Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Eberswalder müssen glücklich sein, glaubt Amira El Ahl, die beim Reportertausch die Region erkundet

Außenblick
Grüner Traum mitten in der Stadt

Wohltat für die Seele: Dieser Buchenwald in den Brunnenbergen lädt zum Spazierengehen ein.
Wohltat für die Seele: Dieser Buchenwald in den Brunnenbergen lädt zum Spazierengehen ein. © Foto: Amira El Ahl
Amira El Ahl / 16.05.2018, 22:30 Uhr
Eberswalde Tag zwei in Eberswalde. Die Sonne scheint, also raus ins Grüne. Aber statt, wie in anderen Städten, erst einmal ins Auto zu steigen und ins Grüne zu fahren, um dort den Wald zu genießen, gehe ich aus meinem Hotel heraus, steige einen kleinen Hang hinauf und stehe nach nicht mal fünf Minuten mitten im Wald. Mitten in der Stadt. Ein Traum.

Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich ziemlich verwöhnt bin, was Wald angeht. Ich bin im größten und schönsten Bergpark Europas aufgewachsen, der seit 2013 Unesco Weltkulturerbe ist und sich direkt an den Habichtswald anschließt. Kassel ist umgeben von Wäldern, und wer schon mal auf der A7 Richtung Süden unterwegs war, der kennt die Kasseler Berge. Andere deutsche Städte, so dachte ich bisher, könnten da nicht mithalten.

Die Messlatte lag also ziemlich hoch, als ich in Eberswalde ankam. Klar, Brandenburg ist Alleenland und die nördlich von Eberswalde beginnende wunderbar weitläufige und einsame Uckermark für viele ein Sehnsuchtsort, aber für mich braucht es Wald, um eine grüne Landschaft vollständig zu machen. Umso erstaunter und positiv überrascht war ich, als ich in Eberswalde ankam. Die Stadt ein einziges Grün, überall Bäume und kleine Grünflächen. Der große Park am Weidendamm in der Altstadt und gleich anschließend der Campus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, eine grüne Oase mitten in der Stadt.

Aber Grünflächen alleine machen noch keine Waldstadt, die Eberswalde sein soll, wie ich gelernt habe. Denn natürlich lässt schon der Name darauf schließen, dass diese Stadt geprägt ist von Wald. Der Eber ist das Wappentier und lässt erahnen, dass es hier viel Wald und reichlich Wildschweine gegeben haben muss, als die Siedlung ihren Namen erhielt. Die Brunnenberge, wird mir gesagt, solle ich erklimmen. Und wirklich, schöner geht es kaum, mitten in einer Stadt. Sobald man den kleinen Hügel erklommen hat, steht man umgeben von Buchen mitten in einem Wald, der die Geräusche der Stadt schluckt und vergessen lässt, dass die Zivilisation keine fünf Fußminuten entfernt ist.

Die Eberswalder müssen glückliche Menschen sein. Mittlerweile ist  wissenschaftlich belegt, dass ein Waldspaziergang nicht nur entspannt, sondern auch gesundheitsfördernd ist. Einer Studie zufolge steigern Waldspaziergänge das Selbstwertgefühl, heben die Stimmung und bauen Stress ab. Sogar Krebs-Killerzellen sollen beim Gehen durch den Wald aktiviert werden sowie der Blutdruck und Herzfrequenz gesenkt werden. Die Eberswalder haben also beste Voraussetzungen für ein langes, gesundes und glückliches Leben. Und wenn mir der Habichtswald mal nicht mehr genug ist, dann komme ich Waldbaden in Eberswalde.(aea)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG