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Baupläne
Grünes Licht für neues Wohngebiet

Anke Beißer / 18.05.2018, 07:15 Uhr
Spreenhagen (MOZ) Mit einem tiefen Durchatmen und dem Einwurf, es sei das schwierigste Verfahren seiner Karriere gewesen, packte Jochen Brehm vom Königs Wusterhausener Ingenieurbüro am Montag das gerade von den Spreenhagener Gemeindevertretern beschlossene Papier ein. Davor wurden binnen zwei Stunden Dutzende Einwände von Trägern öffentlicher Belange und Bürgern zum B-Plan Nr. 13 „Kiefernweg Spreenhagen“ abgewogen. Es handelt sich dabei um eine Brache zwischen Siedlerweg und Neue Kanalstraße. Die Entwicklung von Bauland an dieser Stelle erachtet die Gemeinde, anders als unmittelbare Nachbarn, als sinnvollen Lückenschluss.

Bei den Hinweisen von den Trägern öffentlicher Belange haben vor allem die des Landkreises in Sachen Umweltschutz weitreichende Bedeutung für die künftige Umsetzung des Vorhabens. Die rund 3,6 Hektar große Fläche liegt seit 2009 in einer Trinkwasserschutzzone. Verhindern kann der Umstand die Planung nicht, weil das Gebiet schon zuvor für Wohnungsbau vorgesehen war und im Flächennutzungsplan so ausgewiesen ist.

Die Gemeindevertreter sind jetzt einer ganze Reihe von Auflagen gefolgt. Demnach müssen bei der Erschließung durch den Investor – Projektentwickler und Hausbaufirma in einem – und beim Eigenheimbau sowie der Gartengestaltung durch die künftigen Besitzer eine Vielzahl von Verboten beachtet und Forderungen erfüllt werden. Dazu gehören folgende Beispiele: Zwischen der Sohle jedweder Anlagen und dem Grundwasser muss ein Meter Abstand eingehalten werden, was beim Straßen- und Wegebau zu Geländeanpassungen führen wird. Es darf weder Recycling- noch wasserdurchlässiges Material für sämtliche Straßen und Wege verwendet werden. Als Fahrbahnbelag muss Asphalt verbaut werden oder Betonsteine quasi ohne Fugen. Für alle Flächen gilt, dass ausschließlich „Z-Null-Material“ zum Einsatz kommen darf – das entspricht Sand beziehungsweise Erde, die als absolut unbedenklich eingestuft und zertifiziert ist. „So was ist teuer und schwer zu bekommen“, kommentierte Jochen Brehm die Konsequenz. Zudem wurde der Satz aufgenommen, dass mit Blick auf den Grundwasserschutz „alle Verbote zu beachten sind, auch die, die in der Aufzählung im Planpapier eventuell fehlen“.

Was die Bürgerbeteiligung anbelangt, so haben sechs Einwohner eine Stellungsnahme abgegeben. Ihren Einwänden galt die besondere Aufmerksamkeit der anwesenden Spreenhagener. Die Kritik am Planentwurf traf vor allem die befürchtete Bebauungsdichte. So werden Grundstücke von 550 Quadratmetern und kleiner vermutet, die je zu einem Drittel bebaut werden dürfen. „Im B-Plan sind keine Grundstücke festgelegt, nur Linien ohne Normcharakter gezogen. Die Größe der Grundstücke wird mit den künftigen Eigentümern ausgehandelt“, erläuterte Brehm, warum der Einwand abgelehnt werden sollte – was die Gemeindevertreter auch taten.

Zudem wurde die Befürchtung geäußert, dass die Stellflächen auf den jeweiligen Grundstücken nicht ausreichen und deshalb die Straßen in der Nachbarschaft zugeparkt würden. Auch dem folgte der Gemeinderat nicht – weil die Größe und Anzahl der Grundstücke nicht Gegenstand des Bebauungsplanes sei. Außerdem wurde den Sorgen um den Artenschutz nicht gefolgt. „Wir waren bestürzt, wie über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden wurde“, schrieben Eva und Uwe Kühner in einer Mail an die MOZ.

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