Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

++Nachlese++
Astronaut Gerst fliegt zur ISS

Mandy Timm, dpa / 06.06.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 06.06.2018, 15:39
Frankfurt (Oder) (MOZ) Völlig losgelöst von der Erde… Für Alexander Gerst wird die Liedzeile heute zum zweiten Mal wahr. Für seine Fans und Raumfahrtbegeisterte ist es ebenfalls ein grßer Tag. Gerst startet heute zur Raumstation ISS. Die Reise beginnt am Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Zwei Tage lang wird der Raumfahrer mit seiner Crew unterwegs sein zum Ziel. Sechs Monate bleibt Gerst auf der ISS, drei davon als Kommandant. Seine Mission heißt „Horizons“. Wir berichten in einem Liveblog von den wichtigsten Stationen des Tages, vom besonderen Abschied seiner Familie, vom Start der Raumfähre. Begleiten Sie mit den Astronauten mit uns durch den Tag!

++ 14.11 Uhr++

Hunderte Raumfahrt-Fans haben am Mittwoch in den Planetarien von Potsdam und Cottbus den Start des deutschen Astronauten Alexander Gerst zur Raumstation ISS verfolgt. Die Sojus-Rakete mit „Astro-Alex“ an Bord hob um kurz nach 13 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Der Start wurde per Live-Stream übertragen.

Im Potsdamer Urania-Planetarium zählten die Zuschauer gemeinsam den Countdown herunter. Als sich die Rakete erfolgreich von der Startrampe löste, brandete Applaus auf. Simon Plate, Leiter des Planetariums, sagte, die neue Begeisterung der Menschen für die Raumfahrt liege vor allem an Alexander Gerst: „Er ist einfach ein super sympathischer Astronaut.“

Alexander Gerst startet am 6. Juni vom Weltraumbahnhof in Kasachstan zu seiner zweiten Mission im All auf.
Bilderstrecke

Astro-Alex startet zur Raumstation ISS

Bilderstrecke öffnen

In Cottbus verfolgten mehr als 100 Interessierte den Start im Raumflugplanetarium Juri Gagarin. Weil die Tickets für die Kuppel des Planetariums schnell ausverkauft waren, wurden im Foyer zusätzlich Fernseher aufgestellt.

Alexander Gerst fliegt im Rahmen der Mission „Horizons“ bereits zum zweiten Mal zur ISS. Der 41-jährige Geophysiker wird der zweite Europäer sein, der die Raumstation als Kommandant leitet. Fünf Monate lang forscht und lebt die Crew in knapp 400 Kilometern Höhe.

++13.07 Uhr++

So richtig nacheifern können Gerst vor allem Kinder: Das FEZ in der Wuhlheide bietet ein "hochmodernes Raumfahrtzentrum", das bereits zwei Millionen Raumfahrtbegeisterte besuchten. In engem Kontakt mit Forschungseinrichtungen soll hier Kindern und Jugendlichen das Thema Raumfahrt nahegebracht werden. Sie erfahren hier viel über die Bedingungen der Arbeit im All und können vieles in Filmen und kleinen Übungen und an Trainingsgeräten nachvollziehen.

++12.24 Uhr++

Gersts Arbeit und seine Erlebnisse als Astronaut haben das Technikmuseum in Berlin motiviert, ihm eine kleine Weltraumsammlung zu widmen. Die Dauerausstellung zeigt derzeit 50 persönliche Gegenstände, die Gerst von seinem ersten Aufenthalt in der ISS mitgebracht hat, etwa seine Kulturtasche, seine Unterwäsche und der Overall. Die Stücke sind eine Art Appetithappen auf eine im September startende Sonderausstellung zu "40 Jahre Deutsche im Weltall".

++11.04 Uhr++ Die letzte Nachricht von der Erde. Wir wünschen alles Gute für den Start!

letzte nachricht 

 

++10.51 Uhr++ Ab 12 Uhr können Sie an dieser Stelle den Start live mit uns mitverfolgen. Wer es noch schafft kann aber auch im Berliner Zeiss-Großplanetarium live dabei sein, wenn Alexander Gerst ins All abhebt.

 

++10.45 Uhr++ Was genau macht der Raumfahrer eigentlich sechs Monate lang im All? Wir haben eine kurze Zusammenfassung der Gerst-Mission: 

*Gerst wird 41 Experimente betreuen. Sie sind speziell in Deutschland erarbeitet worden.

