Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Viertes Hafenfest im Wetter-Pech / Entscheidung zur Zukunft des durchgängig schiffbaren Finowkanals steht bevor

Hafenfest
Eberswalde gewinnt Flößerstechen

Sven Klamann / 27.05.2018, 21:00 Uhr - Aktualisiert 28.05.2018, 09:47
Eberswalde (MOZ) Beim Flößerstechen, dem Höhepunkt des vierten Hafenfestes, hat ein Duo aus Eberswalde gewonnen. Die Fete am Sonnabend war als Bekenntnis zum Finowkanal gedacht, dessen Schiffbarkeit auf der Kippe steht. Die Entscheidung zur Zukunft der Wasserstraße ist überfällig.

Eberswalde hat am 26. Mai 2018 das vierte Hafenfest am Finowkanal gefeiert. Der Höhepunkt waren die Wettkämpfe im Flößerstechen. Abends spielten unter dem Motto „Kanalfunk“ drei Bands.
Bilderstrecke

Flößerstechen auf dem Finowkanal

Bilderstrecke öffnen

Für Tobias Spangenberg (20) und Tillman Wolbring (17) aus Eberswalde stand von Anfang an fest, dass sie den Wettbewerb auf dem Finowkanal gewinnen würden. „Wir sind auf dieses Ziel fokussiert“, verriet der Senior der Mannschaft, deren ulkiger Namen „Die zwei stärksten Drei“ über ihren brennenden Ehrgeiz hinwegtäuschte. Sechs Duos hatten an dem Stechen teilgenommen, bei dem die Truppe weiter kam, der es gelang, den Gegner mit einem vier Meter langen Staken, an dessen Ende ein Boxhandschuh befestigt war, von dessen Floß zu stoßen oder wenigstens häufiger zu treffen. Im Finale bezwangen die Eberswalder das Duo Die Bembel-Krabben, das von Raphael Gaul aus Frankfurt (Main) und Matz Kröger aus Husum gebildet wurde.

Das vierte Hafenfest war nur bedingt ein Publikumsmagnet. Der durch die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal (KAG) veranstalteten, etwa 7000 Euro teuren Fete, zu deren Gelingen auch viele Ehrenämtler beigetragen hatten, machte das Wetter zu schaffen: Vormittags war es so knallig heiß, dass vor allem Ältere auf de Stadtpromenade fehlende Schattenplätze bemängelten, am Nachmittag kamen immer wieder Regenhuschen.

Da passt ins Bild, dass auch der weitere Werdegang am Finowkanal ungewiss ist. Zur Eröffnung des Hafenfestes betonten Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski, zugleich Vorsitzender der KAG, Peter Münch, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, und Thomas Winkler, Vorstandsmitglied von Unser Finowkanal, dass nur gemeinsam Fortschritte erzielt werden könnten. Das Stadtoberhaupt hob hervor, dass die Wasserstraße an sich nicht in Gefahr sei. „Es geht darum, ob die Schleusen in Betrieb bleiben und hier damit auch zukünftig Motorboote fahren werden“, sagte Friedhelm Boginski. Für Letzteres sei ein Schulterschluss von Bund, Land, Kreis und Kommunen erforderlich. „Wir sind jetzt wirklich in der finalen Phase“, betonte der Bürgermeister.

Für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erklärte Peter Münch, dass der Bund spätestens im Herbst eine Entscheidung dazu erwarte, ob die Region auf sein Angebot eingehe, die Hälfte der Planungs- und Sanierungskosten für die zwölf Schleusen zu bezahlen, wenn diese von den Anrainerkommunen übernommen würden.  „Wir verhandeln seit 2014 miteinander. Die letzten Ersatzneubauten hat der Bund 2001 und 2009 bezahlt.  Die Stadtschleuse in Eberswalde und die Schleuse Schöpfurth sind seither in einem Topzustand“, sagte der Amtsleiter. Bei manchen anderen Schleusen sei es hingegen jedes Mal ein Zitterspiel, ob sie nach der Winterpause wieder in Betrieb genommen werden könnten. „Weitere Ersatzneubauten, die der Bund am Finowkanal veranlasst, wird es nicht geben“, sprach Peter Münch Klartext. Denn die Wasserstraße sei für die Berufsschifffahrt nicht mehr wichtig und daher inzwischen als Nebenstrecke eingestuft.

„Wir setzen auf den Erhalt der Schiffbarkeit“, erklärte Thomas Winkler. Der Wassertourismus habe eine Zukunft verdient.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG