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Koordinatorin
Den Wünschekoffer mit gefüllt

Bei der Arbeit: Stefanie Rau, Koordinatorin für Menschen mit Behinderung beim Internationalen Bund, berät die Mutter eines behinderten Kindes über Hilfemöglichkeiten.
Bei der Arbeit: Stefanie Rau, Koordinatorin für Menschen mit Behinderung beim Internationalen Bund, berät die Mutter eines behinderten Kindes über Hilfemöglichkeiten. © Foto: Margrit Meier
Margrit Meier / 13.06.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 13.06.2018, 09:36
Neuenhagen bei Berlin (MOZ) Als vor Kurzem der IB sein 25-jähriges Bestehen feierte, bekam Staatssekretärin Daniela Trochowski einen Koffer voller Wünsche mit. Einige davon stammen von Stefanie Rau, Koordinatorin für Angebote für Menschen mit Behinderung.

Schon jeder hat es erlebt, dass er sich, wenn es um Anträge bei Behörden geht, durch einen Dschungel an Fragen kämpfen muss. Der Gesetzgeber hat vor einiger Zeit das sogenannte persönliche Budget eingeführt. Das ermöglicht Menschen (u.a. mit einer geistigen Behinderung), dass sie im Rahmen vereinbarter Kriterien und Auflagen selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang sie welche Dienstleistung oder Unterstützung durch wen in Anspruch nehmen möchten. Diese Leistung bezahlt der Empfänger des persönlichen Budgets aus dem erhaltenen Betrag an den Dienstleistenden. Voraussetzung ist, dass ein Hilfebedarf beantragt und ermittelt wird. Doch dieses Antragsformular, hat Stefanie Rau vom IB festgestellt, ist so umfangreich und kompliziert, „dass Menschen mit einer geistigen Behinderung oft einfach überfordert sind“. Deshalb war ihr erster Wunsch, den sie Staatssekretärin Daniela Trochowski in den Koffer legte, dass dieser Fragebogen einfacher gestaltet wird. Wichtig wäre zudem, dass es zum Ausfüllen des Bogens eine unabhängige Beratungsstelle gibt. „Unabhängig ist mir sehr wichtig. Im realen Leben ist es oft so, dass solche Beratungen von Mitarbeitern von sozialen Trägern angeboten werden, die natürlich für ihren Arbeitgeber werben“, sagt sie.

Ihr zweiter Wunsch bezieht sich auf eine unabhängige Schlichtungsstelle. Denn sie schätzt, dass nur zwei von fünf Anträgen auf ein persönliches Budget überhaupt genehmigt werden, bzw. weniger Geld, als beantragt. Für sie steckt dahinter oftmals eine Art Willkür der genehmigenden Behörde. Im Endeffekt würden viele solcher Fälle vor Gericht landen. „Eine von der Genehmigungsbehörde unabhängige Schlichtungsstelle könnte dafür sorgen, dass es außergerichtlich schneller eine Entscheidung im Interesse der Betroffenen gibt“, regt sie an.

Der dritte Wunsch bezieht sich auf bessere Möglichkeiten, dass Quereinsteiger bzw. Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden, für die Betreuung geistig behinderter Menschen eingesetzt werden dürfen. Oft gebe es da geeignete Personen, die aber einfach nicht eingestellt werden dürfen, weil sie nicht qualifiziert seien. Sie meint damit u. a. Menschen, deren Ausbildung zu DDR-Zeiten heute nicht anerkannt werde.

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