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Ohne jede Scheu am Montag um 20.30 Uhr an der Hochspannung unterwegs / Geteilte Meinungen

Videoaufnahme
Lahmender Wolf bei Fasanenhöhe gefilmt

Vor Autos keine Scheu: Der lahmende Wolf läuft auf der Straße zwischen Garzau und Gladowshöhe.
Vor Autos keine Scheu: Der lahmende Wolf läuft auf der Straße zwischen Garzau und Gladowshöhe. © Foto: Matthias Mehl-Uderhardt
Jens Sell / 03.07.2018, 15:57 Uhr - Aktualisiert 03.07.2018, 16:06
Strausberg (MOZ) Der lahmende Wolf, der bereits mehrmals in und um Gladowshöhe gesichtet wurde, ist am Montagabend um 20.30 Uhr am Strausberger Fasanenpark aufgetaucht und gefilmt worden.

Die Strausbergerin Carolin Büssow hat das Video auf der Facebook-Gruppe Strausberg gepostet. Es hat umgehend breite Resonanz gefunden. Aufgenommen hat sie den Streifen direkt durch die Windschutzscheibe. Sie war vom Fasanenpark und Richtung Stadt unterwegs.

Der Wolf kommt noch innerhalb des Waldes, der zwischen Fasanenpark und der  Hochspannungsleitung liegt, von rechts, betritt zögernd die Straße und scheint vom Auto völlig unbeeindruckt. Hinkend überquert er die schmale Straße und läuft in den Wald, hinter dem sich die Kleingartenkolonie  „Annafließ“ befindet. In unmittelbarer Nähe liegt auch der Johanneshof, ein bei Hundehaltern für Gassirunden sehr beliebtes Gebiet.

Video

Wolf in Strausberg gesichtet

Videothek öffnen

Jagdpächter Alexander Niehoff, einer der drei zur Jagdausübung im Stadtgebiet bevollmächtigten Jäger, hat das Landesumweltamt über das Auftreten des Tieres in unmittelbarer Nähe der Siedlung informiert. Dort habe man seine Besorgnis nicht geteilt und sehe kein Konfliktpotenzial, berichtet Niehoff kopfschüttelnd: „Ich gehe mit dieser Einschätzung nicht mit. Das Tier reagiert nicht mit Flucht auf das Auto, in dem Menschen sitzen, sondern streift am hellen Tag durch besiedeltes Gebiet.“

Das offensichtlich gehandicapte Tier könne sicher nicht mehr erfolgreich jagen. Umso wichtiger sei, dass niemand auf die Idee komme, es zu füttern, betont der Jäger. Das sieht auch Carolin Büssow so. Doch sieht sie kein Problem im Auftauchen des Wolfs: „Ich finde es schön, dass sich der Wolf wieder in unseren Wäldern ansiedelt. Von ihm geht doch keine Gefahr aus. Nur sollte man ihn nicht füttern.“

Der Kreistagsausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz wendet sich demnächst auch dem Problem zu: „Das Thema Wildtiere berührt unseren Landkreis in unterschiedlichsten Punkten seit längerer Zeit. Aus diesem Grund wird dies im Rahmen eines Fachtages des Ausschusses zum Hauptthema werden“, teilt Vorsitzender Frank Schütz (CDU) mit. Der Umgang mit Wildtieren wie Bibern, Wölfen, Kormoranen und Großtieren wie Elchen oder Wisenten bedürfe eines aktiven Herangehens. Dabei müsse auch mit polnischen Ansprechpartner zusammengearbeitet werden. Der Fachtag soll im Oktober stattfinden.

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