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Mehrere Männer wurden verletzt

Blutige Attacken
Cottbus strebt Waffenverbotszone an

Polizisten stehen vor dem Asylbewerberheim in der Hegelstraße. Nach mehreren Angriffen unter Asylbewerber-Gruppen in Cottbus hat die Polizei , die betroffene Flüchtlingsunterkunft zu durchsuchen. Cottbus fordert jetzt eine Waffenverbotszone.
Polizisten stehen vor dem Asylbewerberheim in der Hegelstraße. Nach mehreren Angriffen unter Asylbewerber-Gruppen in Cottbus hat die Polizei , die betroffene Flüchtlingsunterkunft zu durchsuchen. Cottbus fordert jetzt eine Waffenverbotszone. © Foto: dpa/Michael Helbig
dpa / 14.06.2018, 13:35 Uhr - Aktualisiert 14.06.2018, 16:00
Cottbus (dpa) Cottbus gerät seit Jahresbeginn immer wieder in die Schlagzeilen. Dieses Mal wegen Attacken unter Asylbewerbern. Jetzt gibt es eine neue Idee ein, um ein Zeichen für Sicherheit zu setzen.

Als Konsequenz aus den schweren Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen in Cottbus will die Stadtverwaltung in Teilen der Stadt ein Waffenverbot einführen. „Wir sind dazu in Abstimmungen mit dem Innenministerium und der Polizei“, sagte Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Donnerstag. Diese angestrebte Waffenverbotszone solle auch zum Ziel haben, dass die Polizei leichter Kontrollen machen könne. Kelch betonte zudem: „Wir wollen deutlich machen: Der Rechtsstaat funktioniert.“ Laut Innenministerium gibt es bislang in keiner brandenburgischen Stadt eine Waffenverbotszone. Cottbus wäre damit die erste in dem Bundesland.

Am Dienstag war es in Brandenburgs zweitgrößter Stadt erneut zu Angriffen unter Asylbewerbern gekommen. Dabei wurden mehrere Männer verletzt, es kam unter anderem zu einer Stichwunde sowie zu Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Die Angriffe, unter anderem zwischen Männergruppen aus Afghanistan und Tschetschenien, spielten sich vor allem im Umfeld einer Asylbewerberunterkunft ab. Am Donnerstag gab es bei der Stadt eine Krisenstabsitzung, in der die Vorkommnisse ausgewertet wurden, wie Kelch erläuterte. In der vergangenen Nacht habe es keine weiteren Auseinandersetzungen gegeben.

In einer Waffenverbotszone - so die Cottbuser Idee - soll das Mitführen von Waffen untersagt sein. Schilder sollen in den betroffenen Gebieten darauf hinweisen. Kelch sagte, dass diese Bereiche nicht nur in der Innenstadt liegen sollen.

Anregungen will sich die Stadt jetzt zunächst in Hamburg holen, wo es bereits seit Dezember 2007 ein Waffenverbotsgebiet gibt. Nach Angaben der dortigen Polizei ist es in den Bereichen Reeperbahn und Hansaplatz nicht mehr erlaubt, Schusswaffen, Taschenmesser oder Knüppel bei sich zu haben. Bei Verstößen drohen Geldbußen. Ziel sei es, die Sicherheit zu erhöhen. Schilder weisen auf das Gebiet hin.

Auch in Sachsen gibt es die Idee, eine erste Waffenverbotszone einzuführen - in Stadtteilen von Leipzig. Eigentlich war sie für Anfang des Jahres angekündigt. Kürzlich teilte das Innenministerium mit, dass noch letzte Abstimmungen liefen.

In Cottbus hatte es am Dienstag mehrere Angriffe unter Asylbewerbern unterschiedlicher Nationalitäten gegeben. Kelch sagte, dass derzeit eine Unterbringung von bekannten Rädelsführern an einem anderen Ort geprüft werde. Man sei mit anderen Ausländerbehörden in Brandenburg in Abstimmung, inwieweit es einen Austausch geben könnte. Das solle helfen, die Gruppen zu trennen. Zudem sei der Wachschutz für die Unterkunft verstärkt worden. Nach Angaben der Stadt waren in der Gruppe der Tschetschenen nicht nur Bewohner der Unterkunft, sondern auch zugereiste Landsleute mit dabei.

Mit Blick auf das Cottbuser Stadtfest, das am Freitag beginnt und bis Sonntag dauert, wurden Polizei, Ordnungsamt und Wachschutz des Veranstalters nochmals mit mehr Personal aufgestattet, wie es weiter hieß. Das Stadtfest dehnt sich über mehrere Straßen der Innenstadt aus, es gibt mehrere Bühnen und viele Fahrgeschäfte. Auf dem Festgelände wird laut Stadt bereits in Waffenverbot gelten.

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Paul Müller 14.06.2018 - 18:58:50

Jaja, daran werden sich jetzt alle Neubürger halten ....

... der Glaube versetzt quasi Berge :)

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