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Drei Holzschautafeln am Johanneshof sind „nicht genehmigungsfähig“ / Stadtsprecherin: Organisierte Spaziergänge sind mit Landesumweltamt abzustimmen

Lokalpolitik
Naturlehrpfad scheitert am Biotopschutz

15.09.2014 Beeskow, Naturlehrpfad am Sportplatz
15.09.2014 Beeskow, Naturlehrpfad am Sportplatz © Foto: Jörn Tornow
Jens Sell / 06.06.2018, 21:10 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Bürgerinitiative Naturraum Strausberg-Ost bemüht sich um eine Genehmigung für einen Naturlehrpfad „Am Johanneshof“ und „Am Wäldchen Süd“, den sie gemeinsam mit Schülern der Hegermühlen-Grundschule umsetzen möchte, berichtet Sprecherin Jenny Stiebitz. Konkret geht es um die Aufstellung von drei Holzschautafeln am Wegesrand.

Toni Zander von der Bürgerinitiative stehe dazu mit der Stadtverwaltung in Kontakt. „Der erste Antrag auf Genehmigung des Lehrpfades ist leider fehlgeschlagen“, berichtet Zander. Die Stadtverwaltung verweise auf mangelndes öffentliches Interesse. „Dass dem nicht so ist, werden wir der Stadtverwaltung wohl beweisen müssen. Leider bedeutet die fehlende Genehmigung auch, dass wir das Projekt mit den Kids noch nicht angehen können. Aber wir bleiben dran.“

Stadt-Sprecherin Caroline Haitsch-Berg findet die Darstellung Toni Zanders so verkürzt „falsch und aus dem Zusammenhang gerissen“. Fakt ist, dass die Errichtung eines Naturlehrpfades – also von drei Holzschautafeln an einem Fahrweg – einer Baugenehmigung bedarf. Wörtlich: „Baurechtlich liegen nicht die Voraussetzungen zur Genehmigung vor, wenn sich z. B. eine Bürgerinitiative vornimmt, das Gebiet Johanneshof bekannt zu machen, und zu Spaziergängen einlädt. Das sind private Interessen. Öffentliches Interesse sind  u. a. der Schutz und Erhalt wertvoller Biotope, wie sie im Plangebiet ermittelt und in dem Zeitungsbericht auch beschrieben sind. Gesetzlich geschützte Biotope dürfen nicht beeinträchtigt werden, wie es z. B. durch die Nutzung durch Menschen erfolgt – und seien es ,nur’ Spaziergänge darüber.“ Und sie merkt an: Bevor man Spaziergänge in solchen Gebieten organisiere, müsse man die Untere Naturschutzbehörde und sogar das Landesumweltamt einbeziehen, denn die gesetzlich geschützten Biotope befänden sich in deren Zuständigkeit: „Der gesetzliche Schutz von Biotopen muss auch von Bürgerinitiativen eingehalten werden.“ Die Untersuchungen, die bisher bereits für den Johanneshof erstellt wurden, haben einen Biotopschutz ermittelt. Der stehe im Widerspruch zur Nutzung der Fläche für Ausflüge, Spaziergänge und einem publikumsintensiven Lehrpfad.

Für den Biologen Jürgen Feder ist das Betreten von Biotopen gar kein Problem: „Gerade Schäfer und Hundehalter finden diese Flächen schön und schutzwürdig und werden sie nicht schädigen, indem sie darüber laufen!“

Im städtebaulichen Entwurf für die Bebauung des Johanneshofs ist allerdings der südlich verlaufende Geh- und Radweg sowieso als Naturlehrpfad ausgewiesen. Deshalb schrieb die Leiterin der Stadtplanung in Strausberg, Anja Krause, an Toni Zander: „Es macht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Sinn, im Vorfeld tätig zu werden und Kosten zu verursachen, die möglicherweise im Widerspruch zu den Ergebnissen der Abwägung der öffentlichen und privaten Belange im zur Rede stehenden Gebiet stehen.“

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