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Europaurkunde vergeben
Grenzen gibt es nur in unseren Köpfen

Europastaatssekretärin Anne Quart ehrte Monika Nowotny mit der Europaurkunde 2018.
Europastaatssekretärin Anne Quart ehrte Monika Nowotny mit der Europaurkunde 2018. © Foto: Weber
18.05.2018, 08:59 Uhr
Potsdam/Brandenburg Im Rahmen der Europawoche vom 8. bis 15. Mai ehrte Europastaatssekretärin Anne Quart, in Vertretung des Ministers Stefan Ludwig, in der vergangenen Woche im Brandenburgischen Landeshauptarchiv im Wissenschaftspark Potsdam-Golm das Engagement von landesweit neun Personen/Projekten mit der diesjährigen Europaurkunde.

„Monika Nowotny ist Inhaberin eines Friseursalons mit vier Angestellten in ihrer Stadt. Und dabei hat sie sich aktiv an verschiedenen Projekten innerhalb der EU beteiligt, so am Projekt der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Riga zu den Themen Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufliche Bildung und organisierte auch Auslands-praktika für Azubis aus dem Baltikum mit“, hieß es in der Laudatio. „Sie beteiligt sich regelmäßig an beruflichen Austauschprogrammen innerhalb der EU und bringt sich hierbei aufgrund ihrer Qualifikation als Meisterin und Ausbilderin mit ihrem ganzen Wissen in die Umsetzung der dualen Berufsausbildung ein. Monika Nowotny steht mit ihrem Einsatz und ihrer Einstellung als Beispiel für das ehrenamtliche Engagement im Zusammenhang mit der europäischen Integration.“

Monika Nowotny steht seit 1965 im Beruf und qualifizierte sich 1978 zur Friseurmeisterin. Eine Reise der Handwerkskammer nach Italien vor zirka 14 Jahren inspirierte Monika Nowotny zum regelmäßigen Austausch ihrer Azubis im Rahmen eines Auslandspraktikums. Inzwischen waren drei ihrer Azubis zu Praktika in Italien (2010), Spanien (2016) und Irland (2017). „Für die jungen Leute ist es wichtig, dass sie rausgehen, auch im Ausland Erfahrungen sammeln“, so die Inhaberin des Friseursalons in der Steinstraße. „Außerdem lernt man so auch Toleranz. Jeder ist überall in der Welt Ausländer. Wir leben Multi-Kulti auch in unserem Salon.“ In „HairTeam“ sind zwei Ukrainerinnen als Gesellinnen beschäftigt. Im Mai 2017 hielt sich Monika Nowotny selbst für eine Woche in Riga auf. „Unsere duale Ausbildung von Azubis kennen die baltischen Staaten, so wie viele Länder, nicht“, ergänzt die Friseurmeisterin. So ist es auch in Syrien. Saber Hajo kam als einer der ersten Flüchtlingen 2015 in die Domstadt. „Auf Anfrage bot ich ihm ein Praktikum im Salon an. Mittlerweile absolviert Saber Hajo bei mir eine dreijährige Ausbildung zum Gesellen“, sagt Monika Nowotny. „Er ist sehr ehrgeizig. In seiner ersten schriftlichen Arbeit an der Berufsschule in Potsdam erhielt er 33 von 33 Punkte.“ Im Rahmen der Auslandspraktika war Monika Nowotny im letzten Jahr selbst Gastgeberin für eine Auszubildende aus Finnland, zu der sie immer noch Kontakt hält. „Wir haben Verwandtschaft in Polen, Freunde in Tschechien und mein Sohn wurde als einer der Ersten als katholischer Priester in Russland geweiht“, erzählt Monika Nowotny, der Weltoffenheit so quasi im Blut liegt. „Und durch die Austausche hat sich auch mein Englisch verbessert.“

„Die weitere Arbeit der Staaten unter dem gemeinsamen Dach des europäischen Gedanken wird aktuell durch Probleme wie den Brexit, den Rechtspopulismus oder die Migration bestimmt. Manchmal versperrt uns diese große Sicht den Blick auf das tägliche Europa in und mit dem die Menschen leben“, so die Europastaatssekretärin in ihrer Rede. „Europa steht und fällt mit seinen Bürgern, die dafür stehen so wie Sie. Sie machen mit ihrem Engagement den europäischen Gedanken für die Menschen vor Ort greifbar.“

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