige Arbeiten wirkt der Raum nicht überfrachtet und setzt Architektur und Kunst auf ungewöhnliche Weise in Szene. Der Betrachter muss den Blick erheben, muss immer wieder seine Positionen ändern, um in die Bilder eintauchen zu können, bis sich aus dem mosaikartig wirkenden Flächen Motive erheben.

Wer sich darauf einlässt, kann Kunst als etwas Großes erleben, die auf dem alten Speicherboden trotzdem nicht abgehoben wirkt, erst recht nicht, wenn man danach wieder in die bodenständige Wirklichkeit des Hofalltags mit Kühen, Schweinen, Traktoren und Türklingel am Hofladen hinabsteigt.

Zur Eröffnung des Kunstraumes auf Gut Kerkow kamen mehr als 150 Gäste. „Wir sind sehr glücklich, dass die Ausstellung schon so gut angenommen wurde und so zu einem Treffpunkt von Freunden und Nachbarn aus Nah und Fern geworden ist“, freut sich Jochen Beutgen. Die Ausstellung von Nathan Peter ist drei Monate lang zu sehen. Gelegenheit, das mit einem Besuch des Hofes zu verbinden, ist auch bei der Brandenburger Landpartie am zweiten Juniwochenende. Künftig soll es neben wechselnden Ausstellungen auch Kino und Musik auf Gut Kerkow geben.

Die Galerie über dem Hofladen in Kerkow ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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