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Eignungsgebiet
Aufgeheizte Windkraft-Debatte

Zur Diskussionsrunde über die geplanten Windkraftanlagen waren viele Betroffene nach Kremmen gekommen – wie Charis Riemer.
Zur Diskussionsrunde über die geplanten Windkraftanlagen waren viele Betroffene nach Kremmen gekommen – wie Charis Riemer. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 02.07.2018, 06:15 Uhr
Oberhavel Seit drei Jahren kämpft der Landschaftsförderverein (LFV) Oberes Rhinluch gegen die Ausweisung eines Windeignungsgebietes im Wald bei Beetz, Sommerfeld, Hohenbruch und Neuendorf.

Am Sonnabend veranstaltete der Verein im Spargelhof Kremmen eine Podiumsdiskussion. Die Windkraft-Debatte war aufgeheizt. LFV-Vorstandsmitglied Detlef Hase, Rainer Ebeling von der Bürgerorganisation Vernunftkraft sowie Ansgar Kuschel, Leiter der Planungskommission, nahmen an der Veranstaltung teil. Zahlreiche Politiker, die letztlich die Pläne entscheiden, wurden eingeladen – jedoch stellte sich keiner der Diskussion.

Kuschel erläuterte sachlich die Hintergründe, gab Einblicke in die Vorgehensweise der weiteren Planungsschritte. Die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel hatte 2017 einen zweiten Entwurf des Regionalplans „Freiraum und Windenergie“ vorgelegt, in dem es um die Ausweisung von konfliktarmen Arealen für die Nutzung von Windenergieanlagen geht. Voraussichtlich im August soll dieser Plan von der Regionalversammlung beschlossen werden. Der LFV hatte auf die fehlerhaften Ausgangspositionen in der Planung hingewiesen, die das Waldgebiet keinesfalls als konfliktarmen Raum für mehr als 20 Windräder auszeichnen. Der Verein begründete das mit der falschen Waldbewertung, die das Waldgebiet als ökologisch wenig wertvoll einordnete. Zudem führte er die Artenvielfalt des Areals an, die bei der Planung nicht berücksichtigt wurde.

Die Vorwürfe wurden in diesem Jahr bestätigt. In einer neuen Waldfunktionskarte der Forstbehörde Brandenburg werden 50 Prozent des Waldgebiets als ökologisch wertvoll eingestuft, der gesamte Wald als „Erholungswald Stufe 2“ kategorisiert. Außerdem wurden, wie berichtet, zwei brütende Seeadlerpaare entdeckt. „Wir wollen einen Regionalplan, der rechtens ist. Deshalb werden wir im Notfall alle Rechtsschritte ausschöpfen, die uns dagegen zur Verfügung stehen“, stellte Detlef Hase in Aussicht.

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