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Danewitzer Backofenfest bringt Naschkatzen blecheweise in verzückte Exstase

Fest
Der irre Duft von frischem Brot

Eingespieltes Team: Dreimal im Jahr wird bei Brigitte und Friedrich Wilhelm Gesche der Ofen angeheizt und Roggenbrot gebacken. Seit 55 Jahren ist das Team, das sich mit vielen geheimen Lebens-Rezepten auskennt, verheiratet.
Eingespieltes Team: Dreimal im Jahr wird bei Brigitte und Friedrich Wilhelm Gesche der Ofen angeheizt und Roggenbrot gebacken. Seit 55 Jahren ist das Team, das sich mit vielen geheimen Lebens-Rezepten auskennt, verheiratet. © Foto: Micha Winkler
MOZ / 28.05.2018, 06:30 Uhr
Danewitz (Andrea Linne) Zucker-, Pflaumen-, Streusel- oder Apfelkuchen? Die Auswahl unter sechs Sorten, frisch aus dem Feldsteinofen gezogen, fiel allen Naschkatzen am Sonnabend besonders schwer. Vereinsvorsitzende Claudia Harting, selbst bekennender Kuchenfan, hatte die 24. Auflage des Backofenfestes mit den 27 aktiven Mitgliedern ihres Vereins Märkisches Backofendorf Danewitz auf die Beine gestellt. „Das Meiste ist schon Routine, wir sind ein eingespieltes Team“, blickt die 34-jährige Besitzerin einer Hundepension zufrieden auf die zurückliegenden zwei Monate. Zahlreich sind die Gäste, die sich zwischen Ständen tummeln. Fünf Backöfen im Dorf gibt es noch, einst hatte jedes Gehöft einen, wissen einige Mitglieder des Vereins zu berichten.

Besonderes Gedränge herrscht am Ofen bei Friedrich Wilhelm Gesche. Der 79-Jährige hat alle Hände voll zu tun. Immer wieder klopft er auf die 700 Gramm schweren Roggenbrotlaibe, die in seinem Ofen still bräunen. Klingt es noch nicht hohl genug, gehören sie wie bei Frau Holle zurück in den Ofen.

Dreimal jährlich wird bei Gesches angeheizt. Und der gebürtige Ihlower achtet streng darauf, dass die Ansprüche seiner lieben Oberbäckerin Brigitte, mit der seit 55 Jahren verheiratet ist, auch eingehalten werden. Der Zuckerkuchen darf nicht zu scharf gebacken sein. „Das mag sie nicht“, ist der Landwirt froh, dass diesmal alles gelingt. 70 Brote passen in den Ofen. Dreimal wird er am Samstag die volle Ladung herausholen.

Die Roggenbrote aus heimischem Getreide haben schon einen elftstündigen Reifungsprozess hinter sich. Nachdem der Sauerteig geformt war, musste er noch einmal zwei Stunden in den Formen ruhen, ehe er bereit für den Feldsteinofen war. Der musste schon einmal am Vorabend beheizt werden, ehe er am Sonnabend mit 250 bis 300 Grad Celsius die richtige Temperatur hatte. Einen Trick verrät der Oderbrücher, der mit seiner Familie im Haus der Mutter in Danewitz lebt: „Wenn das Mehl, das ich in den Ofen werfe, verpufft, dann ist der zu heiß. Wird es langsam braun, dann weiß ich, es kann losgehen.“

Noch macht dem Senior das Ganze Spaß. Kleine Schweißperlen sammeln sich auf dem Gesicht. Doch dann kommt Brigitte, seine Frau Holle, und lobt die Arbeit des Tages. Da ist die Welt wieder richtig in Ordnung. „Wir kennen uns schon aus der Schule“, lacht Friedrich Wilhelm Gesche, drückt kurz seine Liebste und hat schon wieder alle Hände voll zu tun.

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