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Entwicklungsausschuss
Adieu Klockow-Haus, hallo Choriner Straße

Ende einer Ära? Der Entwicklungsausschuss sah eigentlich nur eine Richtung, in die es jetzt gehen kann: Verkauf. Der Klockow-Hof soll also den Besitzer wechseln. Und das möglichst bald. Denn das Haus zerfällt zunehmend.
Ende einer Ära? Der Entwicklungsausschuss sah eigentlich nur eine Richtung, in die es jetzt gehen kann: Verkauf. Der Klockow-Hof soll also den Besitzer wechseln. Und das möglichst bald. Denn das Haus zerfällt zunehmend. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 03.06.2018, 06:45 Uhr
Niederfinow (MOZ) Sachlich und lösungsorientiert, so lässt sich der Entwicklungsausschuss der Gemeinde Niederfinow am Mittwochabend zusammenfassen. Unter dem Vorsitz von Moritz Springer war über zwei der zentralsten Themen in Niederfinow weiter verhandelt worden.

Nach dem sich die Gemeinde dagegen entschieden hatte, das Projekt „Gemeindehaus Klockow-Hof“ weiterzuverfolgen, steht nun fest: Grundstück und Haus sollen verkauft werden. In der kommenden Gemeindevertretersitzung wird es einen entsprechenden Beschluss geben, der das besiegelt. Es bleibt ein unschöner Beigeschmack. Vor allem der einstige Stall ist „extrem einsturzgefährdet“, wie es Moritz Springer beschreibt. Die Gemeinde muss sich trotz aller Verkaufsabsichten um die Sicherung zur Straßenseite hin kümmern.

Günther Gollner sieht ein großes Problem. „Der Käufer hat unerhörte Auflagen zu erfüllen“, so Niederfinows Bürgermeister. Das könnte potenzielle Käufer abschrecken. Bauamtsleiterin Birgit Lüdecke plädierte ebenfalls dazu, das Anwesen zu verkaufen. Kommt es zum Beschluss durch die Gemeinde, werde man ein entsprechendes Angebot veröffentlichen. Den Antrag auf Fördermittel habe man zurückgezogen, so die Bauamtschefin. Der neue Eigentümer könne aber gegebenenfalls selbst einen Antrag stellen. Eine Übertragung von Fördergeldern sei nicht möglich. Zunächst solle nun ein Planungsbüro gesucht werden, das erarbeitet, welche Sicherungsmaßnahmen in nächster Zeit zu leisten sind. Die Gemeinde müsse sich außerdem zeitnah auf einen Verkaufspreis einigen.

Fachmännischen Rat, ein Planungsbüro – auch beim Thema Choriner Straße kommt man ohne nicht weiter. Darauf einigte sich der Ausschuss außerdem an diesem Abend. „Wir sind kein technisches Bauamt“, sagte Birgit Lüdecke. Nötig sei zum Beispiel ein Bodengutachten. Das Amt werde nun eine Vergabe starten, so Lüdecke. Da auf die Anwohner bei einem grundhaften Ausbau eine Kostenbeteiligung von etwa 70 Prozent zukommt, verfolgten gut 13 Niederfinower den Ausschuss. Sie alle wollten wissen, wie sich die Gemeinde entscheidet.

Dementsprechend ungehalten, waren auch einige Bürgermeinungen an diesem Abend. „Man wird ja immer nur vertröstet. Das hat doch alles keinen Sinn mehr“, sagte etwa ein Mann im Publikum. Er spielte darauf an, dass das Vorhaben Choriner Straße schon mehrfach auf dem Tisch der Gemeinde lag, das Vorhaben aus Kostengründen aber immer wieder eingestellt wurde. Auch, um die Anwohner nicht zu belasten. Der letzte Stand stammt aus dem Jahr 2017.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde hatte untersagt, die Regenwasserentwässerung der stark abfallenden Straße über die Finowstraße umzusetzen. Vertreter der Arbeitsgruppe „Sanierung Choriner Straße“ hatten sich in der Vergangenheit intensiv darum bemüht, zu erarbeiten, wie man die Straße am geeignetsten saniert. Viele der Pflastersteine sind abgesackt. Das Regenwasser läuft unkontrolliert die Straße hinunter und bringt jede Menge Sand mit sich, der auf der Straße liegenbleibt.

Vertreter der Arbeitsgruppe sprachen sich beim Entwicklungsausschuss ebenfalls für die Unterstützung eines Planungsbüros aus. Einen wahren Überblick über die Kosten könne auch die Arbeitsgruppe nicht geben. Im vergangenen Jahr kursierten Summen zwischen 500 000 und 850 000 Euro. Ob eine behutsame Sanierung oder aber ein grundhafter Ausbau erfolgen soll, darauf wollte man sich im Gremium noch nicht einigen. Man wolle zunächst mit den Experten aus der Tiefbaubranche sprechen. Klar ist, der grundhafte Ausbau schlägt weiter höher zu Buche. Und eine Förderung kann nur die Gemeinde für ihren Anteil erwarten, die Anliegerbeiträge verändere das nicht, hieß es weiter. (jle)

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