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Protest
CDU streitet über Klimadebatte

Erntet Protest: Ingo Senftleben
Erntet Protest: Ingo Senftleben © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 18.05.2018, 07:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Eine für den heutigen Freitag geplante Diskussionsveranstaltung der CDU in Cottbus hat für Unmut in den eigenen Reihen geführt. Die Verärgerung vor allem im Ortsverband Welzow-Proschim war so groß, dass sie zu  einer Protestnote führte, die an den Landesvorsitzenden Ingo Senftleben und an die Generalsekretärin der Bundespartei, Annegret Kramp-Karrenbauer, ging.

Zu der Veranstaltung unter dem Titel „Ist Kohlendioxid ein Klimakiller? Der fatale Irrtum der aktuellen Klimapolitik“ wurde der Kanadier Patrick Moore als Redner geladen. Der frühere Greenpeace-Aktivist hat sich in den letzten Jahren von der Umweltorganisation getrennt und erklärt in seinen Vorträgen, dass der Klimawandel nicht von Menschen verursacht werde. Er wird mit der Aussage zitiert, dass CO2-Emissionen die Menschheit retten.

Günter Jurischka, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtparlament von Welzow, formulieirt in der Protestnote: „Ich hätte nicht gedacht, dass meine Parteikollegen auf ein so niedriges Niveau sinken würden, um das Weiterlaufen der Kohle rechtfertigen zu können.“ Besonders kritisiert er, dass die Einladung für die Veranstaltung vom CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Peter Schulze und den Landtagsabgeordneten Raik Nowka und Michael Schierack unterschrieben wurde. Schierack erklärte dazu, er wolle sich alle Seiten anhören. Das heiße nicht, dass er die Meinung von Patrick Moore teile. Brandenburgs CDU-Generalsekretär Steeven Breetz betonte auf Nachfrage, dass der Landesverband die energiepolitischen Beschlüsse der Bundesregierung mittrage. Daran änderten regionale Diskussionsrunden nichts.(thi)

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Rainer Ebeling 19.05.2018 - 21:28:51

Eine Energiewende- und Klimadebatte ist dringend nötig.

Fern des Mainstream wird das Thema längst diskutiert, denn es kommen immer mehr Zweifel auf, wie hoch der Treibhausgaseffekt des CO² wirklich ist und ob der Weg der sogenannten Energiewende nicht ein Weg in die Sackgasse ist. Die Energiewende ist letztendlich eine Folge der Klimapolitik. Statt einer globalen Erwärmung wird für die kommenden Jahre eine Eiszeit wegen geringer Sonnenaktivität prognostiziert. Es ist einfach den Kohle- und Kernkraftausstieg zu fordern, aber die Folgen sollte man auch klar benennen. Laut einer Studie aus 2017 zum Thema Sektorkopplung (Energiewende im Wärme- und Verkehrssektor) müssten sich Wind- und Solarleistung versiebenfachen und trotzdem 100GW gesicherte Leistung vorgehalten werden. Die Kosten werden explodieren und die ökologischen Auswirkungen wären riesig. Ein Umdenken in der Energiewende- und Klimadebatte wird von vielen Fachleuten gefordert. Das mindeste wäre eine öffentliche Debatte über die weitere Energiestrategie, um auch die kritischen Meinungen zu hören.

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