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Tagung
Ein Hotel voller Zoodirektoren

Chef samt Gastgebern: Olivier Pagan, Zoo-Verbandspräsident, Bürgermeister Friedhelm Boginski und Zoodirektor Bernd Hensch (von links) auf dem Weg durchs Ringhotel.
Chef samt Gastgebern: Olivier Pagan, Zoo-Verbandspräsident, Bürgermeister Friedhelm Boginski und Zoodirektor Bernd Hensch (von links) auf dem Weg durchs Ringhotel. © Foto: Marco Marschall
Marco Marschall / 31.05.2018, 19:15 Uhr
Eberswalde/Schorfheide (MOZ) Wer ins Ringhotel Schorfheide eingeladen hat, ist nicht zu übersehen. Schon am Eingang werden die Gäste von großen Aufstellern des Eberswalder Zoos begrüßt. Ein Bild, das sich im Flur des Hauses fortsetzt. Es gibt Stände, an denen Hersteller von Tiergehegen ihre Produkte vorstellen. Wie fest die Maschen der Netz- und Zaunteile sind, kann vom Besucher befühlt werden. Durch eine Glasscheibe kann man mehr als 100 Menschen beobachten, die im Konferenzraum einem Vortrag lauschen.

Eberswaldes Zoodirektor Bernd Hensch kommt heraus. Es gibt ein Problem mit der Technik. Rückkopplungen. Hensch ist auf Professionalität bedacht und darauf, dass sich die Gäste wohlfühlen. Schließlich kommen 140 Experten aus Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht alle Tage in den Barnim. Eberswalde ist erstmals Gastgeber der Jahreshauptversammlung des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ).

Im Konferenzraum unterzeichneten dessen Vertreter sowie Verantwortliche der Deutschen Wildtierstiftung am Donnerstagvormittag ein Memorandum of Understandig. Damit erkennt die Stiftung die besondere Rolle an, die Zoos für die Naturbildung und die Sensibilisierung für den Naturschutz haben. Die Zoolobby hat damit einen wichtigen Fürsprecher gefunden. Denn wie auch in der Pressekonferenz mit Hensch und dem VdZ deutlich wird, bleibt Kritik an ihrer Arbeit und der Haltung von Tieren nicht aus, wenngleich laut einer Umfrage 81 Prozent der Menschen Zoos befürworten würden.

Der Verband hebt seine Bedeutung beim Artenschutz hervor. Natürlich sei die Haltung dabei immer ein Kompromiss, wie Hensch bei der Pressekonferenz erklärt. Das Territorium sei so zu definieren, dass die Tiere sich wohlfühlen. „Menschen projizieren ihre Emotionen in die Tiere hinein“, erläutert VdZ-Präsident Olivier Pagan, selbst Zoodirektor in Basel. Jedes Tier habe seine eigenen Bedürfnisse. Die Expertise liege in den Zoos.

Die Einrichtungen im Verband würden jährlich über vier Millionen Euro in Natur- und Artenschutzprojekte investieren. Um das Geld zu generieren werden sie kreativ. In Basel, berichtet Olivier Pagan, habe man beim Eintritt den „freiwilligen Naturschutzfranken“ eingeführt, den 90 Prozent der Besucher auch bezahlen würden.

Zu schaffen machen den Zoos Auflagen der Ministerien und Behörden, kritisiert der Verband. Dies raube Zeit und Kraft für die eigentlichen Aufgaben. Gegängelt aber fühle man sich nicht. Bernd Hensch macht das Problem zur Pressekonferenz am Beispiel der vielen Kontrollen fest, die in der Einrichtung durchgeführt werden. Oft gehe es dabei nur um Details, binde aber Mitarbeiter. (mm)

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