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Premiere am Sonnabend auf dem Gutshof in Schulzendorf / Händler sind noch willkommen

Aktion
Wohngruppe bereitet Trödelmarkt vor

Freuen sich auf die Trödelmarkt-Premiere: Sebastian Pernitzsch und Frank Jänicke (r.) von der Wohngruppe „Last Exit“ in Schulzen- dorf.
Freuen sich auf die Trödelmarkt-Premiere: Sebastian Pernitzsch und Frank Jänicke (r.) von der Wohngruppe „Last Exit“ in Schulzen- dorf. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 17.05.2018, 06:15 Uhr
Schulzendorf (MOZ) Die acht Jungen und ihre Betreuer der Wohngruppe „Last Exit“ des Vereins Brandenburger Kinderland in Schulzendorf bereiten für Sonnabend ab 8 Uhr ihren ersten Trödelmarkt auf dem Gutshof vor. Darauf freut sich auch Hausleiter Sebastian Pernitzsch. Die Idee dazu hatte allerdings Erzieher Frank Jänicke, der bereits Trödelmärkte mit der Jugend-Feuerwehr in Prötzel organisiert hat. „Wir haben mit sieben Händlern angefangen“, erzählt Jänicke. Zuletzt seien es 40 bis 50 gewesen. „Deshalb bin ich schon häufiger gefragt worden, wann ich denn wieder ein Markt organisiere.“

Und natürlich überlege man als Erzieher immer, was man „mit und für die Jungs machen kann“. Der Trödelmarkt biete ihnen nun die Gelegenheit, das eine oder andere auszusortieren. „Und Händler sind natürlich auch willkommen“, sagt Frank Jänicke. „Eine Platzmiete nehmen wir nicht“, fügt der 51-Jährige hinzu, würde sich aber über Spenden freuen. „Damit die Jungs sich mal ein Eis holen können“, sagt er.

Sebastian Pernitzsch als Leiter hat noch andere Ideen. „Dem Haus fehlt Farbe“, nennt er ein Beispiel. Und natürlich hätten die Jungen, die in ihrer Freizeit unter anderem bei der Feuerwehr mitmachen, angeln oder im Verein Fußball spielen, ganz individuelle Wünsche. „Unter anderem ein Hoverboard“, erklärt der 32-Jährige und meint damit eines jener elektrisch angetriebenen und mit der Körperbalance steuerbaren Skateboards. Einen neuen Fernseher und DVD-Player hätte die Gruppe gern. „Am liebsten gestern – wie Kinder so sind“, sagt Pernitzsch lachend. Einfach mal nebenbei gebe es so etwas aber natürlich nicht. „Die Jungen schleppen schon eine ganze Menge mit sich herum“, erläutert er und fügt hinzu: „Einige von ihnen haben wir vor der JVA (Justizvollzugsanstalt – Anm. d. Red.) bewahrt.“ Also gelte für sie in der Wohngruppe vor allem erst einmal, Regeln zu akzeptieren.

„In den ersten sechs Wochen haben sie hier zum Beispiel kein Handy“, so Pernitzsch. „Sie sollen erst einmal ankommen.“ Je nach dem, wie gut die Bewohner die Regeln einhalten, sei neben dem Taschengeld auch eine Prämie möglich. „So können sie sich im Laufe der Zeit dann schon mal größere Wünsche wie den nach einem Motorradhelm erfüllen.“ Das Konzept setze zudem darauf, dass die Gruppe mit erzieht. „Du musst Kinder beschäftigen, sonst beschäftigen sie dich“, ist ein weiterer Leitspruch des einstigen Ausbilders bei der Marine und staatlich anerkannten Erziehers. Seine Eltern hatten einst Pflegekinder aufgenommen und später den Verein Brandenburger Kinderland mit Sitz in Hammer bei Liebenwalde gegründet. Dieser feiert im Juni sein 25-jähriges Bestehen.(azi)

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