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Der Verein „Aquarium“ (in Gründung) entwirft Konzept zur Rettung des Biesenthaler Wasserturms

Wasserturm
Initiative plant Wassermuseum

Olav Schröder / 29.05.2018, 21:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Der in Gründung befindliche Verein „Aquarium“ will ein Wasser-Museum im Barnim aufbauen. Standort soll der sanierungsbedürftige historische Wasserturm in unmittebarer Nähe des Biesenthaler Stadtparks werden. Die Stadt bietet den Turm zum Erwerb an.

Seit drei Jahrzehnten befasstsich der Biesenthaler Ingenieur Heribert Rustige mit dem Thema „Wasser“. Dass in dem Waldstück zwischen Bahnhofstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße ein von hohen Bäumen umwachsener Wasserturm steht, sei manchem gar nicht richtig bewusst. Das Bauwerk ist eingezäunt, zum Schutz vor herabfallenden Teilen. Als die Stadt den Turm ausschrieb, festigte sich bei Heribert Rustige die Idee, das Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern darüber hinaus auch öffentlich zugänglich zu machen. „Jeder Wasserturm ist anders und Geschichte sollte nicht platt gemacht werden“, beschreibt er seine Beweggründe. Bemerkenswert sei, so Rustige, dass er genau auf einer Linie zwischen dem Schlossbergturm und dem Bahnhofsgebäude liege, und zwar nach beiden Seiten mit einem Abstand von jeweils einer Seemeile.

„Aquarium“ i.G. will den Wasserturm als technisches Denkmal mit dem Gartendenkmalbereich des Biesenthaler Stadtwaldes verknüpfen und so auch den Aufenthaltswert des Stadtwaldes erhöhen. Als  Wasser-Museum mit Dauer- und Einzelausstellungen hätte der Turm ein Alleinstellungsmerkmal für Biesenthal aufzuweisen. Als Themenbereiche nennt Heribert Rustige unter anderem die Technologiegeschichte der Wasserversorgung im Barnim, die Hydrogeologie mit der Grundwasserentwicklung im Barnim sowie die Auswirkungen des Klimawandels. Die Präsentation soll insbesondere für Familien mit Kindern, Schulen und Kitas konzipiert werden. Der Trägerverein Aquarium, so Rustige, verknüpfe Wissenschaft, Forschung, Bildung, Erziehung und Denkmalschutz.

Rustige ist sich bewusst, dass in dem Wasserturm die Ausstellungsfläche begrenzt ist. Die steilen Leitern zu den Zwischen-ebenen können aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich freigegeben werden. Dennoch sollte darüber nachgedacht werden, wie Fläche gewonnen werden könne. Als Beispiel nennt er einen freistehenden Aufgang neben dem Turm, über den der Speicher in der Turmspitze und eine eventuell zu schaffende Aussichtsplatzform zu erreichen sind.

Noch sind dies Visionen. Heribert Rustige weist auf die marode Bausubstanz und die Statik des Turmes hin. Da die Abplatzungen im Beton und der den Stahl bedrohende Rost weit fortgeschritten seien, stehe die Frage im Raum, ob das Bauwerk überhaupt noch zu retten sei. Auskunft hierüber könne nur ein Betongutachten geben. Ist der Erhalt möglich, seien Sanierungs- und Gestaltungkonzepte sowie eine Ausstellungsplanung zu erarbeiten. Nicht zuletzt seien Neben- und Sanitärräume einzuplanen. Gefördert werden könne die Realisierung des Vorhabens auch mit Hilfe von LEADER-Mitteln der EU für die Regionalentwicklung, so Heribert Rustige.

Dass potenzielle Partner dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüberstehen, habe sich in ersten Gesprächen gezeigt. Dazu gehörten der Naturpark Barnim, der Landkreis Barnim, die Stadt Biesenthal, der Wasser- und Abwasserverband „Panke/Finow“, der Wasser- und Bodenverband Finowfließ sowie die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Vorgestellt hat Heribert Rustige das Nutzungskonzept im Biesenthaler Bauausschuss. Zwei ebenfalls eingeladene weitere Bewerber um den Turm waren zu dieser Sitzung nicht erschienen. Dem Hauptausschuss wurde empfohlen, sich mit Aquarium i.G. in Verbindung zu setzen und über eine mögliche Vereinbarung zu sprechen.

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