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Neuer Dokumentarfilm stößt bei märkischen Waidleuten und Naturschützern gleichermaßen auf Zustimmung

Dokumentarfilm
Ein fairer Blick auf die Jagd

Mathias Hausding / 18.05.2018, 08:30 Uhr - Aktualisiert 18.05.2018, 09:47
Buckow (MOZ) Einem neuen Dokumentarfilm gelingt das Kunststück, den Graben zwischen Naturschützern und Jägern zu überwinden. Märkische Verbände sind voll des Lobes. Am Pfingstmontag gibt es eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion im Beisein der Regisseurin.

So viel darf verraten werden: Die Frage, die der Film im Titel stellt, beantwortet er nur indirekt. In „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ kommt Regisseurin Alice Agneskirchner zu dem Schluss, dass es das, was man allgemein unter dem Begriff „Natur“ versteht, in Deutschland so gut wie gar nicht gibt. 99 Prozent des Landes ist Kulturlandschaft. Das heißt: Alles ist durchgeplant, und es gibt verschiedene Zuständigkeiten, verschiedene Interessen, verschiedene Akteure.

Schön kann diese Kulturlandschaft dennoch sein, ungestörte Waldwanderungen sind ebenso möglich. Nur sollte man sich vor all zu romantischen Vorstellungen hüten. Beides zeigt der vor wenigen Tagen in den Kinos angelaufene Film – atemberaubende Naturbilder aus Deutschland und das Agieren etwa von Förstern und Wildbiologen.

Im Zentrum des Films stehen aber die Jägerinnen und Jäger. Und die Zunft fühlt sich verstanden und fair behandelt. Die Berliner Regisseurin Alice Agneskirchner ist dafür bekannt, sich ihren Themen offen, ohne Vorfestlegung zu nähern. Über die Jagd wusste sie vor den Dreharbeiten kaum etwas. Freunde hätten ein wenig die Nase gerümpft, als sie erzählte, in welche Gefilde sie sich begeben wolle.

Der Film beschreibt mit großer Ruhe, wie viel Geduld Jäger aufbringen müssen, um ein Tier zu erlegen, wie sie dafür Sorge tragen, dass das Wild nicht leidet, und wie sie mitunter von verpflichtenden Abschussquoten unter Druck gesetzt werden, mehr zu schießen als sie für richtig und vertretbar halten.

Denn da gibt es die Bauern und die Förster, die jeweils möglichst wenig Wild im Wald wollen. Die einen, weil sie ihre Ernte auf den Feldern nicht gefährdet sehen wollen, die anderen, weil sie durch Verbiss Einbußen bei der Holzproduktion befürchten.

„Der Film zeigt die Jagd wirklichkeitsnah, neutral und unvoreingenommen. Er stärkt den Jägerinnen und Jägern den Rücken“, freut sich Helge von Giese, Sprecherin des Landesjagdverbands Brandenburg. Friedhelm Schmitz-Jersch, Landeschef des Naturschutzbunds (Nabu), hat den Film ebenfalls bereits gesehen und fühlt sich darin bestätigt, „dass Jäger genauso wie wir Interesse an landschaftlicher Vielfalt haben“. Mit nachhaltiger und naturverträglicher Jagd könne der Nabu sehr gut leben. Unterschiedliche Auffassungen, so Schmitz-Jersch, gebe es freilich zum Wolf, dessen Rückkehr im Film auch beleuchtet wird.

Filmvorführung und anschließende Diskussion unter anderem mit der Regisseurin und Brandenburgs Bauernpräsidenten am 21. Mai ab 17 Uhr in den „Parklichtspielen“ Buckow (Märkische Schweiz). Weitere Termine in der Region unter: www.wemgehoertdienatur.de

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