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Bei Kaffee und Schrippen lässt sich gut plaudern

Gespräch
Dorf-Politik am Frühstückstisch

Gemütliche Runde im Kienitzer Hafen-Restaurant: Auf Einladung des Gemeindeseniorenbeirats diskutierten die Senioren mit Bürgermeister Michael Böttcher. Dabei ging es auch um die Wünsche nach seniorengerechtem Wohnraum im Amtshof
Gemütliche Runde im Kienitzer Hafen-Restaurant: Auf Einladung des Gemeindeseniorenbeirats diskutierten die Senioren mit Bürgermeister Michael Böttcher. Dabei ging es auch um die Wünsche nach seniorengerechtem Wohnraum im Amtshof © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 18.05.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 18.05.2018, 11:49
Kienitz (MOZ) Kienitz.  Zum Dorffrühstück mit Bürgermeister Michael Böttcher haben sich am Donnerstag Senioren aus Kienitz im Gasthof zum Hafen getroffen. Es war nach Ortwig bereits die zweite Veranstaltung dieser Art, die der Gemeindeseniorenbeirat vorbereitet hatte.

Für den Bürgermeister war es ein Heimspiel. In Kienitz aufgewachsen, kennt er nahezu jeden in Kienitz-Dorf und -Nord. Und so genierte sich auch niemand, erst einmal alle Neuigkeiten auszutauschen. Da war zunächst die Frage nach den Bauarbeiten an der Straße nach Groß Neuendorf. Böttcher informiert, dass dort der Energieversorger das Erdkabel verlege und die Gemeinde vorsorglich die Leitung für die Straßenbeleuchtung mitverlegt. Wann dort die neue Laternen kommen, sei noch ungewiss.

Böttcher konnte auch darüber informieren, dass die Gemeinde darum kämpft, dass die von den Kienitzern „schon immer“ als kommunale Zufahrt zum Damm bekannte „Ablage“ neben der Hafenmühle wieder öffentlich gewidmet wird. Als Ablage wird der Lagerplatz am Hafen bezeichnet. Die Einziehung dieser Zufahrt durch Landesumweltamt und Kreis sei illegal, machte der Bürgermeister deutlich. Er riet allen, die wegen des Parkens dort bereits ein Strafmandat erhalten haben, Rechtsmittel dagegen einzulegen. „Wir beantragen als Gemeinde die Aufhebung der Einziehung unseres öffentlichenWeges“, so Böttcher. Dies auch im Einklang mit dem Katastrophenschutzplan des Kreises, der dort das Aufstellen eines Container im Falle der Deichverteidigung vorsieht. Eine Einzäunung dort sei ohnehin nicht möglich.

Viele der am Frühstückstisch versammelten Senioren kennen sich noch von der gemeinsamen Arbeit in der Landwirtschaft oder in der Schuhfabrik Goldpunkt in Kienitz-Nord. Es sei lediglich der äußere Anschein, dass die Kienitz-Dörfler und die Kienitz-Nördler nicht zusammenhalten, sind sie sich einig. Denn bei den regelmäßigen Veranstaltungen des Seniorenvereins Sonnenschein oder beim Hafenfest, das nun schon zum 19. Mal stattfinden wird, bringe man sich stets gemeinsam ein.

Angesichts der laufenden Sanierung des einstigen Amtshofes von Kienitz durch Burkhard Blank, bekennen einige der Senioren, dass sie sich sehr wünschen, dort einmal eine altersgerechte Wohnung oder einen Platz in einer Senioren-Wohngemeinschaft zu bekommen. Anita Szymaniak gehört dazu. Sie war vor 45 Jahren eine der drei ersten Mitarbeiterinnen der Kienitzer Filiale der Fredersdorfer Helios-Schuhfabrik. Mit Hildgard Hecke und Rosemarie Rettschlag haben sie das begonnen, was später durch das Goldpunkt-Kombinat ausgebaut wudre. Im Koppesche Herrenhaus wurden die ersten Schuhe hergestellt. Später kamen die Anbauten dazu, in denen insgesamt 125 Frauen fertigten. „Die Männer waren für die technische Betreuung zuständig“, sagt Marita Frohloff. Die 67-Jährige ist seit 30 Jahren Vorsitzende des Seniorenvereins Sonnenschein. Auch sie freut sich, dass nach 25 Jahren völligen Stillstands wieder Leben auf das Amtsgelände von Kienitz kommt. Alle hoffen, dass die Pläne des Investors glücken.

Und weil der Bürgermeister nun gerade da ist, halten sie auch nicht hinterm Berg mit ihren Sorgen. Da ist zum Beispiel die im Vergleich zu Letschin schlechtere Pflege der Grünanlagen. Insbesondere auf den Friedhöfen müsse mehr gemacht werden, redeten sie dem Gemeindeoberhaupt ins Gewissen. Und dann  kommen die Sorgen mit den Kienitzern hinzu, die ihrer Pflicht zur Einhaltung der Gemeindesatzung nicht nachkommen. Bis auf die Straße lassen sie in dem Erholungsort das Unkraut wachsen. Böttcher sichert zu, dass man die betreffenden Einwohner anschreiben werde. Bat aber darum, sich davon nicht allzu viel zu versprechen.

Recht pessimistisch zeigt sich Böttcher auch in punkto Fähre. Zwar habe die gemeinsame Aktion mit der MOZ zur Kleinen Friedensfahrt im vorigen Jahr große Begeisterung vor allem auch bei den polnischen Partnern ausgelöst. Jedoch stelle er es sich als sehr schwierig vor, einen Betreiber für die Fähre zu finden. Fördermittel, um so ein Vehikel anzuschaffen, werde man wohl irgendwie beschaffen können. Aber der dauerhafte Betrieb sei das Problem.

Evelin Miethke, Vorsitzende des Seniorenbeirats, dankte allen, die zum Frühstück beigetragen haben.

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