Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Russische Mannschaft zeigte sich in vergangenen Testspielen in miserabler Form

WM 2018
Der russische Hoffnungsschnauzer

Der Trainer von Russland, Stanislaw Tschertschessow
Der Trainer von Russland, Stanislaw Tschertschessow © Foto: dpa/Marius Becker
Christopher Braemer / 14.06.2018, 15:23 Uhr - Aktualisiert 14.06.2018, 15:59
Moskau (MOZ) Was die russischen Fans ihrer Nationalmannschaft vor dem Eröffnungsspiel zutrauen, das hat sich bereits einige Wochen vor dem heutigen Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien bei einer Twitter-Aktion offenbart. Eigentlich wurde ein Motto für den Mannschaftsbus gesucht. Die Aktion ging jedoch nach hinten los.

Die von der PR-Abteilung der Nationalmannschaft zur Wahl gestellten Slogans wie „Russische Bären bewegen sich zum Sieg“ oder „Mit ganzem Herzen und dem ganzem Land folgen wir dem Traum“ sagten den Fans anscheinend nicht zu. „Wir brauchen keinen Fußball, gebt uns einfach das Geld“, schlägt stattdessen ein Fan vor. „Rhythmische Sportgymnastik mit Ball für große Jungs“, ein anderer. Ein weiterer Vorschlag: „Ich möchte gern den Ball treffen!“ Die weiteren Tweets übertreffen sich gegenseitig an Häme. Das macht nicht wirklich Mut vor dem Auftakt im eigenen Land.

Doch die Kritik ist berechtigt. Die russische Mannschaft zeigte sich in den vergangenen Testspielen in miserabler Form. Die Fußball-Stars machen regelmäßig mit Skandalen auf sich aufmerksam. Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow hat sein WM-Ziel klar vor Augen: Der 55-jährige Nordossete will die Gruppenphase überstehen und sich anschließend Runde für Runde durchbeißen. Bei seinen bisherigen drei WM-Teilnahmen 1994, 2002 und 2014 blieb genau das Russland verwehrt. Nur zwei WM-Spiele wurden gewonnen: 1994 gegen Kamerun (6:1) und 2002 gegen Tunesien (2:0).

Weil ihm das Schauspiel sonst wohl zu langweilig wäre, hat Russlands populärer Talkshow-Entertainer Iwan Urgant zu einer Last-Minute-Aktion aufgerufen: den „Bart der Hoffnung“ (Russisch: „Ussy Nadjeschdy“) soll das Schlimmste verhindern. In einer landesweiten Aktion zu Ehren von Russlands oberstem Schnauzbarttrainer Tschertschessow posten Fans auf Twitter Bilder mit ihren Schnauzbärten. „Alles spricht gegen ihn: die Prognosen, das Wetter, die Gesetze der Physik, die Anatomie einiger Spieler, ja sogar die ganz banale Logik“, sagt Urgant über den Nationaltrainer. Die Bärte der Hoffnung sollen die Fans so lange wachsen lassen, bis Russland das Turnier gewinnt, hat sich der Fernseh-Star Urgant gedacht. So unwahrscheinlich der Weltmeistertitel ist, heute wird sich zeigen, ob es wenigstens zum Auftakt-Sieg reicht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG