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Scheer-Zentrum wird zur temporären Kunsthalle / Ausstellung „Der süße Brei“ widmet sich Thema Wachsen

Gemeinschaftsausstellung
Von kritisch bis visionär

Ein Ort voller Poesie: Der Blumenplatz wird Teil der Ausstellung „Der süße Brei“ sein. Deshalb luden Stefan Neubacher, Lothar Krüger, Lilian Engelmann, Jan König und Steffen Scheumann (v.l.) dort auch zur Pressekonferenz ein.
Ein Ort voller Poesie: Der Blumenplatz wird Teil der Ausstellung „Der süße Brei“ sein. Deshalb luden Stefan Neubacher, Lothar Krüger, Lilian Engelmann, Jan König und Steffen Scheumann (v.l.) dort auch zur Pressekonferenz ein. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 14.06.2018, 19:30 Uhr - Aktualisiert 15.06.2018, 11:54
Eberswalde (MOZ) „Der süße Brei“ – unter diesem märchenhaften Titel lädt die Stadt im Herbst zu einer großen Gemeinschaftsausstellung ein. Und zwar zum Thema Wachstum. Das Zen-trum für Erneuerbare Energien wird dabei erneut zur temporären Kunsthalle.

Die Pressekonferenz zur Exposition halten Kulturdezernent Jan König, Amtsleiter Stefan Neubacher und Co. indes an einem Ort im Freien ab, einem Ort, der mit Bedacht gewählt ist, auf dem Neuen Blumenplatz. Neubacher klärt sogleich auf: Teil der großen Ausstellung vom 7. September bis 5. Oktober seien zwei Kunstwerke im öffentlichen Raum, eben der Neue Blumenplatz sowie die Skulptur, das Denkmal „Wachsen mit Erinnerung“. Beide, so der Kulturamtsleiter, tragen das Wachsen schon in sich. Schauspieler Steffen Scheumann, Initiator der grünen Oase an der Grabowstraße, bekräftigt: Der kleine Garten sei bekanntlich nach einer Ballade („Campo di Fiori“) des Literaturnobelpreisträgers Czesław Miłosz benannt. Damit habe er zugleich eine „poetische Dimension“. Im Übrigen, ergänzt Neubacher, gebe es einen Prolog zur Ausstellung: am 25. August im Rahmen von „Guten Morgen, Eberswalde“. Genau an dieser Stelle.

Nach „Mythos Europa“ mit Arbeiten von Antoinette (2016) greift die Barnimer Kreisstadt erneut ein aktuelles globales Thema auf, ein Thema, das aber doch einen stärkeren direkten Bezug zu Eberswalde hat. Als Kuratorin konnte dafür die seit drei Jahren in Eberswalde lebende Kunsthistorikerin Lilian Engelmann gewonnen werden, die sich als Themenkuratorin versteht.

Als Künstler hat sie u. a. Miriam Jonas, Sven Johne, Aujik, Florian Haas, Achim Riethmann sowie Ina Abuschenko-Matwejewa eingeladen. Diese Auswahl verspreche eine facettenreiche Ausstellung, ist sich der Veranstalter sicher. Malerei und Fotografie sind genauso vertreten wie plastische Arbeiten. Der Betrachter werde sowohl mit einer kritischen Sichtweise konfrontiert wie mit einer visionären. Neben dem Lebenszyklus eines Fliegenpilzes sei etwa die Geschichte eines gesunkenen Containerschiffes zu sehen.

Die Arbeiten, so Engelmann, thematisieren einerseits die Ohnmacht, den Kontrollverlust, andererseits beispielsweise auch die „Freude am Opulenten“. Zwischen grenzenlosem Wachstum also, dem Streben nach immer mehr und einem unerwünschten, zerstörerischen Wachsen, Wucherungen, Krise. So wie im Märchen der Gebrüder Grimm „Der süße Brei“, da sich der Brei auf wundersame Weise vermehrt und ewige Ernährung verspricht, am Ende aber die ganze Stadt zu ersticken droht.

„Ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung“, erklärt Jan König. Jeder habe beim Thema Wachsen ja ganz eigene Assoziationen. Ob das Wachsen der eigenen Kinder, das Sprießen der Pflanzen wie am Blumenplatz oder wirtschaftliche Prozesse. Mit der Exposition „Der süße Brei“ biete Eberswalde nicht nur Raum für Kultur, die Stadt fördere auch die kulturelle Bildung. Die Ausstellung sei ein Angebot, sich dem Thema Wachsen abseits wissenschaftlicher Auseinandersetzungen „auf andere Weise zu nähern“. Entsprechend gebe es ein Rahmenprogramm, unter anderem mit Filmen und Gesprächsrunden, sowie Führungen. Gleichwohl wolle man natürlich die Hochschule HNE und deren fachliche Expertise nutzen, heißt es.

Auch Lothar Krüger vom Zentrum für Erneuerbare Energien Hermann Scheer ist schon voller Vorfreude auf die Gemeinschaftsschau. Das Thema „passt perfekt zu unserem Standort“, findet er. Immerhin sei die Fassade des Zentrums an der Brunnenstraße mit Holz verkleidet, das eigentlich zweite Wahl sei. Ware, für die Sägewerke keine Verwendung hatten. Dank Thermo-behandlung konnte eine hohe Druckfestigkeit erzielt werden, so dass den Stämmen das Schicksal, als Brennholz zu enden, erspart geblieben ist.

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