*Die Ergebnisse der Experimente sollen den Themen Gesundheit, Umwelt und Klimawandel sowie Digitalisierung, Industrie 4.0, Energie und Mobilität von Morgen dienen.

*Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) den Astronauten bei ihrem Job im All helfen und was lernen wir für die Anwendung auf der Erde daraus? Wie verhalten sich lebende Zellen in Schwerelosigkeit? Was macht der Aufenthalt im All mit unserem Immunsystem? Wie lassen sich aus Schmelzprozessen auf der ISS die industriellen Gießprozesse auf der Erde verbessern? Was können wir vom Wanderverhalten der Tiere über den Klimawandel lernen? 

 

innenBild: dpa

 

++10.34 Uhr++ Vor seinem Flug ins Weltall hat Alexander Gerst eine Liste mit Liedern für den Raketenstart in Kasachstan veröffentlicht:

1. Captain Future Theme (aus der TV-Zeichentrickserie „Captain Future“)

2. Castle in the snow (The Avener)

3. Die Mensch-Maschine (Kraftwerk)

4. When You Go Forward (Triangle Sun)

5. Astronaut (Sido feat. Andreas Bourani)

6. Five Minutes (Her)

7. Heute Hier Morgen Dort (Hannes Wader)

8. Destiny (Zero 7)

9. Sunny Road (Emilíana Torrini)

++10.15 Uhr++ Eine neue Facebook-Nachrichten von Astro-Alex: 

 

2018-06-06 10_15_12-(5) Alexander Gerst - Startseite

++10.08 Uhr++ Seit mehr als einem Jahr bereitet sich Deutschlands elfter Weltraumpilot zusammen mit Hunderten Technikern, Wissenschaftlern, Ingeneuren auf die Mission "Horizons" vor. Der erste deutsche Raumfahrer war übrigens der DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn, 1978. Der 81-Jährige lebt heute bei Strausberg.

Alle zehn noch lebenden Raumpiloten zusammen: Gerhard Thiele (SRTM/STS-99), Reinhold Ewald (Mir'97), Klaus-Dietrich Flade (Mir'92), Ulrich Walter (D2), Hans Schlegel (D2, Columbus), Ernst Messerschmid (D1), Thomas Reiter (Euromir 95, Astrolab), Sigmund Jähn (Saljut 6), Ulf Merbold (STS-9, STS-42, Euromir 94) und nicht zuletzt unser neuer ESA-Astronaut Alexander Gerst

zehn flickrBild: DLR German Aerospace Center

 

sigmundBild: dpa

 

Sigmund Jähn vor wenigen Tagen am Weltraumbahnhof Baikonursigmund jaehnFoto: dpa 

 

 

++10.04 Uhr++ Und los geht's: Astro Alex startet Richtung ISS - ein Abschied von der Erde

MDB22273722_cbd048e801.IRSWPPROD_FE1BJ

 

++9.23 Uhr++ Die ISS (Internationale Raumstation) wird in internationaler Kooperation betrieben. Erste Pläne für so ein Projekt gab es bereits in den 1980er Jahren. Die Namen: Freedom oder Alpha. Seit 1998 befindet sich die ISS im Bau. Zurzeit ist sie das größte künstliche Objekt im All. Sie kreist in rund 400 km Höhe in etwa 92 min einmal um die Erde und ist seit dem 2. November 2000 dauerhaft von Astronauten bewohnt.

issBild: dpa

 

dpa_18998A010EF3E782.2Grafik: dpa

 

++9.12 Uhr++ Nicht mehr lange, bis zum Start der Sojus-Rakete: Ein Zeitplan sieht vor, das sich die Astronauten um 9.40 Uhr von ihren Familien verabschieden, durch eine Glasscheibe. Um 10.11 Uhr steigen Gerst und seine Kollegen in den Bus zum Startplatz. Um 10.46 Uhr kommen sie dort an und gehen an Bord des Raumschiffs Sojus MS-09. Um 12.34 Uhr erfolgt eine technische Überprüfung der Raumanzüge. Um 13.08 Uhr: Die Internationale Raumstation befindet sich genau über Baikonur. Um ++ 13:12:31 Uhr ++ Zehn Sekunden vor dem Start der Sojus MS-09 laufen die Turbopumpen des Motors in Fluggeschwindigkeit. Um 13:12:41 Uhr starten die Astronauten ins All.

