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Drei vergnügliche Einakter von Curt Goetz in der Kulturgießerei / Viel Beifall im ausverkauften Haus

Bühne
Wenn Pfusch das Überleben garantiert

Techtelmechtel im Stück „Tobby“: Manuel Hendzlik als Liebhaber Bobby und  Esther Münch als Fanny.
Techtelmechtel im Stück „Tobby“: Manuel Hendzlik als Liebhaber Bobby und  Esther Münch als Fanny. © Foto: Mara Kaemmel
Mara Kaemmel / 03.07.2018, 08:00 Uhr
Schöneiche Am Sonntag hatten die „Theater-Spieler“ aus Berlin zu einem vergnüglichen Nachmittag mit drei satirischen Einaktern von Curt Goetz in die Kulturgießerei eingeladen. Die Vorstellung war ausverkauft, für Spätankömmlinge mussten zusätzliche Stühle herangeschafft werden.

Der Andrang hatte mehrere Gründe. Die Laientheatergruppe, deren Zusammensetzung variiert, feiert in diesem Jahr ihr zehntes Jubiläum. Der Auftritt in Schöneiche war der vierte in diesem Jahr – und vorerst der letzte.  Denn Gabriele Mewe, Schauspielerin und künstlerische Leiterin des Ensembles, nimmt sich in der kommenden Saison eine Auszeit. Viele Verwandte und Bekannte der aktuell sieben Darsteller waren deshalb gekommen, aber auch Schöneicher wie Dorothea Adam: „Stücke von Curt Goetz will ich einfach sehen“, sagte sie.

Curt Goetz gilt als einer der besten deutschen Komödien-Autoren und wird von Kennern mit Oscar Wilde verglichen. Der 1888 in Mainz geborene und 1960 in der Schweiz verstorbene Dramatiker spielte in seinen Stücken selbst mit und verfilmte sie auch. Gabriele Mewe hat drei Einakter mit ihrer Theatergruppe einstudiert: „Tobby“, „Der fliegende Geheimrat“  und „Minna Magdalena“. Zu ihrer Auswahl erklärte sie vor der Aufführung: „Einakter sind mit Laiendarstellern günstiger zu besetzen als große Tragödien. Außerdem finde ich die bissige Satire von Goetz gut.“ Urkomisch sei so manche Pointe auch heute noch.

„Tobby“ handelt von einem treuen Knecht. Fanny, die Frau seines Herrn, geht mit dessen Freund Bobby fremd. Tobby informiert seinen Herrn darüber und kassiert dafür den Rausschmiss. Doch am Ende müssen Freund und Frau gehen – der Knecht bekommt von seinem Herren seine Zeugnisse und die Aufforderung, sich am nächsten Tag mit den Zeugnissen wieder bei ihm zu bewerben. Im Einakter „Der fliegende Geheimrat“ geht es um einen Arzt, der so ein Pfuscher ist, dass der Tod mit ihm einen Pakt schließt. Er darf als sein Gehilfe so lange leben, wie er seine Praxis nicht schließt. „Minna Magdalena“  thematisiert die Eigenschaft, immer das Schlechteste vom anderen zu denken. Erstaunt stellen am Ende die Herrschaft und der Vater fest, dass sich Minna – das Dienstmädchen – gar nicht hat schwängern lassen.

Ensemble-Chefin Gabriele Mewe hätte sich bei so mancher Pointe noch mehr Pfeffer gewünscht, war am Ende aber zufrieden. „Ich finde, man kann sich das angucken“.  Mit Bravo-Rufen und viel Applaus bedankten sich die Zuschauer für den kurzweiligen Auftritt.

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