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Der Neuhardenberger Chor gibt Ende Mai sein Abschiedskonzert in der Schinkelkirche / Es fehlt der Nachwuchs

Musik
Gesang verstummt nach 33 Jahren

Konzert in der Neuhardenberger Schinkelkirche: Ähnlich wie hier beim Frühlingskonzert vor zwei Jahren wird der Chor mit musikalischer Unterstützung aus Strausberg unter Leitung von Axel Neumann am 27. Mai sein Abschiedskonzert geben.
Konzert in der Neuhardenberger Schinkelkirche: Ähnlich wie hier beim Frühlingskonzert vor zwei Jahren wird der Chor mit musikalischer Unterstützung aus Strausberg unter Leitung von Axel Neumann am 27. Mai sein Abschiedskonzert geben. © Foto: Matthias Lubisch
Josefine Jahn / 18.05.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 18.05.2018, 14:16
Neuhardenberg (MOZ) Nach 33 Jahren verabschiedet sich der Neuhardenberger Chor mit einem Abschlusskonzert von seinem Publikum. Nachwuchsmangel ist ein Grund dafür, dass das einst 56-, heute zwölfköpfige Ensemble das gemeinsame Musizieren beenden muss.

Clarissa Nespethal sieht die Tränen schon fließen, wenn der Neuhardenberger Chor am 27. Mai sein letztes Konzert in der Schinkelkirche geben wird. Sie ist eines der Chormitglieder ersten Stunde und erinnert sich noch gut an dessen Anfang. „Das war im März 1985“, sagt Clarissa Nespethal, erste Vorsitzende des Chor-Vereins. Der Vorsitzende der LPG Tierproduktion Marxwalde, Wolfgang Fischer, und dessen Schwägerin, Elvira Falkenberg, hatten die Idee, einen Chor zu gründen. Dem Aufruf zu einem ersten Treffen – Clarissa Nespethal war durch einen Aushang in der Kaufhalle darauf aufmerksam geworden –  seien bereits eine „Menge Leute“ gefolgt. „Die LPG war Träger des Chors und unterstützte uns finanziell, stellte Räume zur Verfügung und zahlte für die ersten Chor-Trachten.

„Nach der Wende haben wir dann den Verein gegründet“, sagt die Sängerin. Mit dem politischen Umschwung seien auch erste Einschnitte für den Chor. „Viele sind einfach aus beruflichen Gründen weggezogen“, erinnert sich Clarissa Nespethal. Dennoch konnte sich die Gruppe in guter Besetzung weiterhin halten. „Wir waren immer ein gemischter Chor mit Alt, Tenor, Bass und Sopran“, sagt die Hobbysängerin.

Mittlerweile sind weitere Mitglieder verzogen, einige verstorben, bei anderen nehmen gesundheitliche Probleme zu oder sie sind beruflich und familiär stärker eingebunden. Übrig bleiben zwölf Mitglieder. „Mit zwölf Mann ist die Qualität einfach nicht mehr zu halten“, so Nespethal. Fehle mal jemand auf einer Probe, mache sich das bereits bemerkbar. Außerdem wird Axel Neumann, der vor etwa elf Jahren die Chorleitung übernommen hat, in den Ruhestand gehen. Ihm und seiner Vorgängerin Elvira Falkenberg, die das Ensemble 20 Jahre lang leitete, wollen die Sängerinnen und Sänger „für ihre engagierte, fleißige und nicht immer einfache Arbeit danken“. „Ganz sicher werden wir das alles sehr vermissen“, sagt Vereinsvorsitzende Nespethal. Zurückblicken könne man auf 33 Jahre konzentrierter Montagabend-Proben, vieler gelungener Auftritte und „eine Gemeinschaft, die gerade in unserer heutigen Zeit so wichtig ist.“ Das Zusammengehörigkeitsgefühl habe die Gruppe ausgemacht. „Man freut sich auf die anderen, spricht mal ein privates Wort – das wird wohl am meisten fehlen“. Die schönen Erinnerungen werde man behalten. „Wir haben es nicht geschafft, junge Mitglieder nachzuziehen“, bedauert die Vereinsleiterin.

Auch Axel Neumann ist wehmütig. „Es ist natürlich schade. Aber die Zeit bleibt nicht stehen und junger Nachwuchs fehlt“, sagt der Strausberger. Zum Abschied will sich der Chor mit Unterstützung des Konzertchores und des Kammerchores Strausberg sowie des Ensembles der Kreismusikschule Strausberg am 27. Mai ab 15 Uhr in der Neuhardenberger Schinkelkirche mit einem Konzert verabschieden.

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