 

gerst im allBild: Alexander Gerst/Facebook bei einem Training mit seinem russischen Kollegen 

 

++8.56 Uhr++ Um sich auf seine ungewöhnliche Reise vorzubereiten, gehörte unter anderem eine Übung dazu, bei der Gerst kopfüber täglich 30 min "hängen" musste. So soll sich der Körper an den Effekt der Schwerelosigkeit gewöhnen. "Komme mir vor wie eine Fledermaus", schrieb Gerst zu dem Foto auf Facebook.

gerst als fledermausFoto: Facebook Alexander Gerst

 

++8.47 Uhr++ Der Countdown läuft. Heute um 13.12 Uhr startet die Sojus (26 Millionen PS) mit dem 42-jährigen Gerst an Bord vom Weltraumbahnhof Baikonur. So sieht die Rakete aus. Sie wurde vorher von ortodoxen Priester gesegnet. Die Segnung ist eine von zahlreichen Traditionen der russischen Raumfahrt. Dazu gehören auch die Bräuche, einen Baum zu pflanzen und einen sowjetischen Kinoklassiker aus den 1970er Jahren anzuschauen.

sojusFoto: dpa

segnungBild: dpa

 

++8.42 Uhr++ Kasachstan, Baikonur: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (l-r), der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und die US-amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor winken vor ihrer Abfahrt mit einem Bus vom Hotel zum Kosmodrom. Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut mit dem Team mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS auf. (dpa)

dpa_5F998C00EF11ABF5Bild: dpa

 

 ++7.50 Uhr++ Gemeinsam mit seinen Kollegen hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Mittwochmorgen das Kosmonautenhotel in Baikonur verlassen. „Astro-Alex“ strahlte und winkte in seinem blauen Overall in die Menge, bevor er in den Bus stieg. „Auf dem Weg zum Startkomplex, wo wir unsere Raumanzüge anziehen werden“, twitterte der 42-Jährige kurz darauf. „Haben eine tolle Verabschiedung von Freunden und Familie bekommen. Stimmung in der Crew ist super. Beobachten desinteressierte Kamele am Wegesrand.“ (dpa)

 

teamBild: dpa 

 

++7.48 Uhr++ Und noch eine Twittermeldung aus dem Hotel: „#SoyuzMS09 steht bereit auf der Startrampe. In ein paar Stunden werden Sergey, @AstroSerena und ich damit in den Weltraum fliegen. Поехали!“ („Поехали!“ - etwa „Los geht`s“ - ist ein in Russland emotional besetzter Begriff, da er schon vom Kosmonauten Juri Gagarin, dem ersten Menschen im All, beim Start verwendet wurde.)

Bild: Juri Gagarin, der am 12. April 1961 als erster Mensch mit dem Raumschiff Wostok 1 seinen spektakulären Raumflug um die Erde absolvierte. Er umrundete nach offiziellen Angaben in 108 Minuten (eigentlich 106 ) einmal die Erde. (Wikipedia)

gagarinArchivbild: dpa

++7.43 Uhr++ Alexander Gerst melde sich per Twitter: „Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht. Mit Desinfektionsmittel abgerieben worden. Finales Frühstück auf diesem Planeten ("Kascha" Grütze), dann unterschreiben wir die Türen unserer Zimmer hier im Kosmonautenhotel.“

 

Archivbild 2014: ESA Astronaut Alexander Gerst in Weltraumunterwäsche

unterwäscheBild: dpa 

 

++7.29 Uhr++ Wenn der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation (ISS) aufbricht, ist kein Platz für Improvisation: Die Stunden vor dem Start sind minuziös durchgetaktet. Das ist übrigens das Team mit der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und dem Russen Sergej Prokopjew 

 team aktuell

 

 ++6.55 Uhr++ Die MOZ hat Politiker befragt, ob sie gern selbst abheben würden ins All. Hier geht's lang zur Bildergalerie: 

ESA-Astronaut Alexander Gerst erklärt das Modell eines Weltraumfrachter, kurz ATV genannt.
Bilderstrecke

Umfrage zum Weltraumflug

Bilderstrecke öffnen

 ++6.30 Uhr++ Um 4.10 Uhr MESZ hieß es für Gerst und sein Team - aufstehen. Die Weltraumcrew übernachtete im Hotel Kosmonaut in Baikonur, Kasachstan.

 

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG