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Burg Beeskow zeigt Plakatausstellung

Erster Rund: Die Gäste der Vernissage waren von der Sonderausstellung auf der Burg begeistert. Gezeigt werden Plakate aus Frankreich, Polen und aus der DDR.
Erster Rund: Die Gäste der Vernissage waren von der Sonderausstellung auf der Burg begeistert. Gezeigt werden Plakate aus Frankreich, Polen und aus der DDR. © Foto: Jörg Kotterba
Olaf Gardt / 11.06.2018, 21:30 Uhr
Beeskow (MOZ) „Mich interessiert die Vernissage, weil ich mit meinen Zehntklässlern diese Ausstellung besuche“, sagt Romy Dubral, Kunstlehrerin im Beeskower Rouanet-Gymnasium. In ihren Kursen würden sich die jungen Leute derzeit mit Plakat-Malerei und Grafik beschäftigen. „Wir bereiten sogar eine Ausstellung vor, die im September hier auf der Burg gezeigt werden soll.“ Arbeitstitel: Mach auf!

Florentine Nadolni, Leiterin des Beeskoswer Kunstarchivs und des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, macht in der Burg symbolisch die Türen für die neue Plakatausstellung „für die jüngste Ausstellung „Die Schönheit ist auf der Straße“ auf. Eröffnungsreden hielten Philipp Riecken vom Kultusministerium, Brigitte Faber-Schmidt, Chefin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, und Sylke Wunderlich von der Stiftung Plakat Ost. Sie  leitete das Kuratoren-Team mit Steffen Schuhmann und Florentine Nadolni. Ihre Stiftung stellte der Burg großartige polnische und ostdeutsche Plakate zur Verfügung, so die berühmte Grafik mit der Friedenstaube von Henryk Tomaszewski aus dem Jahre 1960.

Die Sonderausstellung, betonte Florentine Nadolni, sei der Beeskower Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage 2018“ und dem daran orientierten Kulturland-Themenjahr „wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa.“ Die Schau mit Plakaten aus Frankreich, Polen und der DDR folge daher einer besonderen Konzeption: „Sie veranschaulicht die Plakatgestaltung dreier europäischer Staaten nebeneinander und eröffnet damit die Möglichkeit eines Vergleichs und Dialogs.“

Ausschlaggebend für die Ausstellungsidee war die mehrere tausend Plakate umfassende Sammlung des einstigen Frankfurter Unternehmers Dieter Leber. Er hatte nach dem Mauerfall 30 000 Poster vor dem Müll gerettet: Eine einzigartige Sammlung von politischen, Kunst- und Sportplakaten aus Zeiten der Sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR. In seiner Heimatstadt sollten sie einen würdigen Platz finden würde. Leber träumte von einem Frankfurt (Oder) als Ort der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Vergangenheit des deutschen Ostens, ein Plakat-Museum als touristischer Anziehungspunkt in einer strukturschwachen Stadt. Ein Wunschtraum, denn in Frankfurt sah sich damals niemand in der Lage, Lebers Sammlung aufzuarbeiten und dann der Öffentlichkeit zu zeigen. So lagerten seine Schätze erst im Fürstenwaldeer Kreisarchiv, werden jetzt in der Burg Beeskow bewahrt. Und gezeigt.

Die Ausstellung wird bis zum 7. Oktober in der Galerie der Burg zu sehen sein. Im Rahmen der Ausstellung finden Führungen, Gespräche und Workshops zur Plakatgestaltung statt.

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